Wechsel in der M&A-Beraterbranche: Wie FINANCE vorab erfahren hat, wird Volker Ruhl die M&A-Beratung Saxenhammer nach nicht einmal zwei Jahren verlassen und zum Branchenkollegen Taurus Advisory wechseln. Bei der M&A-Beratung, die ihren Sitz in Bad Soden bei Frankfurt hat, steigt Ruhl als Managing Director ein. Der Personal-Coup geht mit ambitionierten Zielen des Beratungshauses einher.
Volker Ruhl war zuvor bei NIBC
Taurus Advisory will von der Sektorexpertise Ruhls profitieren. Der M&A-Berater, der zuvor unter anderem bei Sal. Oppenheim, Metzler und KPMG tätig war und das M&A-Geschäft der NIBC aufbaute, bringt Erfahrung in den Sektoren Packaging und Business Services mit. In diesen Sektoren will Taurus Advisory künftig verstärkt Beratungsmandate an Land ziehen – sowohl auf der Buy- als auch auf der Sell-side.
Taurus Advisory berät vor allem Unternehmen aus den Bereichen Nahrungsmittel, Life Sciences und Healthcare, Automation und Elektrotechnik, Tiefbau sowie Facility Management und technische Gebäudeausstattung. Teil des 16-köpfigen Teams sind mit Hubert Stücke, Peter Bürger, Heinz Hänel und Thorsten Görke auch vier Senior Advisor, die spezielle Branchenexpertise mitbringen. Gründer und Managing Partner der M&A-Beratung ist Klaus Schmitte.
Taurus: Vom Small-Cap- zum Mid-Cap-Advisor
Der Beratungsschwerpunkt liegt bislang noch bei Small- und Mid-Cap-Mandaten ab 10 bis 150 Millionen Euro Transaktionsvolumen, zudem begleitet Taurus Advisory vor allem Nachfolgen. Das soll sich künftig ändern: „In den vergangenen Jahren haben wir immer wieder Deals im dreistelligen Millionenbereich begleitet – und in dieser Größenordnung möchten wir uns künftig auch etablieren“, sagt Schmitte im Gespräch mit FINANCE.
Dies soll auch mit der Unterstützung von Ruhl geschehen, der in der Vergangenheit nach eigener Aussage vor allem für klassische Mid-Cap-Transaktionen mandatiert war und sich in diesem Segment „wohler fühlt“. „In den vergangenen Jahren habe ich auch immer wieder bei kleineren Transaktionen beraten, jetzt möchte ich bei Taurus Advisory das Geschäft im klassischen Mittelstand vorantreiben“, so Ruhl.
Als Kunden kommen für die M&A-Beratung sowohl Unternehmen als auch Private-Equity-Investoren und deren Portfoliounternehmen in Frage. So hat Taurus Advisory unter anderem den Verkauf der Köberl Firmengruppe an den Finanzinvestor Gimv begleitet.
Taurus Advisory plant Internationalisierung
Mit Ruhls Einstellung soll die Personaloffensive noch nicht beendet sein. Taurus Advisory will noch vor dem Sommer auf mehr als 20 Mitarbeiter wachsen, mittel- bis langfristig sollen es 30 werden. „Und wir suchen Personal auf allen Ebenen“, so Gründer Schmitte.
Die Bad Sodener haben sich zudem für die kommenden Jahre die Internationalisierung auf die Fahnen geschrieben. „Wir möchten zunächst in der DACH-Region expandieren. Das große Ziel ist aber, in der Zukunft auch in Europa wahrgenommen zu werden“, erklärt Schmitte. Konkrete Pläne seien schon in der Umsetzung, welche genau, verriet die M&A-Beratung jedoch noch nicht.
Saxenhammer hat Digitaleinheit Zumera abgespalten
Zu den neuen Mandaten von Taurus Advisory könnten dann bald auch einige Saxenhammer-Kunden gehören – wie bei M&A-Beraterwechseln üblich, nimmt auch Ruhl sein Netzwerk mit. „Mir geht es natürlich vor allem darum, neue Mandanten an Land zu ziehen“, betont Ruhl. Dennoch hofft er, dass ihm „ein paar Stammkunden“ die Treue halten werden.
Saxenhammers Führungsspitze schrumpft mit dem Weggang von Ruhl zunächst auf drei Personen: Gründer und Managing Partner Christian Saxenhammer sowie die beiden Partner Nicholas Hanser und Matthias Grau. Im Februar dieses Jahres hat die M&A-Beratung ihre Digitaleinheit verselbständigt. Diese agiert seitdem unter dem Namen Zumera unter der Leitung von Felix Engelhardt und dem erst vor wenigen Wochen berufenen COO Marian Gerster.
Olivia Harder ist Redakteurin bei FINANCE sowie Chefin vom Dienst bei FINANCE-Online und verfolgt schwerpunktmäßig die aktuellen Entwicklungen im Private-Equity- und M&A-Geschäft. Sie hat Philosophie, Politikwissenschaften, Soziologie und Geographie an der Justus-Liebig-Universität in Gießen studiert, wo sie auch einen Lehrauftrag innehatte. Vor FINANCE arbeitete Olivia Harder in den Redaktionen mehrerer Wochen- und Tageszeitungen, unter anderem beim Gießener Anzeiger.
