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Neue Ruhe? Pfleiderer ernennt Richard Mayer zum CFO

Richard Mayer ist ab 1. Januar 2013 der neue Finanzchef von Pfleiderer.
Pfleiderer

Der Aufsichtsrat von Pfleiderer hat Richard Mayer zum neuen CFO ernannt. Mayer wird seinen Posten am 1. Januar 2013 als Nachfolger von Finanzchef Elmar Geissinger antreten. Dieser war im Mai 2012 als externer Sanierer in den Vorstand des insolventen Holzwerkstoffherstellers Pfleiderer geholt worden.

Nun will Pfleiderer mit CFO Mayer nach Abschluss des Insolvenzverfahrens wieder in den Normalbetrieb übergehen. Der 50-Jährige kommt vom Baumaschinenhersteller Wacker Neuson. Dort arbeitete der Diplom-Kaufmann insgesamt für mehr als 17 Jahre, 12 davon als Vorstandsmitglied. Am 30. September hat er sein Amt als Vorstand für den Produktbereich Baugeräte niedergelegt; der Posten fiel durch den Zusammenschluss mehrere Bereich weg. Diese Position hatte Mayer seit 2007 inne, als die Wacker Construction Equipment AG und Neuson Kramer Baumaschinen AG zur jetzigen Wacker Neuson SE fusionierten. Laut Pfleiderer-Mitteilung verfügt Mayer über „tiefgreifende Erfahrungen in den klassischen Funktionen des kaufmännischen Bereichs sowie in der Optimierung von Geschäftsprozessen“.

Das macht deutlich, dass es bei Pfleiderer nach jahrelanger, komplexer Restrukturierungsarbeit noch einiges für den neuen CFO zu tun geben wird. Pfleiderer war schon 2008 tief in die roten Zahlen gerutscht. Der während der Finanzkrise erfolgte Umsatzeinbruch hatte den Holzwerkstoffhersteller auf seinem waghalsigen Wachstumskurs überrascht. Bereits im 2. Quartal 2009 hatte das Unternehmen daraufhin Covenants gebrochen. Im April 2012 wurde schließlich das Insolvenzverfahren eröffnet.

CFO-Rochade bei Pfleiderer

Unter Vorstandschef Hans Overdiek, der von 2003 bis Mai 2012 den Konzern lenkte, verschliss Pfleiderer Finanzvorstände fast im Jahrestakt. Im Sommer 2008 wurde Heiko Graeve kurz vor Ausbruch der Finanzkrise intern zum CFO befördert. Graeve folgte auf Derrick Noe, dessen plötzliches Verlassen des Unternehmens schon damals für Spekulationen sorgte. Im Oktober 2011 nahm dann wiederum Graeve seinen Hut. Während des Insolvenzverfahrens, mit dessen offiziellem Ende Pfleiderer laut Mitteilung in den „nächsten Wochen“ rechnet, trat Sanierer Geissinger auf den Plan. Mit Mayer soll nun erst einmal Ruhe in den stark verkleinerten Konzern einkehren.

Nach vier Jahren, die von Restrukturierungen, Unternehmensverkäufen, Refinanzierungen und zahlreichen CFO-Wechseln geprägt waren, gibt sich der Holzwerkstoffhersteller nun zuversichtlich. Durch den Insolvenzplan werde Pfleiderer „um annähernd 900 Millionen Euro Verbindlichkeiten entlastet“, meldet der Konzern. Die rund 310 Millionen Euro im Unternehmen verbleibenden Finanzverbindlichkeiten entsprächen einer marktgängigen Verschuldung, heißt es. Gleichzeitig werde Pfleiderer mit einem Eigenkapital von rund 165 Millionen Euro ausgestattet. „Pfleiderer kann sich nun endgültig voll und ganz auf die Zukunft und das operative Geschäft konzentrieren“, sagt der zeitgleich mit Mayer neu ernannte CEO Michael Wolff.

anne-kathrin.meves[at]finance-magazin.de

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