Britta Schmidt wird neue Finanzchefin der Scout24-Tochter Autoscout24.

Scout24

27.09.19
CFO

Autoscout24 schafft mit Britta Schmidt einen CFO-Posten

Britta Schmidt, bisher Leiterin IR bei Scout24, wird nach FINANCE-Informationen Finanzchefin von Autoscout24. Mit der Schaffung einer dezidierten CFO-Position scheint die Trennung von der Tochter wahrscheinlicher zu werden.

Wegweisende Veränderung bei Autoscout24: Die Tochter des MDax-Konzerns Scout24 beruft FINANCE-Informationen zufolge Britta Schmidt zur neuen Finanzchefin. Scout24 schafft damit erstmals seit dem Börsengang 2015 einen eigenen CFO-Posten bei der Tochter.

Schmidt arbeitete bis zuletzt als Chefin der Investor-Relations-Abteilung bei der Mutter. Ihren Job als IR-Leiterin hat jetzt schon Ursula Querette übernommen. Britta Schmidt soll ihren neuen Posten Anfang 2020 beziehen, wie FINANCE erfahren hat. In ihrer neuen Rolle wird sie an den Scout24-Vorstand berichten. Damit stärkt der Mutterkonzern die Position seiner Sparte. Scout24 war für eine Stellungnahme zu der Personalie nicht zu erreichen.

Die designierte Finanzchefin kennt den Scout24-Konzern gut: Sie kam 2010 als Managerin Controlling zur Scout24 Holding und arbeitete sich im rasanten Tempo nach oben, bis sie vor gut zwei Jahren zum Vice President Investor Relations & Controlling bei der Scout24 Gruppe berufen wurde. Vor ihrer Zeit bei Scout24 arbeitete sie unter anderem bei der Siemens-Tochter Siemens Enterprise Communications (heute Unify).

Scout24 prüft „alle Alternativen“ für Autoscout24

Vor dem Hintergrund der jüngsten Ereignisse bei Scout24 gewinnt die Personalie an Brisanz: Sie könnte einen Hinweis darauf geben, wie es um die Zukunft von Autoscout24 steht. Vor gut zwei Monaten hat der aktivistische Investor Elliott drastische Veränderungen bei Scout24 verlangt, darunter auch die Abspaltung von Autoscout24. Laut Elliott könne sich Scout so besser auf seine Immobiliensparte mit dem Portal Immobilienscout24 konzentrieren.

Das Scout24-Management beugte sich kurz darauf offensichtlich dem Druck des Hedgefonds und vermeldete, „alle Alternativen“ für die Konzerntochter prüfen zu wollen. Konkret sprach Scout24-CEO Tobias Hartmann davon, sich neben dem Verkauf der Sparte auch einen Teil-Börsengang vorstellen zu können. Der Vorstandschef kündigte an, auf dem Kapitalmarkttag Ende November mehr über die Zukunft des Autoportals zu sagen.

Die Berufung eines eigenständigen Autoscout24-CFOs könnte man nun als weiteren Schritt Richtung Eigenständigkeit der Sparte deuten.

Britta Schmidt ist versierte Kapitalmarktkommunikatorin

Vor wenigen Tagen erst berichtete die Nachrichtenagentur „Bloomberg“, dass Scout24 bereits einen Verkaufsprozess für das Portal eingeleitet habe und potentiellen Interessenten wie Beteiligungsgesellschaften sowie Konkurrenten Informationen zur Sparte habe zukommen lassen.

Als mögliche Interessenten gelten der Finanzinvestor Permira sowie das Berliner Start-up Auto1.

Man sei derzeit dabei, das Geschäft zu überprüfen, zitierte die Agentur damals einen Scout24-Sprecher. Solche Schritte würden dazugehören. Es gebe aber noch keine finalen Entscheidungen.

Dass mit Schmidt zudem eine Managerin bei Autoscout24 einsteigt, die als Investor-Relations-Verantwortliche ein bekanntes Gesicht am Kapitalmarkt ist, könnte ein Indiz dafür sein, dass Scout24 sich die Möglichkeit eines IPO der Tochter explizit offen halten möchte.

olivia.harder[at]finance-magazin.de

Der Anteil an Frauen auf dem CFO-Posten steigt langsam. Welche Frauen zuletzt berufen wurden und welche Herausforderungen sie sehen, lesen Sie auf der Themenseite Frauen in Finance.

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