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Lars Bolscho wird neuer CFO bei Takkt

Der Stuttgarter Online-Versandhändler Takkt hat einen neuen CFO bestimmt. Lars Bolscho folgt im Januar auf Claude Tomaszewski. Foto: TAKKT
Der Stuttgarter Online-Versandhändler Takkt hat einen neuen CFO bestimmt. Lars Bolscho folgt im Januar auf Claude Tomaszewski. Foto: TAKKT

Der B2B-Versandhändler für Geschäftsausstattung Takkt hat einen neuen Finanzvorstand gefunden. Lars Bolscho löst den bisherigen CFO Claude Tomaszewski ab. Tomaszewski hatte den Aufsichtsrat Ende Juni darüber informiert, dass er seinen bis Ende Oktober 2024 laufenden Vertrag nicht verlängern wird. Er verlässt Takkt Ende Dezember 2022.

CFO Tomaszewski war elf Jahre bei Takkt

„In den vergangenen Monaten haben wir bei Takkt eine grundlegend neue Unternehmensstrategie erarbeitet und damit einen umfangreichen Veränderungsprozess gestartet. Um dieses Vorhaben langfristig erfolgreich umsetzen zu können, ist Kontinuität in der Führung über das Jahr 2024 hinaus notwendig“, ließ sich der scheidende CFO damals zitieren. Den dafür „notwendigen Führungswechsel“ leite er bereits jetzt sein. Ob der Manager mittlerweile einen neuen Arbeitgeber hat, ist nicht öffentlich bekannt.

CFO-Profil

Tomaszewski agierte seit November 2011 als CFO bei den Stuttgartern. Zu seinen vorherigen Stationen gehören unter anderem die Celesio-Tochter AAH Pharmaceuticals sowie die Familienholding Haniel, wo er Abteilungsdirektor der Einheit Betriebswirtschaft war. Nach dem Studium schlug der CFO zunächst eine Universitätskarriere ein, bevor es ihn in die Wirtschaft zog.

Lars Bolscho folgt bei Takkt auf CFO Tomaszewski

Für Tomaszewski übernimmt ab dem 1. Januar 2023 Lars Bolscho. Der künftige Finanzchef arbeitet seit dem Jahr 2009 für die Takkt-Gruppe. Bei dem Büroausstatter stieg er zunächst als Chef des Controllings und der Unternehmensentwicklung ein. Ab 2018 war er kaufmännischer Geschäftsführer von Kaiser+Kraft, der nach eigenen Angaben umsatz- und ergebnisstärksten Einheit der Gruppe.

Seit Anfang 2022 Bolscho als Vice President Finance für die Abteilung Industrial & Packaging zuständig, die Unternehmensangaben zufolge mehr als die Hälfte zum Konzernumsatz beisteuert. Vor seiner Zeit bei Takkt arbeitete Bolscho – wie auch sein Vorgänger Tomaszewski – bei Haniel, dort allerdings im Konzern-Controlling.

Takkt-CEO Maria Zesch sagt: „Ich freue mich sehr auf die künftige Zusammenarbeit und bin sicher, dass Lars in der neuen Position an seine bisherigen Erfolge anknüpfen wird.“ Zesch selbst steht seit August 2021 an der Spitze des Unternehmens. Bei Tomaszweski bedankte sie sich für das „sehr große Engagement in den letzten zwölf Monaten“. Er habe ihr den Start in der neuen Rolle als CEO durch seine Unterstützung sehr einfach gemacht.

Takkt leidet unter schwacher Nachfrage

Der künftige CFO Bolscho muss nun dafür sorgen, dass Takkt gut durch die kommenden Monate kommt. Die Stuttgarter haben zum Halbjahr solide Zahlen präsentiert: Der Gruppenumsatz wuchs im Vorjahresvergleich um knapp 18 Prozent auf 657 Millionen Euro, der operative Gewinn (Ebitda) stieg sogar um fast 30 Prozent auf rund 67 Millionen Euro. Das entspricht einer Ebitda-Marge von 10,2 Prozent, nach 9,3 Prozent im ersten Halbjahr 2021.

Doch schon zur Vorlage der Halbjahreszahlen Ende Juli lag das Wachstumstempo unter dem Wert der ersten drei Monate. Hinzu kommt ein abgeschwächtes Nachfrageverhalten der Kunden. Zwar profitierte Takkt zunächst von Preissteigerungen, die in größeren Auftragsvolumina resultierten. Doch vor allem im zweiten Quartal gingen die Bestellungen zurück.

Takkt hält an Jahresprognose fest

Um dennoch weiterhin lieferfähig zu bleiben, muss Takkt einen größeren Vorratsbestand aufbauen, was weiteres Kapital bindet. Das spiegelte sich zum Ende des ersten Halbjahres bereits im Cashflow wider: Der Free Cashflow rangierte damals mit 1,3 Millionen Euro leicht im Minus und damit deutlich unter dem Vorjahreswert von 49 Millionen Euro.

Die Stuttgarter gehen für das zweite Halbjahr von „insgesamt schwierigeren Rahmenbedingungen als im ersten Halbjahr“ aus. Daher rechnet Takkt für den Rest des Jahres mit einem organischen Wachstum im mittleren einstelligen Prozentbereich. An der Prognose für das Gesamtjahr hält das Unternehmen jedoch weiterhin fest: Takkt will organisch „hoch einstellig“ wachsen und plant mit einem Ebitda zwischen 120 und 130 Millionen Euro.

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