Joachim Ringer wechselt von der Deutschen Bank zur Credit Suisse.

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14.09.15
CFO

Credit Suisse holt Joachim Ringer und baut um

Credit Suisse rüstet in Deutschland auf: Mit Joachim Ringer stellt die Schweizer Großbank Nicolo Salsano einen neuen Co-Head für das Investmentbanking in Deutschland und Österreich zur Seite. Global will Credit-Suisse-Chef Tidjane Thiam das Investmentbanking dagegen offenbar massiv eindampfen.

Joachim Ringer wechselt zum 1. Januar 2016 zur Credit Suisse. Der langjährige Deutschbanker wird dort gemeinsam mit Nicolo Salsano das Investmentbanking in Deutschland und Österreich führen, wie die Schweizer Großbank bekanntgab. Salsano hatte die Leitung des deutschen Investmentbankings im Mai 2013 übernommen. Dass ihm nun ein Co-Head zur Seite gestellt wird, erklärte eine Sprecherin gegenüber FINANCE mit dem gut laufenden Geschäft in Deutschland: „Mit zwei Seniors an der Spitze hat die Credit Suisse mehr Schlagkraft, um in Deutschland weiter zu wachsen.“

Ein Blick auf die League Tables zeichnet jedoch ein etwas anderes Bild: Im Bereich Equity Capital Markets liegt die Credit Suisse im Jahr 2015 in der DACH-Region Dealogic-Zahlen zufolge mit einem Dealvolumen von rund 1,54 Milliarden US-Dollar auf Rang 9. Im M&A-Markt mit zehn beratenen Deals stehen die Schweizer derzeit auf dem 8. Platz. Im Vorjahr hatte Credit Suisse jeweils auf Rang 6 gelegen.

Credit Suisse will Investmentbanking beschneiden

Während Deutschland offenbar weiterhin als Wachstumsmarkt gilt, will die Schweizer Großbank ihr weltweites Investmentbanking dagegen offenbar radikal kürzen: So soll unter anderem das Prime-Brokerage-Geschäft massiv verkleinert werden, wie die Zeitung „Schweiz am Sonntag“ berichtet. Neben der Abwicklung und Finanzierung von Finanzgeschäften für Hedge-Fonds soll auch das Fixed-Income-Geschäft zurechtgestutzt werden.

Schon Ende Oktober sollen die Pläne für den Umbau vorgelegt werden, so das Blatt. Credit Suisse wollte sich dazu nicht äußern. Der neue Chef der Schweizer Großbank, Tidjane Thiam, hatte bereits bei seinem Amtsantritts im Juli angekündigt, die Strategie der Bank grundlegend zu überprüfen. Bereiche, die viel Kapital verschlingen, könnten eingedampft werden.

Joachim Ringer kommt von der Deutschen Bank

Bei der Credit Suisse könnte Joachim Ringer dadurch mit noch stärkeren Kürzungen im Investmentbanking konfrontiert sein  als bei seinem Noch-Arbeitgeber: Ringer kommt von der Deutschen Bank, wo er seit 2006 im Investmentbanking tätig ist. Auch die Deutsche Bank will im Rahmen ihrer „Strategie 2020“ das kapitalintensive Investmentbanking abspecken, allerdings wohl deutlich weniger radikal als die Credit Suisse.


Ringer wird bei Credit Suisse an die Co-Heads für das Investmentbanking in der Region EMEA, Marisa Drew und Mark Echlin, berichten. Eine weitere Berichtslinie verläuft an Helene von Roeder, die vor einem Jahr als Deutschland-Chefin der Credit Suisse angetreten ist. Von Roeder arbeitete zuvor viele Jahre für Morgan Stanley – einige Zeit parallel mit Ringer, der 13 Jahre für die US-Bank in verschiedenen Positionen in Frankfurt und London tätig war.


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