Faraday Future

13.11.17
CFO

Ex-Deutsche-Bank-CFO Stefan Krause verlässt Faraday im Streit

Erst im März hatte Stefan Krause, der ehemalige Finanzchef der Deutschen Bank, den CFO-Posten beim chinesischen Start-up Faraday Future übernommen. Nun gehen sie wieder getrennte Wege – Faraday erhebt schwere Vorwürfe gegen Krause.

Es war nur ein kurzes Intermezzo für Stefan Krause bei dem chinesischen Elektroauto-Hersteller Faraday Future: Erst im März dieses Jahres hatte der ehemalige Finanzchef der Deutschen Bank bei dem Start-up den CFO-Posten übernommen, jetzt hat er das Unternehmen wieder verlassen. Und das nicht ohne Aufsehen: Offenbar haben sich die beiden Parteien in Missstimmung getrennt.

Am vergangenen Freitag hat der Hersteller von Elektroautos eine Pressemitteilung veröffentlicht, die es in sich hat. Darin erhebt das Unternehmen schwere Vorwürfe gegen seinen ehemaligen Finanzchef.

Faraday prüft rechtliche Schritte gegen Stefan Krause

Faraday wirft Krause in dieser Mitteilung eine „mögliche Rechtsverletzung“ und „Amtsuntreue“ vor, ohne auf Details einzugehen. Außerdem hätte Krauses „fehlende Bereitschaft, sich am Erreichen der Zielsetzungen von Faraday Future zu beteiligen, zu erheblichen Schäden für Faraday Future und seinen Investoren geführt“.

Faraday ist zudem der Ansicht, dass Krause durch sein Handeln innerhalb des Konzerns die Beschaffung von finanziellen Mitteln behindert hätte. Der Konzern prüft laut eigenen Angaben nun rechtliche Schritte gegen Krause.

Stefan Krause bestreitet Fehlverhalten

Laut einem Bericht des „Manager Magazins“ hat sich jetzt auch Krause selbst zu den Vorwürfen geäußert. Demnach seien die Vorwürfe „haltlos und verleumderisch“. Der 55-Jährige habe nach eigenen Angaben am 14. Oktober von sich aus gekündigt, und das nicht aus den von Faraday Future genannten Gründen.

Vielmehr seien es laut des Artikels die chaotischen Zustände innerhalb des Konzerns, die ihn dazu bewegt hätten, dem Unternehmen den Rücken zu kehren. Das Online-Magazin beruft sich bei seinen Informationen auf Unternehmenskreise. Krause habe das Unternehmen verlassen, weil er befürchtete, wegen Insolvenzverschleppung belangt werden zu können.

Auch Ex-BMW-Manager Ulrich Kranz ist gegangen

Gemeinsam mit Krause hat auch der Faraday-Technikchef Ulrich Kranz das Unternehmen verlassen. Kranz war erst im Juni vom Automobilkonzern BMW zu Faraday gewechselt. Bei dem bayrischen Unternehmen war der CTO zuvor für die Konzeption der i-Modellreihe verantwortlich. Für Faraday sollte Kranz eigentlich ein Elektroauto entwickeln, das spätestens 2019 auf den Markt kommen soll.  

Wohin es Krause jetzt zieht, ist nicht bekannt. Nach seiner Zeit als Finanzchef bei der Deutschen Bank hatte der Manager im Juni 2016 als Senior Advisor beim Private-Equity-Investor Warburg Pincus angeheuert, bevor er zu Faraday Future wechselte.

andreas.mehring[at]finance-magazin.de