Newsletter

Abonnements

Ein Viertel der CFOs will neue Mitarbeiter einstellen

Finanzchefs haben einer aktuellen Studie von Robert Half zufolge Schwierigkeiten, qualifizierte Finanzmitarbeiter zu finden.
iStock / Thinkstock / Getty Images

Ein Viertel der deutschen CFOs will die Finanzabteilungen ihrer Unternehmen in diesem Jahr ausbauen. Das ergab eine aktuelle Befragung des Personaldienstleisters Robert Half unter 6.350 CFOs, HR-Managern und CIOs durchgeführt, wovon rund 600 aus Deutschland stammen. 27 Prozent der deutschen CFOs planen demnach, zusätzliche Mitarbeiter im Finanz- und Rechnungswesen einzustellen. Rund 30 Prozent suchten dabei Mitarbeiter für die Bereiche Finance & Accounting, etwa jeweils 15 Prozent sind an Mitarbeitern für die Finanzplanung, die klassische Buchhaltung und den Bereich Steuern interessiert. Die restlichen Finanzchefs wollen ihren Compliance-Bereich verstärken.

Allerdings haben die CFOs der Studie zufolge Schwierigkeiten, qualifizierte Fachkräfte zu rekrutieren: Für 59 Prozent der befragten Unternehmen ist die Suche nach Buchhaltern, Controllern und anderen Fachkräften der Finanzabteilung schwierig, für knapp ein Drittel sehr schwierig. „Die Mitarbeiter aus dem Finanz- und Rechnungswesen sind wählerischer geworden“, sagt Sven Hennige, Managing Director Central Europe & Germany von Robert Half International. „Geld allein ist nicht mehr ausschlaggebend.“ Zunehmend zählten auch das Employer Branding, die Aus- und Weiterbildungschancen sowie mögliche Auslandaufenthalte in die Auswahlkriterien der Kandidaten.

CFOs fürchten Verlust von Topmitarbeitern

Hinzu kommt, dass die Arbeitnehmer in den Finanzabteilungen nicht mehr so wechselwillig sind, wie noch vor fünf oder zehn Jahren. „Der Sicherheitsanspruch der Angestellten ist in den vergangenen Jahren erheblich gestiegen“, sagt Hennige. „Mitarbeiter wechseln nur noch, wenn sie eine deutliche Verbesserung feststellen.“ Dennoch befürchten zwei Drittel der CFOs, dass sie leistungsfähige Finanzmitarbeiter im ersten Halbjahr an Wettbewerber verlieren werden. 13 Prozent der befragten Finanzchefs sind sogar sehr besorgt.

Hinzu kommt, dass die CFOs ihren Mitarbeiter nur selten Gehaltserhöhungen in Aussicht stellen können. Denn fast zwei Drittel der Unternehmen frieren die Gehälter in den kommenden sechs Monaten ein, der Rest will allerdings Anpassungen nach oben vornehmen. Für die Mitarbeiter im Finanz- und Rechnungswesen dürfte sich dadurch im Regelfall nichts ändern. „Das Gehaltsniveau ist derzeit relativ stabil“, sagt Hennige. „Es hat sich im Vergleich zu 2007 und 2008, als die Mitarbeiter aus dem Finanz- und Rechnungswesen noch Gehaltssteigerungen von bis zu 30 Prozent fordern konnten, wieder nivelliert und angeglichen.“ Ihm zufolge können beispielsweise Buchhalter mit einem Einstiegsgehalt in Höhe von 32.000 Euro bis 37.000 Euro rechnen. Leitende Mitarbeiter aus dem Finanz- und Rechnungswesen könnten heutzutage 70.000 Euro bis 75.000 Euro erwarten. Davon werden über alle Mitarbeiterstufen hinweg 10 bis 20 Prozent in Form eines Bonus ausgeschüttet. „Heutzutage erhalten beispielsweise auch Sachbearbeiter einen Teil ihrer Vergütung über einen an der Leistung orientierten Bonus“, erklärt Hennige. „Das war 2008 noch viel seltener.“

sabine.paulus[at]finance-magazin.de

+ posts

Sabine Paulus ist seit 2008 Redakteurin beim Fachmagazin FINANCE und der Online-Publikation DerTreasurer. Ihre Themenschwerpunkte sind Personal, Organisation, Karriere und Finanzierung. Sie ist M.A. und hat an der Universität Konstanz unter anderem das Hauptfach Deutsche Literatur studiert.

FINANCE Daily Newsletter
Das Wichtigste aus der FINANCE-Welt – täglich direkt in Ihr Postfach.
Jetzt abonnieren »
Jetzt abonnieren »
FINANCE Daily Newsletter