Nach der Übernahme der AAE durch die VTG kommt AAE-CFO und CEO Mark Steveson als Finanzverstärkung zur VTG.

VTG

07.01.15
CFO

Nach M&A-Deal: VTG verstärkt Finanzressort

Der Kauf des Schweizer Konkurrenten AAE (Ahaus Alstätter Eisenbahn Holding) ist unter Dach und Fach, da kündigt das Schienenlogistikunternehmen VTG auch eine Erweiterung des Finanzressorts ein. CFO Kai Kleeberg soll künftig von Mark Stevenson unterstützt werden.

Nach der Übernahme des Schweizer Waggonvermieters AAE (Ahaus Alstätter Eisenbahn Holding) durch das Hamburger Schienenlogistikunternehmen VTG will die VTG jetzt auch ihr Finanzressort erweitern: Künftig wird neben dem bisherigen CFO Kai Kleeberg  auch noch Mark Stevenson für die Finanzen zuständig sein, der entsprechende Beschluss des Aufsichtsrats wird noch in diesem Monat erwartet. Stevenson kommt direkt von der erworbenen AAE, wo er CFO und CEO war.

Der 53-jährige Engländer, der in Oxford Moderne Sprachen studiert hat, ist bereits seit 1994 für die Finanzen bei AAE zuständig und „hat die Gesellschaft maßgeblich mit aufgebaut“, wie der Konzern anlässlich des Deals mitteilt. 2006 hat er zusätzlich die Aufgabe des CEOs übernommen, diese aber wieder abgegeben, als ein neuer CEO ins Haus geholt wurde. Nach mehreren Veränderungen auf Managementebene übernahm Stevenson 2014 zusätzlich zum CFO-Job auch wieder den Vorstandsvorsitz.

VTG: Mark Stevenson für Fremdfinanzierung zuständig

„Durch die stark gewachsene Flotte mit einer Bilanzsumme von jetzt rund drei Milliarden Euro stiegen zukünftig die Anforderungen an eine ausgewogene und effiziente Fremdfinanzierung“, begründet die VTG die Erweiterung des Finanzressorts. Daher soll sich Stevenson bei der VTG nun explizit um das Thema Fremdfinanzierung kümmern, wie VTG gegenüber FINANCE sagte. CFO Kleeberg, ein promovierter Betriebswirtschaftler, der unter anderem bei Hapag Lloyd und debis Daimler-Benz InterServices tätig war, soll weiterhin die Ressorts Controlling, Bilanzierung, IT und Investor Relations verantworten.

Der heute vollzogene Kauf von AAE durch die VTG war bereits Ende September angekündigt worden. Die Finanzierung erfolgt über eine Sachkapitalerhöhung der VTG-Aktien, eine Barkomponente und ein Verkäuferdarlehen. Der Verkäufer der AAE, Andreas Goer, zeichnet 7,4 Millionen Aktien und wird damit künftig 26 Prozent am Kapital der VTG halten. Er wird damit nach der von Wilbur Ross kontrollierten Compagnie Européenee de Wagons, deren Beteiligung sich auf 39 reduziert, zum zweitgrößten Eigentümer. In der Pressemitteilung wird explizit erwähnt, dass Goer nicht beabsichtigt, die VTG zu übernehmen.

Herausforderung Integration der AAE

Das Verkäuferdarlehen beläuft sich auf rund 230 Millionen Euro, die Barkomponente liegt bei 15 Millionen Euro. Außerdem könnte es „auf Grund einer im Vertrag vorgesehenen Anpassungsregelung, gegebenenfalls eine weitere Gegenleistung von maximal rund 3 Millionen Euro“ geben, die das Unternehmen aber nicht näher offen legt.

Durch den Deal erweitert sich die Flotte der VTG von rund 50.000 Wagen auf über 80.000 Wagen, das Durchschnittsalter der Flotte wird durch die jüngeren Wagen der AAE von 23 Jahren auf 20 Jahre sinken. Doch die Integration der AAE wird auch eine Herausforderung für die zwei Finanzverantwortlichen sein, denn neben einem Umsatz von rund 200 Millionen Euro und einem Ebitda von knapp 150 Millionen Euro wies AAE zum Stichtag 31.12.2013 eine Nettoverschuldung von 890 Millionen Euro auf. VTG erzielte zuletzt einen Umsatz von rund 610 Millionen Euro und ein Ebitda von 140 Millionen Euro.

julia.becker[at]finance-magazin.de