Walbusch kämpft wie andere Modehäuser mit der E-Commerce-Konkurrenz - nun steht auch noch ein CFO-Wechsel an.

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25.02.19
CFO

Walbusch wechselt CFO erneut aus

Nach gerade einmal einem halben Jahr im Amt trennen sich Walbusch und Finanzchef Karsten Platz schon wieder. Platz' Nachfolger ist ein Eigengewächs.

Schon wieder ein Führungswechsel bei Walbusch: CFO Karsten Platz verlässt das Solinger Modeunternehmen nach nur einem halben Jahr im Amt. Nach dem Ausscheiden des damaligen Finanzvorstandes Cord Henrik Schmidt vor gut einem Jahr suchte das Modehaus einen neuen kaufmännischen Geschäftsführer und fand mit Platz zunächst einen Nachfolger.

Er trat sein Amt im September an und verantwortete die Ressorts Finanzen, Controlling, IT, Organisation, Service, Personal sowie Logistik. Platz brachte viele Jahre Erfahrung in der kaufmännischen Geschäftsführung, aber auch im Modebusiness mit, unter anderem als CFO bei Canda International, die zur C&A-Gruppe gehören, und bei Peek & Cloppenburg in Düsseldorf, wo er Bereichsleiter Finanz- und Rechnungswesen war. Zuletzt war der 54-Jährige Finanzchef bei Rotkäppchen.

Auf Finanzchef Platz folgt Eigengewächs Frank Reuber

Mit der Komplettierung der Geschäftsführung sah sich Walbusch „für die weitere Entwicklung zum Multi-Channel-Unternehmen gut aufgestellt“, betonte CEO Christian Busch bei der Berufung des neuen Finanzchefs. Umso überraschender ist es, dass Platz schon wieder seinen Platz räumt. Er geht in gegenseitigem Einvernehmen, heißt es.

Ein Nachfolger für ihn ist schon gefunden: Ab sofort wird Frank Reuber die CFO-Verantwortlichkeiten des Modehauses übernehmen. Das Eigengewächs gehört dem Unternehmen schon seit fast 30 Jahren an. Der 51-Jährige war zuletzt Bereichsleiter Finanzen/Controlling und kennt daher „das Unternehmen auf der Zahlenseite wie kein Zweiter“, wie CEO Busch betont. Bei allen neuen unternehmerischen Aktivitäten in der Vergangenheit habe Reuber „mit seinem breiten Wissen die Planung und den Aufbau maßgeblich unterstützt“, so Busch weiter.

Walbusch-Umsatz bleibt unter Vorjahresniveau

Zu Reubers Aufgaben wird nun gehören, den Umsatz des 1934 gegründeten Modeunternehmens anzukurbeln. Im Geschäftsjahr 2018 konnte Walbusch eine Umsatzziele nicht erreichen, räumt das Unternehmen ein: Mit 320,1 Millionen Euro liegen die Erlöse sogar leicht unter Vorjahr. Der Start ins neue Jahr 2019 sei aber positiv verlaufen, heißt es aus dem Unternehmen.

Walbusch kämpft – wie viele andere traditionelle deutsche Modehändler aktuell auch – mit der E-Commerce-Konkurrenz und muss deshalb viel Geld in den Ausbau des Online-Geschäfts investieren. Zuletzt sorgte der Modehändler Gerry Weber für Schlagzeilen, als er in die Insolvenz rutschte. Tom Tailor wurde mit einer kräftigen Finanzspritze des chinesischen Großaktionärs Fosun vor Schlimmerem bewahrt.

olivia.harder[at]finance-magazin.de