Nach acht Jahren verlässt Ralph Breuling die Karlsberg-Gruppe.

Ralph Breuling

31.01.17
CFO

Karlsberg-CFO Ralph Breuling tritt ab

Für Karlsberg landete CFO Ralph Breuling einen Coup im Mini-Bond-Segment. Jetzt verlässt er den Getränkehersteller.

Ralph Breuling verlässt die Karlsberg-Holding. Das teilte das Familienunternehmen aus dem saarländischen Homburg am heutigen Dienstag mit. Der 58-Jährige war zuletzt CFO der deutschen und französischen Brauereien in der Unternehmensgruppe.

Bei der Holding, die neben den Brauereien die Getränkegruppe Mineralbrunnen Überkingen-Teinach umfasst, war Breuling zusätzlich für die Finanzierung und das Treasury zuständig. Karlsberg hat zuletzt rund 450 Millionen Euro Umsatz geschrieben.

Breuling geht nach acht Jahren, weil das Getränkeunternehmen seinen Finanzbereich neu ordnet, sagte Christian Weber, Holding-CEO und Ur-Urgroßenkel des Gründers, gegenüber FINANCE. Der Holding-CFO Gerhard Theis gehe im Jahr 2018 in den Ruhestand, und es liege nahe, dass eine Person die Finanzen in Zukunft zentralisiert führt. Breuling habe sich entschieden, das nicht zu tun.

Ralph Breulings unwahrscheinlicher Mini-Bond-Erfolg für Karlsberg

Für die Karlsberg-Holding hat Ralph Breuling ein mutiges Manöver am verrufenen Mini-Bond-Markt orchestriert: Im April 2016 begab er die zweite Mittelstandsanleihe für Karlsberg und zielte dabei auf ein Volumen von 40 Millionen Euro. Schon am ersten Zeichnungstag waren die Bücher stark überzeichnet, der Kupon lag mit 5,25 Prozent am unteren Ende der Spanne. Dafür hat FINANCE Breuling zum CFO des Monats gekürt.

Im Dezember hat Breuling seine letzte große Tat für Karlsberg vollbracht: Über eine Private-Debt-Finanzierung besorgte er der Holding 25 Millionen Euro vom Investor Pricoa Capital, einer Tochter des US-Versicherungsgiganten Prudential. Mit dem Geld will Karlsberg bis 2019 Großinvestitionen im Volumen von 52 Millionen Euro finanzieren.

florian.bamberg[at]finance-magazin.de