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Henning Gieseke wird neuer CFO bei Ströer

Henning Gieseke wird neuer CFO bei Ströer.
Ströer

Personalrochade bei Ströer: Der Werbevermarkter erweitert zum 1. Juni seinen Vorstand und bekommt einen neuen Finanzchef. Henning Gieseke und übernimmt den Posten vom bisherigen CFO der Gruppe, Christian Baier. Baier wiederum, der den Posten als Finanzchef der Kölner im August 2019 angetreten hatte, übernimmt künftig die neu geschaffene Position des Chief Operating Officer (COO) bei Ströer. Damit besteht der Vorstand ab Juni aus vier Personen, neben Baier und Gieseke sind es die beiden Co-CEOs Christian Schmalzl und Udo Müller.

Christian Baier soll bei Ströer Digitalisierung vorantreiben

In seiner neuen Position soll Baier vor allem die Digitalisierung bei dem Werbevermarkter weiter forcieren, wie Ströer mitteilt. Gerade die Herausforderungen durch die Corona-Pandemie hätten in diesem Bereich zusätzliche Potenziale aufgezeigt, die das Unternehmen künftig nutzen wolle. Als COO soll Christian Baier die nachhaltige Weiterentwicklung der konzernweiten Technologien sowie der IT-Infrastruktur vorantreiben.

Schon bei seinem Start als CFO bei Ströer im August 2019 war dem damals 39-jährigen Baier der Ruf seiner Digitalerfahrung gerade bei jungen Unternehmen vorausgeeilt. Damals trat er in große Fußstapfen, schließlich hatte Störer unter seinem Vorgänger Bernd Metzner erstmals die Milliardenmarke im Umsatz geknackt und war auch durch Zukäufe stark gewachsen.

An den Erfolg konnte Baier, der zuvor CFO der Zalando-Tochter zLabels war, 2019 mit einem Umsatz 1,6 Milliarden anknüpfen. Und auch der Posten des COO ist für ihn kein neuer. Nach seiner Promotion an der European Business School in Oestrich-Winkel und acht Jahren beim Berater McKinsey, kam er 2012 zu zLables, wo er neben der Aufgabe als CFO auch als COO tätig war.

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Dr. Christian Baier, Ströer SE & Co. KGaA

Christian Baier studiert Betriebswirtschaft an der European Business School in Oestrich-Winkel, wo er auch promoviert. Von 2004 bis 2012 ist er mit dem Fokus Corporate Finance für die Unternehmensberatung McKinsey tätig. Die folgenden sieben Jahre zeichnet er als Managing Director, CFO und COO für zLabels, eine Tochter von Zalando, verantwortlich. Zum August 2019 übernimmt Baier den CFO-Posten bei Ströer, im Juni 2021 wird er schließlich COO des Werbevermarkters mit Sitz in Köln.

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CFO Henning Gieseke kommt von Real

Unterstützung bei der angestrebten Digitalisierung des Kölner Werbevermarkters bekommt der frischgebackene COO vor allem von seinem Nachfolger und neuen Finanzchef Henning Gieseke. Baier soll bei Ströer zudem die ESG-relevanten Bereiche vorantreiben. Vom Erfolg dieses Ziels dürfte auch abhängen, wie gut CFO Gieseke Ströer künftig am Kapitalmarkt positionieren kann.

In der Medienbranche war Gieseke bislang aber noch nicht tätig: Vor seinem Jobwechsel war er in den vergangenen acht Jahren bei der Warenhauskette Real tätig. Dorthin war Gieseke von Metro gewechselt und hatte zunächst den Posten des Finanzchefs übernommen. Zuletzt war er zudem Co-CEO der Real Holding, war jedoch im vergangenen Sommer ausgeschieden, nachdem deren neuer Eigentümer SCP das Management ausgetauscht hatte. Den CFO-Posten bei Real hat inzwischen Michael Dorn übernommen. Seine Karriere begann der 50-Jährige Gieseke nach dem BWL-Studium in Köln bei Kienbaum Consultants.

„Wir freuen uns sehr, dass wir Henning Gieseke mit seiner langjährigen und vor allem breiten Finanzexpertise und seinem Management-Knowhow als neuen CFO für Ströer gewinnen konnten“, sagt Ströer-Co-CEO Christian Schmalzl. „Mit der Erweiterung unseres Führungsteams können wir die Entwicklung aller technologie- und prozessorientierten Themen und die damit verbundenen Projekte noch besser beschleunigen.“

Corona kostet Ströer 2020 rund 20 Prozent Gewinn

Als Feuerwehrmann muss der neue Finanzchef bei Ströer vorerst wohl nicht auftreten: Die Coronapandemie hat der Kölner Werbevermarkter bisher vergleichsweise gut verkraftet, wobei vor allem das Geschäft mit der Außenwerbung unter Druck geriert. Gut entwickelte sich hingegen das Geschäft in den digitalen Geschäftsfeldern, die der Konzern nun ausbauen will.

Im Krisenjahr 2020 musste Ströer mit nur noch 1,44 Milliarden Euro einen Umsatzrückgang von 9 Prozent einstecken. Das bereinigte Ebitda brach im selben Zeitraum um rund 20 Prozent auf 453 Millionen Euro ein. Auch der Free Cash Flow vor M&A sank 2020 gegenüber dem Vorjahr von 370 auf 285 Millionen Euro. Für die Zeit nach dem Lockdown erwarten Analysten jedoch eine deutliche Erholung.

Im ersten Quartal merkt man aber noch nicht so viel davon, wie die frisch vorgelegten Zahlen zeigen. So lag der Umsatz mit 312 Millionen Euro rund 56 Millionen Euro unter dem des Vorjahresquartals. Auch das bereinigte Ebitda sackte von 117 auf 73,5 Millionen Euro ab.

thomas.holzamer[at]finance-magazin.de

Info

Sie wollen wissen, welcher Finanzchef wohin wechselt? Bleiben Sie auf dem Laufenden mit der FINANCE-Themenseite CFO-Wechsel.

Mehr zur Karriere neuen Ströer-COO finden Sie im FINANCE-Köpfe-Profil von Christian Baier.

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Thomas Holzamer ist Redakteur bei FINANCE und verfolgt schwerpunktmäßig die aktuellen Entwicklungen im Banken-Sektor, speziell das Firmenkundengeschäft. Er hat Politikwissenschaften an der Technischen Universität Darmstadt studiert. Vor FINANCE arbeitete Thomas Holzamer mehr als 12 Jahre in den Redaktionen der Mediengruppe Offenbach-Post, zunächst als verantwortlicher Redakteur für Sonderpublikationen, später im Lokalen.

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