Eine lange Bayer-Karriere geht zu Ende. CFO Johannes Dietsch will den Konzern verlassen.

Bayer

27.04.17
CFO

Bayer-CFO Dietsch macht Schluss

Nach dem Mega-Deal will er gehen: Johannes Dietsch gibt seinen CFO-Posten bei Bayer auf, wenn die Monsanto-Übernahme abgeschlossen ist. Damit endet nach mehr als drei Jahrzehnten eine große Bayer-Karriere.

Bayer muss sich einen neuen Finanzvorstand suchen. Der bisherige Finanzchef Johannes Dietsch wird das Unternehmen auf eigenen Wunsch verlassen, wie Bayer heute mitteilte. Allerdings geht der 55-Jährige nicht sofort, sondern wird dem Pharmakonzern noch bis Ende Mai 2018 erhalten bleiben. Bis dahin hat der Aufsichtsrat seinen Vertrag verlängert.

Johannes Dietsch, der seit 2014 den Posten als Finanzchef besetzt, wird also die milliardenschwere Übernahme des US-Saatgutherstellers Monsanto noch bis zum Closing begleiten – so zumindest der Plan von Bayer. „Mit der Ausarbeitung der Details zur Finanzierung der Übernahme von Monsanto sowie den laufenden Genehmigungs- und Integrationsprozessen liegen noch wesentliche Meilensteine der Transaktion vor uns“, begründet Aufsichtsratschef Werner Wenning den Zeitplan für den CFO-Wechsels. Diese wichtigen Phase werde Johannes Dietsch mit seiner Expertise maßgeblich begleiten, um die Akquisition von Monsanto erfolgreich abzuschließen, so Wenning weiter.

Bayer strebt ein Closing des Mega-Deals bis Ende des Jahres an. Allerdings haben sich bei den beiden anderen großen Fusionen im Crop-Science-Bereich – Chemchina/Syngenta und Dow Chemical/Dupont – die Freigaben durch die Kartellbehörden lange verzögert. Daher gilt auch der Bayer-Zeitplan als ambitioniert. Möglicherweise ist der Monsanto-Deal also noch nicht in trockenen Tüchern, wenn Dietschs Vertrag ausläuft.

Bayer-CFO Dietsch muss noch M&A-Finanzierung stemmen

Dass der erfahrene Finanzchef dem Konzern noch eine Weile zur Verfügung steht, ist für Bayer trotzdem eine gute Nachricht. Denn nicht nur im Freigabeprozess, sondern auch für die komplexe Finanzierung des 66 Milliarden Euro schweren Deals steht noch viel Arbeit an. 19 Milliarden Euro will der CFO in diesem Jahr über eine Kapitalerhöhung einsammeln, für die Refinanzierung des Brückenkredits stehen weitere Kapitalmarkttransaktionen an.

Den Auftakt machte Dietsch im vergangen November mit einer Pflichtwandelanleihe, Anfang März trennte sich Bayer von einem Covestro-Aktienpaket, was 1,5 Milliarden Euro einbrachte. Auch der Verkauf weiterer Covestro-Aktien zur Refinanzierung der Monsanto-Übernahme gilt als wahrscheinlich.

Dietsch-Nachfolge wieder Bayer-intern?

Wer Dietschs Nachfolge antreten wird, ist noch offen. Klar ist lediglich, dass der neue zukünftige Finanzchef große Fußstapfen zu füllen hat: Dietsch war 35 Jahre lang in unterschiedlichen Funktionen für Bayer tätig und dürfte den Konzern deshalb so gut kennen wie sonst nur wenige. Neben dem Finanzressort war er auch für die Regionen Asien/Pazifik und Nordamerika zuständig.

Seine Karriere begann er in den achtziger Jahren mit einer Ausbildung zum Industriekaufmann und Wirtschaftsassistenten bei Bayer. Es folgten verschiedene leitende Positionen innerhalb des Unternehmens. Dazu zählte unter anderem der Posten als Chief Financial Officer für den Finanz- und Verwaltungsbereich bei Bayer Japan. Später übernahm Dietsch eine Zeitlang die Position als Landessprecher und CFO bei Bayer China.

Dietschs Lebenslauf ähnelt sehr stark der Vita von Bayer-Chef Werner Baumann, Dietschs Vorgänger auf dem CFO-Sessel. Hält Bayer an seiner Managementtradition fest, dürfte auch Dietschs Nachfolger wieder aus den eigenen Reihen kommen.

antonia.koegler[at]finance-magazin.de

Erfahren Sie mehr über den Werdegang von Johannes Dietsch auf seinem Profil bei FINANCE-Köpfe.

FINANCE-CFO-Wechsel

Sie wollen immer auf dem Laufenden bleiben, welcher Finanzchef wohin wechselt? Wo gerade ein Posten frei ist? Dann laden Sie unsere FINANCE-CFO-Wechsel  herunter, die alle öffentlich kommunizierten CFO-Wechsel im deutschsprachigen Raum enthalten.