Der sportliche Erfolg von Borussia Dortmund schlägt sich auch massiv im Zahlenwerk von CFO Thomas Treß nieder.

Borussia Dortmund

22.08.13
CFO

BVB-CFO Thomas Treß vermeldet Rekordzahlen

Der sportliche Erfolg von Borussia Dortmund schlägt sich auch massiv im Zahlenwerk von CFO Thomas Treß nieder. Umsatz und Ergebnis sind so hoch wie noch nie in der mehr als 100-jährigen Geschichte des BVB – auch wegen des Rekordtransfers von Mario Götze, auf den der CFO nach eigenem Bekunden „liebend gerne verzichtet hätte“.

Für CFO Thomas Treß dürften die heute veröffentlichten vorläufigen Zahlen zum Geschäftsjahr 2012/2013 des BVB zu seiner Lieblingslektüre werden. Denn die jüngsten sportlichen Erfolge ließen bei Borussia Dortmund die Kasse klingeln und brachten dem BVB in seinem am 30. Juni abgelaufenen Geschäftsjahr die bislang höchsten Umsatzerlöse in der Vereinsgeschichte ein. Mit 305,0 Millionen Euro wurde der Vorjahreserlös von 215,2 Millionen Euro deutlich übertroffen, das Ergebnis vor Steuern (EBT) stieg von 36,6 auf 60,0 Millionen Euro. Den Jahresüberschuss im nach IFRS ermittelten Konzernabschluss hat Borussia Dortmund nahezu verdoppelt: Er wuchs auf 51,2 Millionen Euro (Vorjahr 27,5 Millionen Euro). Zum Konzern gehört auch die rechtlich eigenständige BVB-Merchandising GmbH.

Der Einzug ins Champions-League-Finale, der zweite Platz in der Bundesliga und gesteigerte Transfererlöse haben dafür gesorgt, dass die Finanzabteilung von CFO Thomas Treß nach harten Jahren der Sanierung nun endgültig wieder mit komfortablen Zahlen hantieren kann. Allein der Transfererlös aus dem Verkauf von Mario Götze an Bayern München hat dem BVB in der vergangenen Saison 37 Millionen Euro eingebracht. Allerdings kam dieser Geldsegen nicht ganz freiwillig: „Wir sind sehr gesund und hätten deshalb auch liebend gerne auf die 37 Millionen für Mario Götze verzichtet“, sagte CFO Thomas Treß im Mai im Talk bei FINANCE-TV.

Dennoch lässt sich die Bedeutung des Götze-Wechsels nicht leugnen: „Das außerordentlich gute Ergebnis ist natürlich transfergetrieben“, zitiert die Vereinshomepage den CFO. Das Geld sei „in sportliche Qualität reinvestiert“ worden und stehe für Ausschüttungen nicht zur Verfügung.

Der zweite Platz in der Champions League war ein weiterer Meilenstein im Rekordjahr: Der Weg bis ins Champions-League-Finale soll Borussia Dortmund mehr als 54 Millionen Euro aus Uefa-Geldern eingebracht haben, die sechs Heimspiele  in der Königsklasse erzielten weitere Einnahmen über 12 Millionen Euro.

Mehr Ausgaben für Personal

Tiefer in die Taschen greifen musste der Verein bei den Personalaufwendungen. Sie stiegen im Einzelabschluss im Vergleich zum Vorjahr von 74,5 auf EUR 99,8 Millionen Euro. Dabei gilt die Bundesliga Studien zufolge insgesamt noch als wirtschaftlichste Liga Europas. Deutsche Bundesligavereine kamen in der Saison 2011/2012 im Durchschnitt mit 53 Millionen Euro für das Gehalt ihrer Spieler aus. Die Premier-League-Vereine in England zahlten ihren Kickern mit 102 Millionen Euro doppelt so viel.

Die BVB-Führung bezeichnet den jetzt vorgelegten Abschluss selbst als Ausnahmejahr. Angesichts steigender Kosten und extrem hoher Vergleichswerte wird BVB-CFO Treß, der seinen Vertrag mit Borussia Dortmund bis 2016 verlängert hat, im kommenden Jahr wahrscheinlich wieder etwas schwächere Zahlen präsentieren.

sabine.reifenberger[at]finance-magazin.de