Manfred Pretscher bleibt doch noch etwas länger bei Grammer und übernimmt übergangsweise den CFO- und CEO-Posten.

Grammer

21.12.18
CFO

Grammer bekommt Interims-CFO und -CEO

Nach dem überraschenden Rücktritt des gesamten Vorstands hat Grammer immer noch keinen neuen CFO und CEO gefunden. Technikvorstand Manfred Pretscher bleibt deshalb noch im Unternehmen und übernimmt die Posten übergangsweise.

Vor wenigen Monaten ist der komplette Grammer-Vorstand zurückgetreten – jetzt hat der Autozulieferer einen Interims-Nachfolger benannt. Ab Januar soll Manfred Pretscher, aktuell Technikvorstand, die Aufgaben des CFOs Gérard Cordonnier und des CEOs Hartmut Müller übernehmen. Beide legen ihre Ämter zum Jahresende nieder. Pretschers bisherigen Posten als Technikvorstand soll dann der Leiter der Division Konsolen und Armlehnen, Jens Öhlenschläger, bekleiden.

Pretscher, der gemeinsam mit Cordonnier und Müller seinen Rücktritt eingereicht hatte, soll nun bis Ende Juni im Unternehmen bleiben und somit einen reibungslosen Übergang sicherstellen. Er ist bereits seit 2010 im Vorstand des Unternehmens. 

Grammer hat harten Übernahmekampf hinter sich

Die Suche nach einem langfristigen Nachfolger für den CEO- und CFO-Posten schreite planmäßig voran, betont das Unternehmen. Sie läuft bereits seit Ende September, nachdem alle drei Vorstände auf einmal angekündigt hatten, dem Unternehmen den Rücken zu kehren.

Die Manager hatten damals gerade eine aufreibende Zeit hinter sich gebracht: 18 Monate lang war das Unternehmen in einen Übernahmekampf mit der Investorenfamilie Hastor verwickelt, der auch finanzielle Spuren im Geschäft von Grammer hinterließ.

Im August jedoch endete der zähe Kampf, als die Hastors zustimmten, ihre Anteile an den chinesischen Investor Ningbo Jifeng zu verkaufen. Umso überraschender kam für viele Beobachter der geschlossene Rücktritt des Vorstands. Alle drei Manager nutzen ihr Sonderkündigungsrecht für den Fall eines Eigentümerwechsels (Change-of-Control-Klausel). Dabei hatte Grammer-CEO Müller nur wenige Wochen zuvor in einem großen Interview mit der FAZ noch optimistisch in die Zukunft geschaut.

julia.schmitt[at]finance-magazin.de