Bike24 vermeldet einen Erfolg bei der CFO-Suche. Mitte März teilte der Online-Fahrradhändler unerwartet mit, dass sein langjähriger Finanzchef Timm Armbrust sein Amt vorzeitig niederlegen wird. Nun kann das Unternehmen, an dem der Private-Equity-Investor Riverside 35 Prozent hält, einen Nachfolger präsentieren: Neuer Finanzchef wird mit Wirkung zum 1. Oktober dieses Jahres Sylvio Eichhorst. In dieser Funktion wird er künftig die Bereiche Finanzen, IT und Personal verantworten.
CFO Armbrust, der seit neun Jahren die Funktion ausübt, wird die Dresdner bereits Ende Juni verlassen. Bis zum Amtsantritt von Eichhorst wird der Vorstandsvorsitzende Andrés Martin-Birner das Finanzressort interimistisch leiten, gab Bike24 auf FINANCE-Anfrage bekannt.
Sylvio Eichhorst hat bislang keine CFO-Erfahrung

Der designierte CFO wird vom Pflanzenzüchtungsunternehmen KWS Saat zu Bike24 wechseln. Dort ist er seit Dezember 2020 als Head of Global Finance & Procurement tätig. Davor arbeitete er seinem „Linkedin-Profil“ zufolge über sechs Jahre bei dem Technologiekonzern Jenoptik, unter anderem als Vice President und Head of Accounting & Tax. Seine Karriere startete Eichhorst bei dem Big-Four-Haus KPMG. CFO-Erfahrung bringt der Manager bislang nicht mit.
Eichhorst kennt Bike24, seine Abläufe und Herausforderungen bereits gut. Er ist seit Mai 2021 Mitglied im Aufsichtsrat sowie Vorsitzender des Prüfungsausschusses des Fahrradhändlers. „Wir sind sehr erfreut, Sylvio Eichhorst mit seiner internationalen Erfahrung und ausgewiesenen Finanzexpertise als neuen CFO für Bike24 gewonnen zu haben, der auf Grund seiner Arbeit als Mitglied des Aufsichtsrats und Vorsitzender des Prüfungsausschusses von Bike24 bereits wertvolle Einblicke in unser Unternehmen besitzt“, kommentiert Ralf Kindermann, Bike24-Aufsichtsratsvorsitzender, die neue Personalie.
Bike24 hat Covenant-Bruch hinter sich
Seine bisherigen Einblicke in das Unternehmen könnten Eichhorst zugutekommen, wartet bei Bike24 ein Berg an Herausforderungen auf den Finanzmanager. So hat das Unternehmen seit Ende des Corona-Booms aufgrund einer rückläufigen Nachfrage nach Fahrrädern und Zubehör mit einem Umsatzrückgang zu kämpfen.
Die schlechte Geschäftsentwicklung führte unter anderem zu einem Covenant-Bruch. Die rückläufigen Zahlen drückten auch den Aktienkurs des Fahrradhändlers – bitter auch für Riverside, die das Unternehmen 2019 zum zweiten Mal übernommen hatten.
Zuletzt hellte sich die Lage aber etwas auf. Der Umsatz 2024 blieb zumindest stabil und belief sich mit 226 Millionen Euro auf dem Niveau vom Vorjahr 2023, in dem der Umsatz um 13,5 Prozent eingebrochen war.
Bike24 blickt optimistisch auf 2025
Immerhin konnte der Fahrradhändler 2024 schwarze Zahlen schreiben. Aus dem Verlust vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) von rund 6 Millionen Euro wurde ein Plus von rund 1,5 Millionen Euro. Trotzdem schloss Bike24 das Geschäftsjahr mit einem Verlust vor Zinsen und Steuern (Ebit) in Höhe von 15 Millionen Euro ab (Verlust 2023: 83 Millionen Euro).
Für das laufende Geschäftsjahr 2025 zeigt sich Bike24 optimistisch und will einen Umsatz zwischen 233 Millionen und 242 Millionen Euro erzielen. Auch das bereinigte Ebitda soll auf zwischen 7 Millionen und 12 Millionen Euro wachsen (2024: 5,3 Millionen Euro) – so die Prognose. Es liegt nun an Eichhorst, das Unternehmen wieder zurück auf Kurs zu bringen.
Jasmin Rehne ist Redakteurin bei FINANCE und verfolgt schwerpunktmäßig die Themen Controlling, Gehalt und Personal. Sie hat in Marburg Sprache und Kommunikation studiert. Neben ihrem Studium arbeitete Jasmin Rehne bereits als studentische Hilfskraft bei FINANCE.
