Kiekert

13.12.18
CFO

Kiekert holt neuen CFO mit China-Erfahrung

Der Türschlosshersteller Kiekert hat einen Nachfolger für den scheidenden CFO Ulrich-Nicolaus Kranz gefunden. Der neue Finanzchef kennt sich in der Autobranche bestens aus und ist auch China-erfahren.

Jérôme Debreu wird neuer Finanzchef von Kiekert. Das teilte der auf die Autobranche spezialisierte Schließsystemhersteller am heutigen Donnerstag mit. Der 44-Jährige übernimmt den CFO-Posten zum 1. Januar von Ulrich-Nicolaus Kranz. Kiekert hatte im Oktober angekündigt, dass Kranz, der erst seit September 2017 für die Finanzen des Unternehmens zuständig ist, aber bereits seit Jahren im Vorstand der Rheinländer ist, sein Amt zum Jahreswechsel niederlegen wolle.

Sein Nachfolger Debreu kommt von dem französischen Automobilzulieferer Plastic Omnium. Dort war der dreifache Familienvater zuletzt sieben Jahre als CFO für die Sparte Intelligent Exterior Systems zuständig. Zuvor hatte Debreu, der fließend Deutsch spricht, als Finanzchef bei dem Schweizer Handelsunternehmen Webcor gearbeitet.

Seine bis dato längste berufliche Station hatte der 44-Jährige allerdings bei dem deutschen Bremssystemhersteller Knorr-Bremse, wo er 1999 einstieg. Mehr als zehn Jahre arbeitete Debreu für die Münchener, sieben Jahre als CFO für die Region Asia Pacific von Hong Kong aus.

Kiekert lässt Sanierungsphase hinter sich

Die tiefe Kenntnis des chinesischen Automobilmarktes dürfte Debreu in seiner neuen Rolle als Kiekert-CFO helfen: Das Unternehmen mit Sitz im rheinländischen Heiligenhaus gehört seit sechs Jahren zum chinesischen Autozulieferer North Lingyun. Kiekert, die zuletzt mit 6.500 Mitarbeitern 830 Millionen Euro umsetzte, wächst vor allem in Asien.

Kiekert hat eine bewegte Geschichte hinter sich: Zur Jahrtausendwende hatte der Private-Equity-Investor Permira den Schließsystemhersteller gekauft und ihm hohe Schulden aufgebürdet. Die Zinsen konnten die Rheinländer nach hohen Verlusten 2006 nicht mehr bedienen. Eine Gläubigergruppe um die Hedgefonds Bluebay und Silver Point sowie die US-Investmentbank Morgan Stanley übernahm damals das Unternehmen. 2012 erfolgte dann der Verkauf an die Chinesen.

Jérôme Debreu und Guido Hanel bilden Vorstandsduo

Mit dem Abgang der beiden Sanierer Ulrich-Nicolaus Kranz und Karl Krause lässt Kiekert das Restrukturierungskapitel hinter sich. Krause hatte im Sommer den Vorstandsvorsitz an den langjährigen COO Guido Hanel abgetreten. In diesem Zuge verkleinerte Kiekert auch das Vorstandsteam von drei auf zwei Posten.

Auch die zweite Führungsriege ordneten die Rheinländer in den vergangenen Monaten neu: Stéphanie Regal wurde zur Einkaufschefin befördert, Klaus Hense zum neuen Entwicklungschef.

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