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Heideldruck findet Nachfolgerin für CFO Wassenberg

Der Druckmaschinenhersteller Heideldruck bekommt eine neue CFO: Tania von der Goltz ersetzt Marcus Wassenberg. Foto: Heidelberger Druckmaschinen

Heidelberger Druckmaschinen hat eine Nachfolgerin für den scheidenden CFO Marcus Wassenberg gefunden: Tania von der Goltz wird zum neuen Jahr als Finanzchefin bei dem SDax-Konzern anfangen. Sie kommt vom Dialysemaschinenhersteller Fresenius Medial Care (FMC), wo sie ihre gesamte bisherige Karriere verbracht hat.

Bei FMC hat von der Goltz ihre Laufbahn 1995 begonnen und sich seitdem in der Finanzabteilung des Dax-Konzerns nach oben gearbeitet. 2001 machte sie der Gesundheitsriese zur Vice President Finance und Controlling und zur CFO des Lateinamerikageschäfts, 2009 erfolgte die Ernennung zur Senior Senior Vice President Global Financial Strategy.

Laut Heideldruck initiierte von der Goltz in der Position internationale Wertsteigerungsprogramme, zudem habe sie als Leiterin des globalen Akquisitions- und Investmentkomitees prägenden Einfluss auf die M&A-Aktivitäten von Fresenius Medial Care gehabt.

Heideldruck ist die erste CFO-Position für von der Goltz

Von der Goltz bringt damit zwar viel Erfahrung in Leitungsfunktionen in der Finanzabteilung eines Dax-Konzerns mit, ihr neuer Job bei Heideldruck ist aber ihre erste Position als Gruppen-CFO. Auch Branchenerfahrung bringt von der Goltz nicht mit – sie wird sich mit dem Kerngeschäft von Heideldruck, das nach wie vor im Bau von Druckmaschinen besteht, vertraut machen müssen.

Heideldruck-CEO Ludwin Monz sagte über das neue Vorstandsmitglied: „Ich freue mich sehr auf die Zusammenarbeit mit Tania von der Goltz. Gemeinsam werden wir die begonnene strategische Neuaufstellung, die finanzielle Stärkung und kulturelle Transformation von Heidelberg vorantreiben.“

Tania von der Goltz wird neue CFO bei Heideldruck.
Foto: Heidelberger Druckmaschinen

Dass Monz Vertrauen in von der Goltz‘ Fähigkeiten hat, könnte auch daran liegen, dass er sie aus seiner Zeit bei Carl Zeiss kennt – er war dort von 2007 bis 2021 im Vorstand, von der Goltz ist bei dem Optikunternehmen seit 2018 stellvertretende Aufsichtsratsvorsitzende.

Ex-CFO Wassenberg hat Finanzen von Heideldruck erfolgreich saniert

Vor zwei Wochen war bekannt geworden, dass von der Goltz‘ Vorgänger Marcus Wassenberg das Unternehmen verlassen wird und als CFO bei Kion anfangen wird. Wassenberg hatte Heideldruck in seiner dreijährigen Amtszeit umfangreich saniert, indem er Produkte eingestellt und Stellen gestrichen hat. Indem der Noch-CFO Mittel aus dem Pensionsfonds ins Unternehmen zurückgeholt und die betriebliche Altersvorsorge neu aufgestellt hatte, konnte Wassenberg die Liquidität des Unternehmens deutlich verbessern.

Benötigtes Kapital brachte auch ein M&A-Deal ein – Heideldruck verkaufte die Lackproduktions-Sparte „Hi-Tech Coatings“ an den US-Mitbewerber ICP Group für knapp 39 Millionen Euro. Diese Transformationsprozesse weiterzuführen und sinnvoll abzuschließen, wird eine zentrale Aufgabe des Neuzugangs von der Goltz sein.

Heideldruck baut neues Geschäft mit Wallboxen auf

Ein weiteres Aufgabenfeld, das Wassenberg an von der Goltz übergibt, ist der Ausbau des Geschäfts mit Wallboxen für Elektroautos – Wassenberg sagte im Interview bei FINANCE-TV, das noch recht kleine Segment sei ein wichtiger Wachstumsbereich bei Heideldruck.

Bevor sich von der Goltz aber voll auf die Wachstumsambitionen konzentrieren kann, muss die neue CFO den Aktienkurs stabilisieren und das Vertrauen der Anleger in den Konzern wieder gewinnen: Die Heideldruck-Aktie ist innerhalb eines Jahres um knapp 50 Prozent von 2,55 Euro auf derzeit 1,34 Euro eingebrochen. Immerhin: Das Wallboxen-Geschäft kommt am Kapitalmarkt gut an – und dürfte der neuen CFO einige gute Argumente für die Equity Story der Heidelberger liefern.

paul.siethoff@faz-bm.de | + posts

Paul Siethoff ist Redakteur bei Finance und schreibt vorrangig über Transformations-Themen. Er hat Kommunikationswissenschaften und Journalismus in Erfurt und in Mainz studiert. Vor seiner Zeit bei FINANCE schrieb Paul Siethoff frei für die Frankfurter Rundschau für die Ressorts Wirtschaft und Politik.