Nachdem CFO Michael Morgenstern den Posten abgegeben hat wird Stefan Knoll interimistisch die Finanzen der DFV übernehmen. 2019 fiel der Verlust des Unternehmen geringer aus als gedacht

DFV Deutsche Familienversicherung AG

10.01.20
CFO

CFO Michael Morgenstern verlässt Insurtech DFV

Finanzvorstand Michael Morgenstern und die Deutsche Familienversicherung (DFV) gehen künftig getrennte Wege. Interimsweise übernimmt CEO Stefan Knoll die Finanzen des Insurtechs, dessen Jahresverlust geringer ausfiel als erwartet.

Michael Morgenstern ist nicht mehr CFO der Deutschen Familienversicherung (DFV). Der Finanzvorstand hat „sein Amt als Vorstand im Einvernehmen mit dem Aufsichtsrat zum 31. Dezember 2019 aus persönlichen Gründen niedergelegt“, heißt es am Freitag in einer Pressemitteilung des Frankfurter Insurtechs. Das Unternehmen betreibt eine digitale Plattform für den Vertrieb und die Verwaltung von Krankenzusatz- und Sachversicherungen.    

Das Unternehmen verlassen hat er aber noch nicht. Morgenstern wird noch bis Ende März seine Tätigkeiten im Bereich Finanzen fortführen, allerdings nicht mehr aus dem Vorstand heraus – ein eher ungewöhnlicher Schritt. Bis ein Nachfolger für den Posten des Finanzvorstands gefunden ist, wird CEO Stefan Knoll das Finanzressort leiten.

Ex-CFO Morgenstern begleitete DFV-IPO

Morgenstern stieg im Mai 2018 als CFO bei der DFV ein und folgte auf Georg Jüngling. Damit blieb er seiner Branche treu, davor arbeitete Morgenstern rund 19 Jahre bei dem Rückversicherer General Re in Köln. Dort fing er als Deputy Department Head Financial Reporting an und arbeitete unter anderem als Financial Controller, bis er 2013 schließlich zum CFO befördert wurde. Vor seiner Zeit bei General Re arbeitete er vier Jahre lang bei PwC.

Bei der DVF begleitete er im Dezember 2018 den IPO. Dieser verlief aber durchaus holprig. Der erste Anlauf wurde wegen des – wie es damals hieß – „schwierigen Kapitalmarktumfelds“ abgesagt, bereits zwei Wochen startete das Insurtech aber einen zweiten Versuch. Den Investoren machte das Unternehmen dafür massive Zugeständnisse und halbierte die Preisspanne nahezu. Die Aktie wurde mit 12,30 Euro am unteren Ende der Spanne platziert.

DFV verbuchte 2019 4,5 Millionen Euro Verlust

Nachdem sich der Kurs im folgenden Jahr leicht darunter bewegte, macht er Ende November einen großen Sprung nach oben – Grund dafür war ein neu gelaunchtes gemeinsames Versicherungsprodukt mit der R+V und Barmenia. Aktuell notiert das Papier bei über 19 Euro.

Als Direktversicherer hat das Insurtech vor allem mit hohen Werbekosten zu kämpfen. Doch die Zahlen, die das Unternehmen heute veröffentlicht hat, zeigen in eine positive Richtung. Die DFV verbuchte 2019 einen geringeren Verlust als erwartet. Im Frühjahr noch prognostizierte das Unternehmen einen Verlust von 9 bis 11 Millionen Euro, schlussendlich waren es aber 4,5 Millionen Euro.

CEO und Interims-CFO Stefan Knoll gibt sich zufrieden mit der Zahl: „Wir haben unsere ambitionierten Ziele erreicht. Dank des hohen Einsatzes unserer Mitarbeiter konnten wir das starke Geschäftswachstum mit relativ geringem Personaleinsatz stemmen“, lässt er sich in einer Pressemitteilung zitieren.

Konkret führten vor allem die Verträge im Neugeschäft zu einem geringeren Verlust. 2019 schloss die DFV 100.034 Neuverträge ab, das sind 81 Prozent mehr als im Vorjahr. Auch die Bestandsbeiträge erhöhten sich und stiegen auf 101 Millionen Euro, Ende 2018 waren es 75,7 Millionen Euro. Die gebuchten Bruttobeiträge erhöhten sich um 37 Prozent auf 91 Millionen Euro.

sarah.backhaus[at]finance-magazin.de