Pfeiffer Vacuum Pressebild

04.11.14
CFO

Pfeiffer Vacuum weist CFO Nathalie Benedikt die Tür

Der deutsche Vakuumpumpenhersteller Pfeiffer Vacuum trennt sich mit sofortiger Wirkung von seiner Finanzchefin Nathalie Benedikt. Zudem sorgen schlechte Zahlen im Zwischenbericht für Unruhe.

Die langjährige Mitarbeiterin und seit Januar vergangenen Jahres als CFO tätige Nathalie Benedikt wird sich einen neuen Arbeitgeber suchen müssen. Wie der Konzern bestätigte, wurde Nathalie Benedikt durch den Aufsichtsrat mit sofortiger Wirkung von ihren Aufgaben entbunden und wird das Unternehmen verlassen.

Ein Pfeiffer-Sprecher betonte, dass die Abberufung nicht mit den Zahlen des Zwischenberichts zu tun habe, sondern auf internen Unstimmigkeiten beruhe. Die entstehende Lücke wird bis auf Weiteres Unternehmenschef Manfred Bender füllen, bis ein geeigneter Nachfolger gefunden ist. Bender hatte früher – vor Benedikts Berufung – das Finanzressort mit geleitet.

Ex-Finanzchefin Nathalie Benedikt war seit 2000 im Unternehmen

Nathalie Benedikt arbeitete im Anschluss an ihr BWL-Studium in Mannheim zunächst in einem internationalen Versicherungskonzern im Bereich Finanzen, bevor sie zur Jahrtausendwende zu Pfeiffer wechselte.

Dort übernahm sie im April 2004 die Leitung des Bereichs Controlling & Finanzen und arbeitete laut Unternehmensangaben als Prokuristin.

Die Berufung zum CFO erfolgte im Januar 2013. Bis zuletzt verantwortete Benedikt in dieser Funktion die Ressorts Controlling & Finanzen, die EDV sowie das Personal.

Beunruhigender Zwischenbericht

Schon im Vorfeld der überraschenden Trennung von der Finanzchefin stand Pfeiffer Vacuum unter verstärkt kritischer Beobachtung der Investoren. In diesem Jahr ging der Aktienkurs um fast 40 Prozent zurück. Der Konzern leidet unter anderem unter der anhaltenden Nachfrageschwäche im Halbleitermarkt, den vor allem die im Jahr 2010 zugekaufte französische Tochtergesellschaft Adixen bedient.

Die Zahlen zum dritten Quartal konnten die Sorgen der Investoren nicht zerstreuen: Der Gewinn vor Zinsen und Steuern (Ebit) sackte im Vergleich zum Vorjahreszeitraum  um mehr als ein Viertel auf 11,0 Millionen Euro ab. Auch der Umsatz ging um 1,6 Prozent auf 98,2 Millionen Euro zurück, die Jahresprognose für den Umsatz musste das nordhessische High-Tech-Unternehmen an das untere Ende der angegebenen Spanne von 410 bis 440 Millionen Euro eingrenzen.

Die Gründe für die schlechten Zahlen sollen vor allem in den niedrigeren Umsätzen und der damit verbunden ungünstigen Auslastung sowie in dem veränderten Produktmix und den daraus resultierenden Zusatzkosten für Forschung und Entwicklung liegen.

philipp.habdank[at]finance-magazin.de