Ist komplett in trockenen Tüchern.  1. Bundesregierung und WKV müssen sich einigen. 2. EU-Kommission muss zustimmen.   Branchenkreise ist okay.  Auch positive Signale aus Brüssel. Ist ein Formalakt. Kann morgen oder in ein paar Wochen sein.

Lilium

20.11.20
CFO

Lilium findet Nachfolger für CFO Delbrück in den USA

Ex-Uniper-CFO Christopher Delbrück hat das Flugtaxi-Start-up Lilium nach nur einem Jahr wieder verlassen. Seinen Nachfolger haben die Münchener nun in Übersee gefunden.

Das Luftfahrt-Start-up Lilium hat einen neuen CFO gefunden. Wie die Münchener mitteilen, ist Geoffrey Richardson mit sofortiger Wirkung neuer Finanzchef des Unternehmens. Er soll eng mit Lilium-Chef Daniel Wiegand zusammenarbeiten, um die anstehende Phase des beschleunigten Wachstums umzusetzen.

Neuer Lilium-CFO Richardson wohnt in San Francisco

Der in San Francisco lebende Richardson war zuletzt Finanzchef des dort ansässigen Cruise-Konzerns, einem Entwickler autonom fahrender Autos. Für die Kalifornier hat er Lilium zufolge 7 Milliarden US-Dollar an Finanzmitteln beschafft und so zum Wachstum beigetragen. Zuvor war Richardson CFO des Glasherstellers Kinestral sowie Anwalt bei der Kanzlei Shearman & Sterling. Zudem war er während seiner Karriere bei den Investmentbanken Morgan Stanley und Goldman Sachs aktiv.

Entsprechend erfreut zeigt sich Lilium-CEO Wiegand über die CFO-Verpflichtung aus Übersee: „Geoffrey Richardsons Erfolgsbilanz bei wachstumsstarken Unternehmen kombiniert mit einer langfristigen, nachhaltigen Vision und starken Führungsfähigkeiten qualifizieren ihn in idealer Weise für die Schlüsselposition des CFO.“

Lilium: Christopher Delbrück ist wieder weg

Richardson folgt in der Position als Lilium-Finanzchef auf Christopher Delbrück. Dessen geplanter Abschied stand offiziell seit August fest. Damals hieß es, Delbrück verlasse Lilium aus familiären Gründen: „Auch wenn es eine schwierige Entscheidung war, muss ich für meine Familie die richtigen Prioritäten setzen, und ich wünsche dem Team alles Gute, um Liliums bemerkenswerte Vision mit Leben zu erfüllen“, sagte der CFO.

Laut seinem Profil bei dem Berufsnetzwerk LinkedIn hat Delbrück Lilium im Oktober verlassen. Seitdem ist er als selbstständiger Senior Berater bei Odey Asset Management tätig. Delbrück war vor seinem Engagement bei Lilium CFO des E.on-Spin-offs Uniper. Sein Wechsel im September 2019 aus der Konzernwelt zum Flugtaxi-Start-up hat daher durchaus für hochgezogene Augenbrauen gesorgt.

FINANCE-Köpfe

Christopher Delbrück, Lilium GmbH

Christopher Delbrück beginnt seine Karriere 1995 als Berater und Projektleiter bei der Boston Consulting Group in Hamburg. Nach einer Zeit als Managing Director bei Decision Warehouse Softwareunternehmen wechselt er 2002 zu E.on nach Düsseldorf. Dort ist er zunächst als Vice President Corporate Development für Zentraleuropa und European Gas tätig.

Von 2005 bis 2010 ist Delbrück als Managing Director, CFO und stellvertretender CEO bei E.on Sverige in Malmö tätig. 2010 kommt er als CFO von E.on Energy Trading zurück nach Deutschland. 2011 wird er in Personalunion auch CFO von E.on Ruhrgas und begleitet die Fusion der E.on Energy Trading mit E.on Ruhrgas zur E.on Global Commodities, wo er bis Oktober 2013 als CFO fungiert und 2013 zum CEO befördert wird.

Seit Anfang  2016 ist Delbrück CFO von Uniper. In dieser von E.on abgespaltenen Gesellschaft hat E.on die konventionelle Stromerzeugung und den Energiehandel gebündelt. Uniper ist seit September 2016 als unabhängiges Energie-Unternehmen an der Börse gelistet. Im Sommer 2018 übernimmt Delbrück wegen einer Krebserkrankung von Uniper-CEO Klaus Schäfer übergangsweise auch die Ressorts Kommunikation und Politik. Im Februar 2019 wird bekannt, dass er das Unternehmen zum August verlässt. Im September 2019 heuert er als Finanzchef bei dem Start-up Lilium an, das Flugtaxis entwickelt. Im August 2020 wird bekannt, dass Delbrück Lilium aus familiären Gründen wieder verlässt.

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Lilium plant Expansion in die USA

Bei Lilium sollte Delbrück die Finanzabteilung von Grund auf aufbauen. Highlight seiner gerade einmal einjährigen Amtszeit dürfte eine 240 Millionen Dollar schwere Finanzierung sein, die CFO Delbrück Lilium noch Ende März gesichert hat. Führender Investor war dabei der chinesische Internet-Konzern Tencent. 

Auch die bisherigen Investoren Atomico, Freigeist und LGT beteiligten sich an der internen Finanzierungsrunde. Das frische Kapital will das Hightech-Unternehmen in die abschließende Entwicklung der Lilium-Jets stecken. Das Ziel: 2025 mit der Serienproduktion und dem Betrieb regionaler Flugdienste starten, die letztlich so teuer wie Taxi-Fahrten werden sollen.

Vor allem die US-Expertise von Neu-CFO Geoffrey Richardson könnte sich als nützlich erweisen: Vor wenigen Tagen hat Lilium bekanntgegeben, einen Flugtaxi-Hub in Orlando im US-Bundesstaat Florida aufbauen zu wollen. Von dort aus soll ein US-weites Transportnetz aufgebaut werden, so der ambitionierte Plan der Münchener.

Der erste Flug in Orlando soll 2025 stattfinden, noch wartet man aber auf die Genehmigung der Behörden. Auch wenn sich das Unternehmen in dieser Hinsicht zuversichtlich zeigt, dürfte ein US-Amerikaner im Management bei künftigen Verhandlungen mit den dortigen Bürokraten kaum schaden.

jakob.eich[at]finance-magazin.de

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