Marc Appelhoff wird zum 1. Januar 2020 neuer CEO bei Home24.

Home24

30.10.19
CFO

Marc Appelhoff wird neuer CEO bei Home24

Home24 stellt seinen Vorstand neu auf: Marc Appelhoff, der bisher unter anderem die Finanzen verantwortet hat, steigt nun auch zum CEO auf. In dieser Rolle erhöht sich der Druck auf ihn, den Online-Möbelhändler endlich profitabel zu machen.

Beförderung für Marc Appelhoff: Mit Wirkung zum 1. Januar 2020 ernennt Home24 den Manager zum neuen Vorstandsvorsitzenden. Er hat seinen Vertrag vorzeitig um drei Jahre bis Ende 2022 verlängert, wie das Unternehmen mitteilte. Appelhoff bleibt zusätzlich zum CEO-Job weiterhin für die Bereiche Finanzen, Marketing und Vertrieb zuständig und übernimmt außerdem noch den Bereich Commercial. Bisher hatte das Unternehmen keinen dezidierten Vorstandsvorsitzenden, die bisherigen Vorstandsmitglieder agierten als Co-CEOs.

An seiner Seite rückt mit Brigitte Wittekind erstmals eine Frau in den Vorstand auf. Sie hat seit 2014 als Senior Vice President maßgeblich die Investitionsprojekte im Bereich Operations verantwortet, und folgt auf Christoph Cordes, der im Vorstand bisher für Operations und Produktsortiment zuständig war. Cordes wird das Unternehmen auf eigenen Wunsch zum Jahresende verlassen und sich „neuen beruflichen Herausforderungen widmen“. Der Aufsichtsrat bedankt sich bei Christoph Cordes für „sein großartiges Engagement sowie die stets vertrauensvolle und erfolgreiche Zusammenarbeit“.

Damit bilden Appelhoff und Wittekind zusammen mit Johannes Schaback, der seinen Vertrag schon im März verlängert hatte, die weiterhin dreiköpfige Führungsspitze von Home24. Schaback ist für Technologie, Daten und HR zuständig.

Home24 muss profitabel werden

In seiner neuen Rolle als Vorstandsvorsitzender steht Marc Appelhoff vor einigen Herausforderungen: Seitdem die Beteiligungsgesellschaft Rocket Internet das Unternehmen im Sommer 2018 an die Börse gebracht hat, erleben die Aktionäre ein Kursdesaster. Von dem Emissionspreis von 23 Euro pro Aktie ist nunmehr nur ein Fünftel übriggeblieben.

Seit der Erstnotierung befindet sich die Home24-Aktie auf Talfahrt

Damit war das Unternehmen, welches 2012 gegründet wurde, einer der schwächsten Börsenneulinge des vergangenen Jahres. Rocket Internet hat seinen Anteil nach und nach auf inzwischen rund 10 Prozent reduziert – auch diese Anteilsverkäufe drückten den Aktienkurs in den Keller. Anfang des Jahres verließ mit Philipp Kreibohm zudem der letzte Gründer das Unternehmen.

Versprach Marc Appelhoff beim IPO noch, dass Home24 bald profitabel sein werde, konnten die Berliner diese Erwartungen bisher nicht erfüllen. Zum ersten Halbjahr 2019 stieg der bereinigte Verlust vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) verglichen mit dem Vorjahreszeitraum sogar noch einmal um 9,5 Millionen Euro auf 23,4 Millionen Euro an. Erste Lichtblicke gaben die Zahlen für das zweite Quartal 2019 mit einer leichten Verbesserung des bereinigten Ebitdas.

Bei der Vorlage der Q2-Zahlen bestätigte Home24 die Jahresprognose, wonach der Umsatz fremdwährungsbereinigt um 18 Prozent steigen soll, was etwa dem Vorjahreswachstum entspricht. Zudem versprach Marc Appelhoff, zum Jahresende die Gewinnschwelle auf Basis des bereinigten Ebitdas zu erreichen – 2020 könnte bereits das gesamte Jahr profitabel sein, hieß es. Für die leidgeplagten Aktionäre wären das endlich einmal gute Nachrichten.

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