Die M&A-Berater stellen sich auf maue Monate ein: Die aktuelle Auslastung und auch die Prognosen sind deutlich zurückgegangen, zeigt das neue FINANCE M&A Panel.

niromaks/iStock/Getty Images Plus

30.04.19
Banking & Berater

M&A-Berater stellen sich auf Flaute ein

Die deutschen M&A-Berater sind deutlich schwächer ausgelastet als in den zurückliegenden Monaten. Und die Prognosen für den weiteren Jahresverlauf sind ähnlich düster.

Nach mehreren guten Jahren in Folge kämpft die deutsche M&A-Beraterbranche gegen eine Marktschwäche. Die aktuelle Befragung des FINANCE M&A Panels, für das FINANCE zusammen mit der Wirtschaftskanzlei CMS in Deutschland M&A-Berater anonym zu ihrer aktuellen Auslastung und ihrer Prognose für die kommenden Monate befragt hat, zeigt, dass die M&A-Berater seit dem Jahreswechsel mit einer rückläufigen Auslastung kämpfen.

M&A-Berater sind weniger stark ausgelastet

Ihre aktuelle Auslastung mit M&A-Deals, deren Signing innerhalb der vergangenen zwei Monate stattgefunden hat oder in den kommenden zwei Monaten ansteht, beziffern die M&A-Berater auf einer Skala von -5 bis +5 mit einem Wert von 1,43. Das ist immer noch über dem Wert 0, der eine durchschnittliche Auslastung angibt, jedoch hatten die M&A-Berater ihre Auslastung bei der vorherigen Panel-Befragung im Oktober 2018 noch mit 2,01 angegeben.

Die aktuelle Flaute trifft dabei M&A-Berater mit Fokus auf Smallcap-Transaktionen (aktueller Auslastungswert 1,41) ebenso wie die Berater mit Fokus auf Mid-/Largecap (1,47). Der aktuelle Auslastungswert von 1,43 über alle Befragten hinweg ist der niedrigste seit Februar 2015 und markiert einen Rückgang um fast 30 Prozent gegenüber dem Wert aus dem vergangenen Oktober. Für die Largecap-Berater ist es bereits der dritte Rückgang in Folge. Schon im Herbst hatten sie erkennbar mit einer Abschwächung ihres Geschäfts gekämpft

Im Herbst hatten die M&A-Berater jedoch noch gehofft, der Rückgang könne nur eine kurze Schwächephase sein. Bei ihrer Auslastungsprognose für die folgenden drei bis acht Monate waren die Smallcap-Berater im Oktober von einer Auslastung von 2,29 ausgegangen – erreicht haben sie einen Wert von 1,41. Die Berater mit Fokus auf Mid-/Largecap-Transaktionen hatten eine Auslastung von 2,19 erwartet und erzielten nun einen Wert von 1,47. Insgesamt landeten die M&A-Berater damit klar unter der Prognose aus dem Herbst. 

M&A-Berater verlieren ihren Optimismus

Nun stellen sich die M&A-Berater – anders als noch im Herbst – aber doch auf eine hartnäckigere Abschwächung ihrer Geschäfte ein. Ihre aktuelle Auslastungsprognose liegt nur noch bei 1,59. Seit Juni 2014 haben sie keinen tieferen Wert prognostiziert.

Dabei zeigt sich, dass die M&A-Berater mit Fokus auf Smallcap-Transaktionen, die in der Vergangenheit häufig konservativere Prognosen abgaben als die Largecap-Berater, nun etwas positiver in die Zukunft blicken. Sie erwarten eine Auslastung von 1,79. Die Mid-/Largecap-Berater dagegen schauen eher düster nach vorn, der dritte Auslastungsrückgang in Folge hat ihnen offenbar den Optimismus geraubt. Der erwartete Auslastungswert von 1,20 ist der mit Abstand niedrigste seit Beginn der Prognoseerhebung im Juni 2014.

sabine.reifenberger[at]finance-magazin.de

Die vollständigen Ergebnisse des FINANCE M&A Panels können Sie hier kostenlos herunterladen. Weitere Panels, Studien und Datenbanken finden Sie unter der Rubrik FINANCE-Research.