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Ex-Bilfinger-CFO Christina Johansson geht zu Dormakaba

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Christina Johansson, die ehemalige CFO von Bilfinger, geht zu Dormakaba. Foto: Dormakaba
Christina Johansson, die ehemalige CFO von Bilfinger, geht zu Dormakaba. Foto: Dormakaba

Neue Aufgabe für Christina Johansson: Die 56-Jährige wird mit Wirkung zum 1. Dezember zur neuen CFO und Mitglied der Konzernleitung der schweizerischen Dormakaba Gruppe berufen. Dort folgt sie auf Kaspar W. Kelterborn, der seit April als Interims-CFO tätig ist.

Christina Johansson verließ Bilfinger überraschend

Johansson war seit 2018 für den Industriedienstleister Bilfinger als CFO und teilweise als Interims-CEO tätig. Sie verließ Bilfinger im Juni überraschend auf eigenen Wunsch. Johanssons Weggang kam unter anderem deshalb unerwartet, weil dieser nicht zu ihren Aussagen passte, die sie im FINANCE-Interview wenige Monate zuvor getätigt hatte. Damals hatte die erfahrene Managerin mit Blick auf die vielen Vorstandswechsel bei Bilfinger noch für Beständigkeit geworben: „Ich habe mir nach meinem Amtsantritt das Ziel gesetzt, zu Stabilität und Kontinuität beizutragen, und möchte das auch die nächsten Jahre weitermachen.“

Johansson hatte bei Bilfinger die Transformation vorangetrieben. Unter ihrer Ägide hatte das Unternehmen, das lange in der Krise steckte, erstmals seit langer Zeit wieder ein respektables Ergebnis eingefahren.

Christina Johansson soll Wachstumsstrategie mit vorantreiben

Bei dem Schweizer Anbieter für Zutrittslösungen Dormakaba soll Johansson nun die im Vorjahr verkündete Wachstumsstrategie mit vorantreiben. Mit dieser will sich das an der SIX Swiss Exchange notierte Unternehmen auf sein Kerngeschäft und seine Kernmärkte konzentrieren.

Der organische Umsatz soll demnach mittelfristig jährlich um 3 bis 5 Prozent gesteigert werden. Zudem strebt Dormakaba eine bereinigte Ebitda-Marge von 16 bis 18 Prozent und ein Return on Capital Employed (ROCE) von mehr als 30 Prozent ab dem Geschäftsjahr 2023/2024 an.

Bislang liegt das Unternehmen beim anvisierten organischen Umsatzwachstum im Plan. Dieses legte im Geschäftshalbjahr 2021/2022 um 7,7 Prozent zu, 3,5 Prozent davon waren allerdings preisbedingt. Der Nettoumsatz lag bei rund 2,8 Milliarden Schweizer Franken. Das bereinigte Ebitda stieg verglichen mit dem Vorjahr um 2,8 Prozent auf 372 Millionen Schweizer Franken. Die bereinigte Ebitda-Marge lag mit 13,5 Prozent 1 Prozentpunkt niedriger als im vorangegangenen Berichtszeitraum.

Trotz der angespannten geopolitischen und wirtschaftlichen Lage, möchte Dormakaba an seiner Wachstumsstrategie festhalten. Für das 1. Geschäftshalbjahr 2022/2023 rechnet das Unternehmen mit einem organischen Umsatzwachstum, das leicht über den anvisierten 3 bis 5 Prozent liegt, und einer bereinigten Ebitda-Marge von 13 Prozent.

Christina Johansson kehrt in die Schweiz zurück

„Dormakaba ist ein Unternehmen mit großem Potential, das in einer attraktiven Branche tätig ist. Ich freue mich auf meine Tätigkeit bei Dormakaba und die Zusammenarbeit mit dem Team, um Chancen in beschleunigtes profitables Wachstum zu verwandeln“, wird Johansson in der Ad hoc-Mitteilung zitiert.

In ihrer Karrierelaufbahn hatte sie immer wieder Positionen bei Schweizer Unternehmen inne. Vor ihrer Zeit bei Bilfinger war sie von 2016 bis 2018 CFO der Bucher Industriegruppe und von 2014 bis 2016 für die SR Technics Gruppe in derselben Position sowie als stellvertretende CEO tätig. Johanssons berufliche Laufbahn begann 1993 als Financial Controllerin bei dem schwedischen Sicherheitskonzern Securitas. Von 1996 bis 2005 hatte sie Führungspositionen im Finanzbereich des Verpackungsherstellers Amcor inne, bevor sie für zwei Jahre CFO und CEO beim Schweizer Energieversorger Zeag war. Johansson ist darüber hinaus Mitglied des Verwaltungsrats und Vorsitzende des Prüfungsausschusses der Schweizer Emmi Gruppe und der About You Gruppe.

Der interimistische CFO Kaspar W. Kelterborn soll bis Ende des Jahres bei Dormakaba bleiben, um den Übergang möglichst reibungslos zu gestalten. Der 58-Jährige hatte den CFO-Posten zum 1. April übergangsweise von Bernd Brinker übernommen, bis eine permanente Nachfolge gefunden wird. Wohin es den erfahrenen Manager zieht, der in seiner Laufbahn schon mehrere Positionen als Chief Financial Officer in Industrieunternehmen inne hatte, ist bislang nicht bekannt. 

falk.sinss[at]finance-magazin.de

Falk Sinß ist Redakteur bei FINANCE. Er hat Soziologie, Politologie und Neuere und Mittlere Geschichte in Frankfurt am Main sowie in Mainz Journalismus studiert, wo er auch einen Lehrauftrag inne hatte. Vor seiner Zeit bei FINANCE war Falk Sinß drei Jahre Redakteur der Zeitschrift Versicherungswirtschaft und zehn Jahre für verschiedene Medien des Universum Verlags tätig.