CFO Ulrich-Nicolaus Kranz verlässt den Autozulieferer Ende des Jahres. Er arbeitet seit 2007 für die Nordhrein-Westfalen.

Kiekert

18.10.18
CFO

CFO und Sanierer Kranz verlässt Kiekert

Finanzchef Ulrich-Nicolaus Kranz verabschiedet sich vom Autozulieferer Kiekert. Er hat die langjährige Sanierung begleitet. Den CFO-Posten hatte Kranz jedoch erst vor einem Jahr übernommen.

Bei dem Autozulieferer Kiekert geht eine Ära zu Ende: Die Rheinländer haben mitgeteilt, dass Finanzchef Ulrich-Nicolaus Kranz sein Amt zum Jahreswechsel niederlegen wird. Der Schritt erfolge „auf eigenen Wunsch“. Der 49-Jährige verantwortet derzeit noch die Bereiche Compliance, Controlling, Finanzen, Human Resources, Internal Audit, IT, Joint Ventures, Legal und Strategie.

Kranz ist erst seit September 2017 Kiekert-CFO, arbeitet aber schon deutlich länger für den Türschlosshersteller. Vor seiner Ernennung zum Finanzvorstand hat er als Chief Strategy Officer die Restrukturierung des Unternehmens begleitet. Der Hintergrund: Zur Jahrtausendwende hatte der Finanzinvestor Permira den Schließsystemhersteller gekauft und Kiekert hohe Schulden aufgebürdet. Die Zinsen konnten die Nordrhein-Westfalen nach Verlusten nicht mehr bedienen. 

Ulrich-Nicolaus Kranz hat Kiekert saniert

Permira veräußerte Kiekert 2007 an eine Gläubigergruppe um Bluebay, Silver Point und Morgan Stanley. Zu diesem Zeitpunkt kam auch Kranz als Sanierer ins Unternehmen. Er begleitete 2012 dann den Verkauf der Aktienmehrheit an den chinesischen Autozulieferer North Lingyun. Zusätzlich richtete Kranz Kiekert mit Werkseröffnungen in Brasilien, Russland und Korea internationaler aus. Zuletzt kam das Unternehmen auf einen Umsatz von 830 Millionen Euro.

Seine Karriere hatte der studierte Jurist und Betriebswirt Kranz bei Metzler van Betteray als Insolvenzverwalter begonnen. Später wechselte er zum Unternehmensberater Droege, ehe es ihn zu Kiekert zog.

Kiekert will Kranz-Nachfolger noch nicht nennen

Der Nachfolger von Kranz bei dem Autozulieferer steht indes schon fest. Dieser sei bereits unter Vertrag, werde aber erst in den kommenden Wochen bekanntgegeben, schreibt Kiekert. Um wen es sich handelt und warum man die Personalie erst zu einem späteren Zeitpunkt bekanntgibt, wollte eine Sprecherin auf FINANCE-Nachfrage nicht kommentieren.

Mit der Berufung eines neues CFOs setzt Kiekert nun den Umbau des Vorstands fort: Seit Juli ist außerdem Guido Hanel als neuer CEO an Bord. Er will das Geschäft weiter auf China und die angrenzenden Länder ausrichten.

jakob.eich[at]finance-magazin.de