Finanzchefin Kathrin Dahnke verlässt das Familienunternehmen Werhahn zum Jahresende.

Werhahn KG

28.10.19
CFO

Finanzchefin Dahnke verlässt Werhahn

Kathrin Dahnke gibt zum Jahresende ihren Posten als Finanzchefin bei Werhahn auf. Die 59-Jährige war vor fünf Jahren als erste Frau in den Vorstand des Familienunternehmens berufen worden.

Das traditionsreiche Familienunternehmen Werhahn muss sich einen neuen Finanzchef suchen: Die amtierende CFO Kathrin Dahnke wird den Konzern zum Jahresende verlassen, wie die Neusser bekannt gaben. Die Entscheidung sei in Abstimmung mit dem Verwaltungsrat erfolgt. Über die Gründe des Weggangs ist nichts bekannt.

Dahnke hat dann mehr als fünf Jahre lang die Finanzen bei Werhahn verantwortet. Die heute 59-Jährige kam im April 2014 als erste Frau in den Vorstand des mehr als 175 Jahre alten Familienunternehmens und folgte damit auf Michael Werhahn. Zuvor sammelte sie CFO-Erfahrung beim Werkzeugmaschinenbauer DMG Mori Seiki und dem Prothesenhersteller Ottobock. Ihren beruflichen Weg hat sie nach dem Studium der Betriebswirtschaft im Controlling bei Beiersdorf begonnen.

Bei Werhahn arbeitete sie zunächst mit dem damaligen Vorstandschef Anton Wehrhahn zusammen, vor eineinhalb Jahren übernahm dann Paolo Dell´Antonio diesen Posten. Lange Zeit war Dahnke auch für den Finanzierungsarm Abcfinance zuständig, seit Mai hat aber Alexander Boldyreff dieses Amt übernommen und agiert seitdem als dritter Vorstand neben Dahnke und Dell’Antonio.

Werhahn hat sich unter Dahnke gut entwickelt

Dahnke hinterlässt ein solides Unternehmen: Im vergangenen Jahr hat die Gruppe, die aus den drei Sparten Konsumgüter, Baustoffe und Finanzdienstleistungen besteht, rund 3,5 Milliarden Euro umgesetzt. Das ist ein Plus von 5 Prozent zum Vorjahr, verglichen mit dem Umsatz zu Dahnkes Amtsantritt 2014 ein Plus von 11 Prozent.

Das Ergebnis vor Steuern schrumpfte 2018 verglichen mit dem Vorjahr hingegen von 163 auf 105 Millionen Euro. Das Unternehmen begründete den Rückgang mit Schließungskosten für ein Werk, Aufwendungen für einen Verkauf sowie mit Investitionen in die Digitalisierung.

Anton Werhahn, inzwischen Verwaltsratschef von Werhahn, dankte der Finanzchefin für „ihr außerordentliches Engagement und ihren hervorragenden Einsatz“. Nach einem Nachfolger werde bereits gesucht.

FINANCE-Köpfe

Kathrin Dahnke, Wilh. Werhahn KG

Kathrin Dahnke startet ihre Karriere 1982 im Beteiligungscontrolling bei Beiersdorf und leitet dort später die Finanzabteilung.  1987 wechselt sie in die M&A-Beratung der West LB. Von 1995 bis 2005 leitet sie die Geschäfte des Finanzbereichs des Familienunternehmens Otto Bock. 2005 wechselt Dahnke als Finanzdirektorin zum Werkzeugmaschinenbauer Gildemeister

Von Mai 2010 bis März 2014 ist Dahnke Vorstandsmitglied für die Ressorts Controlling, Finanzen, Rechnungswesen, Steuern und Risikomanagement und Versicherungen bei Gildemeister und später bei DMG Mori Seiki, wie Gildemeister seit dem Zusammenrücken mit der japanischen Mori Seiki-Gruppe heißt. Seit dem 1. April 2014 ist Dahnke Finanzvorstand bei dem Familienunternehmen Werhahn. Im Oktober 2019 wird bekannt, dass sie das Unternehmen zum Jahresende verlässt.

zum Profil

Wohin es Dahnke jetzt zieht, ist nicht bekannt. Sie stelle sich einer neuen beruflichen Herausforderung, heißt es lediglich in der Mitteilung. Gegenüber dem „Handelsblatt“ sagte Dahnke, dass sie ja oft „die erste Frau“ in einer Funktion gewesen sei. Ihre Aufsichtsratsämter bei dem Flughafenbetreiber Fraport, dem Medizintechnikunternehmen Braun und dem Bremsspezialisten Knorr-Bremse behält sie weiterhin.

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