5 Milliarden, Nix dahinter: 50-Hertz-CFO Marco Nix will in den kommenden zehn Jahren 5,4 Milliarden Euro investieren.

50Hertz

15.09.15
CFO

50Hertz-CFO Marco Nix: „Ein Benchmark-Bond pro Jahr“

CFO Marco Nix will bei dem Berliner Stromnetzbetreiber 50Hertz in den kommenden zehn Jahren mehr als 5 Milliarden Euro investieren. Vor seinem Amtsantritt im Juli konnte er sich noch Tricks von seinem Vorgänger abschauen.

 

Kaum im Amt, muss Marco Nix gleich Fahrt aufnehmen: Der seit Juli amtierende CFO des Berliner Übertragungsnetzbetreibers 50Hertz hat ein ambitioniertes Capex-Programm vor der Brust. Das Unternehmen will in den kommenden zehn Jahren 5,4 Milliarden Euro in den Ausbau der Stromnetze in Nord- und Ostdeutschland investieren, vor allem um die wachsende Erzeugung von Ökostrom mit den Abnehmern zu verbinden.

Das ist auch für ein Unternehmen mit einem Jahresumsatz von 8,5 Milliarden Euro viel Geld. „Wir haben einen großen Nachholbedarf beim Ausbau der Netze. Dazu kommen die Netzanschlüsse in der Ostsee“, begründet Nix die Investitionsoffensive gegenüber FINANCE.

50Hertz investiert 800 Millionen Euro

50Hertz will mit dem Capex-Programm die Stromtrassen modernisieren, aber auch neue Technologien wie Hybridleitungen – eine Kombination aus Gleich- und Wechselstrom – fördern. „Hybridleitungen gibt es so noch nicht in Deutschland“, sagt Nix dazu. Neue Technologien seien aber ein wesentliches Element, damit 50Hertz sein Investitionsprogramm bewältigen könne.

50Hertz will für den Netzausbau besonders in den kommenden drei Jahren tief in die Tasche greifen. Die Berliner, die zu 60 Prozent dem belgischen Übertragungsnetzbetreiber Elia gehören und zu 40 Prozent der australischen Investmentgesellschaft IFM, werden im laufenden Geschäftsjahr voraussichtlich ein Investitionsvolumen von mehr als 800 Millionen Euro ausweisen. „Auch im nächsten und übernächsten Jahr werden die Capex-Aufwendungen deutlich über dem Durchschnittswert liegen“, erwartet Nix, der vor seiner Berufung zum CFO seit 2009 das Controlling bei 50Hertz leitete.

Gemeinsam mit Ex-CFO Udo Giegerich auf Roadshow

Um das ambitionierte Programm zu bewältigen, muss Nix die Finanzierung auf solide Beine stellen. Nix‘ Vorgänger Udo Giegerich hatte ihm vor seinem Abgang noch ein CFO-Starter-Paket übergeben. Im Mai hat das Unternehmen einen Konsortialkredit refinanziert und auf 750 Millionen Euro aufgestockt. Das Volumen aus dem syndizierten Kredit wurde mehr als verdoppelt. Zudem emittierte 50Hertz im Juni eine Anleihe über 500 Millionen Euro.

„In die beiden Transaktionen war ich vollständig mit eingebunden“, sagt der 41-jährige Marco Nix. Die Roadshow habe er mit Giegerich und CEO Boris Schucht gemeinsam begleitet. „So konnten unsere Investoren und ich uns schon einmal beschnuppern.“

50Hertz: Noch eine Anleihe in 2015

Doch der Kapitalhunger ist mit diesem beiden Transaktionen noch nicht gestillt: „Im Schnitt werden wir in den kommenden Jahren wohl eine Kapitalmarktransaktion pro Jahr machen“, kündigt der gebürtige Berliner Nix an. „Diese sollte sich dann in der Größenordnung eines Benchmark-Bonds bewegen.“

Auch für das Jahr 2015 ist Finanzchef Marco Nix mit seinem Team noch nicht fertig: „Ich gehe davon aus, dass wir dieses Jahr noch einmal tätig werden, in etwa am Anfang des vierten Quartals.“

jakob.eich[at]finance-magazin.de

Was sich für Marco Nix als CFO verändert hat, können Sie im vollständigen Interview in der aktuellen Ausgabe des FINANCE-Magazins nachlesen.