Neue Aufgabe für Marcus A. Wassenberg: Der 55-Jährige geht zu Kion. Dort soll Wassenberg als CFO im Konzernvorstand die Bereiche Accounting, Controlling, Finanzen, IT sowie die M&A– und Investor Relations-Aktivitäten verantworten. Er folgt auf Anke Groth, die den Gabelstaplerhersteller Ende März vorzeitig verlassen hatte.
Wassenberg wird seine neue Aufgabe spätestens zum 1. April 2023 antreten, teilt der MDax-Konzern und Hersteller von Flurförderzeugen mit. Wassenberg steht vor einer großen Aufgabe: Gemeinsam mit dem restlichen Vorstand soll er die Profitabilität des MDax-Konzerns steigern und die dafür nötigen Prozesse weiterentwickeln.
Die Kion-Aktie ist seit Jahresbeginn auf Talfahrt
Bei der Profitabilität ist in der Tat noch Luft nach oben: Der Auftragseingang legte im ersten Halbjahr 2022 zwar um 13,1 Prozent auf 6,5 Milliarden Euro zu, der Umsatz kletterte im selben Zeitraum um 11,4 Prozent auf 5,5 Milliarden Euro. Doch bedingt durch die vom Ukraine-Krieg und den Corona-Nachwehen verursachten Störungen in den Lieferketten sowie höheren Kosten für Material, Energie und Logistik fiel das bereinigte Ebit im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um fast ein Drittel auf 311,7 Millionen Euro.
Die Ebit-Marge sank dementsprechend im selben Zeitraum von 9,3 auf 5,6 Prozent. Zu Buche stand außerdem ein negativer Free Cashflow über 591,5 Millionen Euro. Im Vorjahr hatte er noch 301,5 Millionen Euro betragen. Das spiegelt sich auch im Aktienkurs von Kion wider, der in den vergangenen Monaten eine Talfahrt hinlegte: Der Kurs sank von über 96 Euro zu Jahresbeginn auf aktuell rund 22 Euro. Der Zielkurs der Analysten für die Kion-Aktie lag Ende Juni im Mittel bei fast 77 Euro.
CFO Marcus A. Wassenberg sanierte Heidelberger Druckmaschinen
Den Aktienkurs wieder in Richtung der Analystenschätzungen zu hieven, wird auch Aufgabe des künftigen CFOs Wassenberg sein. Die offizielle Abschiedsankündigung von seinem vorherigen Arbeitgeber ist nicht lange her: Erst vor wenigen Tagen war bekannt geworden, dass Wassenberg Heidelberger Druckmaschinen spätestens zum 31. März 2023 verlassen wird. Sollte sich vorher ein Nachfolger für Wassenberg finden, könnte der CFO auch früher ausscheiden. Bei Heideldruck ist er seit 2019 als CFO und Arbeitsdirektor tätig und hatte das Unternehmen intensiv saniert, indem er Produkte eingestellt und Stellen gestrichen hat.
Zu seinen Leistungen zählen unter anderem eine Neuaufstellung der betrieblichen Altersversorgung, die Heidelberger Druckmaschinen 65 Millionen Euro Eigenkapital zuführte. Auch die Verkäufe der Lackproduktionssparte „Hi-Tech Coatings“ und der Gallus-Gruppe, die dem SDax-Konzern einen hohen zweistelligen Millionenbetrag in die Kasse spülten, gehen auf sein Konto. Davor war Wassenberg als CFO bei Rolls-Royce Power Systems und Senvion tätig.
Kion schafft neuen Posten im Vorstand
Darüber hinaus gibt es weitere Veränderungen im Kion-Vorstand: Valeria Gargiulo soll spätestens ab dem 1. Mai 2023 den neu geschaffenen Vorstandsposten der Chief People and Sustainability Officer (CPSO) besetzen. Die 50-Jährige wird zudem den Posten der Arbeitsdirektorin übernehmen.
Gargiulos Aufgaben bei Kion umfassen die konzernweiten Bereiche HR, Gesundheit und Sicherheit sowie Nachhaltigkeit. Als Personalvorständin soll sie sich unter anderem darauf konzentrieren, weltweit Talente für Kion zu gewinnen und intensiv weiterzuentwickeln sowie eine diverse, gleichberechtigte sowie inklusive Unternehmenskultur weiter voranzutreiben, heißt es in der Unternehmensmitteilung. Gargiulo kommt von Daimler Trucks, wo sie zuletzt als Vice President People & Organisational Development tätig war.
„Die Neubesetzung des Vorstandes unterstreicht den deutlichen Anspruch der Kion Group, ihre mittelfristigen strategischen Ziele zügig und vollumfänglich zu erreichen. Dies gilt insbesondere für eine starke Profitabilität, der Umsetzung bedeutender Nachhaltigkeitsziele sowie der Erweiterung der internen Personalplanung und -entwicklung“, erklärt der Aufsichtsratsvorsitzende Michael Macht in einer Mitteilung des Konzerns.
Falk Sinß ist Redakteur bei FINANCE. Er hat Soziologie, Politologie und Neuere und Mittlere Geschichte in Frankfurt am Main sowie in Mainz Journalismus studiert, wo er auch einen Lehrauftrag inne hatte. Vor seiner Zeit bei FINANCE war Falk Sinß drei Jahre Redakteur der Zeitschrift Versicherungswirtschaft und zehn Jahre für verschiedene Medien des Universum Verlags tätig.
