Deutsche Bahn AG/Max Lautenschlaeger

19.07.18
CFO

Bahnchef Lutz soll offenbar CFO-Posten abgeben

Bahnchef Richard Lutz gibt offenbar das CFO-Ressort ab. Einen Nachfolger für den Posten soll es schon geben – einen der bekanntesten Ex-Investmentbanker Deutschlands.

Bahnchef Richard Lutz soll offenbar die Leitung des Finanzressorts abgeben. Der langjährige Finanzchef der Bahn hatte die Aufgaben als CFO nach seiner Berufung zum Vorstandsvorsitzenden im März 2017 in Personalunion weiter ausgeführt. Lutz, der den CEO-Posten zunächst interimistisch besetzte, hatte sich damals überraschend als neuer Konzernchef durchgesetzt.

Die Nachrichtenagentur Dpa-AFX berichtet nun unter Berufung auf Aufsichtsratskreise, dass die beiden Aufgaben im Laufe dieses Jahres wieder getrennt werden sollen. Zuvor hatte bereits das „Manager Magazin“ über solche Pläne berichtet. Die Deutsche Bahn wollte sich auf Nachfrage zu diesen Meldungen nicht äußern.

In einem Interview mit der „Börsenzeitung“ sagte Lutz vor wenigen Tagen, dass niemand vorhabe, aus dieser Doppelfunktion eine Dauerlösung zu machen. Er sagte allerdings auch, dass kein Zeitdruck bestehe. Da er aus dem Finanzressort komme, belaste ihn die CFO-Funktion nicht übermäßig.

Richard Lutz besetzt CFO-Posten seit 2010

Es wäre in der Tat der erste Wechsel an der Finanzspitze des Konzerns seit langem: Richard Lutz besetzt den Posten bereits seit 2010. Auch davor war er bereits jahrelang für den Staatskonzern tätig. Der Sohn einer Eisenbahnerfamilie begann seine Laufbahn bei der Deutschen Bahn 1994.

Nach verschiedenen leitenden Tätigkeiten übernahm der 2003 die Leitung des Bereichs Konzerncontrolling. Sieben Jahre später folgte dann der Aufstieg zum Finanzvorstand.

Alexander Doll als neuer Bahn-CFO gehandelt

Bereits in seiner Sitzung im September könnte der Aufsichtsrat die Trennung der Aufgaben beschließen, heißt es bei Dpa-AFX weiter. Einen möglichen Nachfolger soll es auch schon geben: Alexander Doll, Vorstandsmitglied und für die Bereiche Güterverkehr und Logistik zuständig, stehe demzufolge bereit. Es sei denkbar, dass Doll das Finanzressort zusätzlich zu seinen bisherigen Aufgaben verantworte, berichtet Dpa.

Doll war einer der bekanntesten Investmentbanker Deutschlands: Bevor er im April 2018 in den Vorstand der Deutschen Bahn rückte, war er CEO von Barclays Germany und Head of Banking von Barclays in der DACH-Region. Zuvor war er Managing Director und Co-Head des Investmentbankings von Lazard.

Doll hat einen recht ungewöhnlichen Hintergrund für einen Investmentbanker: Er studierte zunächst Philosophie, schloss das Studium aber nicht ab. Zwischenzeitlich arbeitete er als Komparse an der Oper. Später studierte er an der Frankfurt School of Finance & Management.

antonia.koegler[at]finance-magazin.de