Der Kapitalmarkt-erfahrene Fabian Raschke wird neuer CFO des Arzneimittelherstellers Grünenthal.

Grünenthal

23.01.19
CFO

Grünenthal macht Leiter Controlling zum CFO

CFO-Wechsel bei Grünenthal: Der Arzneimittelhersteller befördert den Controlling-Leiter Fabian Raschke zum Finanzchef. Vor seiner Zeit bei Grünenthal war Raschke viele Jahre bei Xella tätig.

Grünenthal ernennt einen neuen Finanzchef: Fabian Raschke wird Anfang Februar Finanzchef des familiengeführten Pharmakonzerns. Der neue Konzern-CFO kommt dabei aus den eigenen Reihen: Raschke arbeitet bereits seit September 2016 bei Grünenthal und leitete bisher das Konzern-Controlling. Zuvor war er neun Jahre lang bei dem Bau- und Dämmstoffunternehmen Xella tätig, zuletzt als Head of Corporate Development.

Becker wird von Controlling-Chef Raschke abgelöst

Raschke folgt auf Sascha Becker, der Grünenthal Ende 2018 aus persönlichen Gründen und auf eigenen Wunsch verlassen hat, wie ein Sprecher auf FINANCE-Anfrage erklärt. Man habe sich in beiderseitigem Einvernehmen getrennt, heißt es. Becker kam im Frühjahr 2015 von Merck, wo er CFO der Sparte Serono war, zu Grünenthal. Er löste damals Stefan Genten ab, der seinen Vertrag nicht verlängern wollte. Wohin es Becker jetzt zieht, ist nicht bekannt.

In Beckers Amtszeit bei Grünenthal fielen einige Zukäufe wie die Übernahme des Startup-Unternehmens für Medizinprodukte Adhesys Medical sowie der amerikanischen Tochtergesellschaft 2017. Im November vergangenen Jahres tätigte das Unternehmen außerdem gleich zwei Zukäufe: Zum einen sicherte sich Grünenthal für 881 Millionen Euro die Europa-Rechte an dem Magenmittel Nexium und dem Schmerzmittel Vimovo des US-Pharmakonzerns Astra Zeneca, zum anderen übernahm der Arzneimittelhersteller den US-Konkurrenten Avertis Pharma.

CFO Raschke hat Digitalisierung vorangetrieben

Grünenthal betont, dass der neue Finanzchef Raschke eine wichtige Rolle bei der Finanzierung der Akquisition von Nexium und Vimovo gespielt und auch darüber hinaus die „Finanzinstrumente deutlich verbessert“ habe.

Raschke hat laut Unternehmensangaben auch die Digitalisierung vorangetrieben, insbesondere mit Blick auf die Bereiche Planning, Reporting und Forecasting. Im Zuge dessen wurde eine Echtzeitberichterstattung etabliert sowie die Zusammenführung aller Finanzreports auf einer globalen digitalen Plattform eingeleitet.

Zudem hebt das Unternehmen seine „umfangreichen Kenntnisse in allen Finanzbereichen“ hervor, „insbesondere bei Mergers & Acquisitions, Integrationen, IPO-Vorbereitungen und Platzierungen von Anleihen am Kapitalmarkt“. Grünenthal hat sich bisher noch nicht über den Kapitalmarkt finanziert, sondern eher auf Kredite oder Schuldscheine gesetzt.

Das Unternehmen mit Sitz in Aachen und Gesellschaften in rund 30 Ländern befindet sich in Familienhand. Die weltweit 5.200 Mitarbeiter erwirtschafteten 2017 einen Umsatz von 1,3 Milliarden Euro. Das Unternehmen hat ambitionierte Ziele ausgerufen, an deren Umsetzung Raschke künftig mitwirken soll: Es kündigte an, bis 2022 einen Jahresumsatz von 2 Milliarden Euro erwirtschaften zu wollen.

olivia.harder[at]finance-magazin.de