Premal Desai wird künftig die Finanzen und den Vorstand von Thyssen Krupp Steel Europe leiten.

ThyssenKrupp

17.06.19
CFO

Merger-Veto spült ThyssenKrupp-Steel-CFO an die Spitze

Beförderung für den CFO der Stahlsparte von ThyssenKrupp: Premal Desai steigt zum Vorstandschef von ThyssenKrupp Steel Europe auf. Der Grund: Sein Vorgänger Andreas Goss zieht die Konsequenzen aus dem Scheitern des Joint-Ventures mit Tata.

Karrieresprung für den CFO von ThyssenKrupp Steel: Wie der Konzern bekannt gab, wird Finanzvorstand Premal Desai künftig zugleich auch Vorstandschef der Stahlsparte von ThyssenKrupp sein. Desai folgt auf Andreas Goss, der darauf reagiert, dass das geplante Milliarden-Joint-Venture mit dem indischen Wettbewerber Tata Steel an den hohen Kartellauflagen gescheitert ist. Goss legt seinen Posten nach fünf Jahren im Amt nieder, heißt es in der Mitteilung von ThyssenKrupp.

Goss‘ Nachfolger Desai ist seit 2015 CFO der Stahlsparte von ThyssenKrupp. In dieser Funktion verantwortete er die Bereiche Controlling, Accounting & Risk, Informationstechnologie, Einkauf & Materialwirtschaft sowie Compliance. Schon seit 2006 ist der 50-Jährige für ThyssenKrupp tätig. Vor seinem Wechsel ins Finanzressort der Stahlsparte war er Strategiechef des ThyssenKrupp-Konzerns.

Größerer Vorstandsumbau bei ThyssenKrupp Steel

Im Zuge von Goss‘ Weggang ordnet ThyssenKrupp Steel auch seinen nun vierköpfigen Vorstand neu: Desai verantwortet künftig in Personalunion neben den Finanzen auch die Strategie und die Planung. Zudem wird Vertriebschef Bernhard Osburg als COO in den Vorstand aufsteigen und neben dem Vertrieb auch den Bereich Innovationen leiten. Arnd Köfler agiert weiterhin als Produktionsvorstand, Sabine Maaßen bleibt Personalvorstand und Arbeitsdirektorin.

Das Stahlgeschäft von ThyssenKrupp befindet sich in einer schwierigen Lage. Hohe Überkapazitäten bei chinesischen Stahlkochern, die mit ihrer Ware den europäischen Markt überschwemmen, haben die Preise unter Wasser gesetzt. Der im Herbst 2017 auf den Weg gebrachte Schulterschluss mit Tata sollte sowohl den Indern als auch ThyssenKrupp genügend Kostenvorteile verschaffen, um in diesem Umfeld profitabel bleiben zu können.

Nun braucht der in der Krise steckende Dax-Konzern dringend frisches Kapital. Kurz nach der gescheiterten Aufspaltung musste der Konzern die Prognosen für das laufende Geschäftsjahr kassieren –Vorstandschef Guido Kerkhoff rechnet nun sogar mit einem Fehlbetrag. Vor diesem Hintergrund wird ein Börsengang oder Verkauf der wertvollen Aufzugsparte immer wahrscheinlicher.

olivia.harder[at]finance-magazin.de