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Alno gewinnt neuen Großaktionär

Der Küchenhersteller Alno kann das frische Kapital gut gebrauchen.
Alno

Der angeschlagene Küchenbauer Alno erhält die dringend benötigte Kapitalspritze. Wie das Unternehmen aus Pfullendorf mitgeteilt hat, ist mit der Nature Home Holding ein neuer Großinvestor eingestiegen. Der Küchenschrankhersteller Nature, gelistet an der Hong Kong Stock Exchange und mit Sitz auf den Cayman Islands, übernimmt neue Alno-Aktien aus einer noch durchzuführenden Barkapitalerhöhung.

Insgesamt will Alno 5,5 Millionen neuer Aktien unter Ausschluss des Bezugsrechts zum Preis von 1,05 Euro je Aktie ausgeben. Nature wird sämtliche Aktien übernehmen. Außerdem haben die Chinesen kürzlich rund 1,375 Millionen Alno-Aktien erworben, sodass sie insgesamt rund 9 Prozent am Grundkapital von Alno halten. Beraten wurde Alno bei der Transaktion durch die Kanzlei Ashurst. Nature ist für Alno kein Unbekannter: Die beiden Unternehmen arbeiten seit zwei Jahren in China zusammen. Nature hat über 3.000 Mitarbeiter und fertigt neben Küchenschränken unter anderem Bodenbeläge, Kleiderschränke und Holztüren.

Alno erhält frisches Geld pünktlich zur fälligen Zinszahlung

Insgesamt fließt Alno durch die Kapitalerhöhung frisches Geld in Höhe von 5,8 Millionen Euro zu. Es soll dafür verwendet werden, die Neuausrichtung voranzutreiben, „um so nachhaltig die operative Ergebnisbasis des Unternehmens zu verbessern“, heißt es in einer Mitteilung des Unternehmens. Die Cash-Injektion kommt auch für die Gläubiger zu einem glücklichen Zeitpunkt: Im Mai muss Alno die Zinszahlung für die Mittelstandsanleihe im Wert von 45 Millionen Euro leisten. Bei einem  Kupon von 8,5 Prozent beläuft sich diese auf fast 4 Millionen Euro.

Der Küchenbauer befindet sich praktisch seit dem Börsengang im Jahr 1995 in einer Dauerkrise und brachte schon vor Jahren einen Schuldenschnitt und eine Restrukturierung hinter sich – ohne durchschlagenden Erfolg. Zuletzt musste sich Alno sogar gegen Insolvenzgerüchte wehren. Die Zahlen aus dem Geschäftsbericht 2013 waren nicht gerade rosig: Die Umsatzerlöse lagen bei knapp 400 Millionen Euro, das Konzernergebnis lag bei minus 0,7 Millionen Euro.

Und auch die Zahlen, die Alno im Oktober veröffentlicht hatte, waren nur auf den ersten Blick positiv. Der Umsatz stieg zwar im 3. Quartal um 37 Prozent im Vergleich zum Vorjahr, das ging allerdings auf die Konsolidierung des im Januar 2014 übernommenen Küchenbauers AFP zurück. Morgen will Alno seine Zahlen für das Gesamtjahr veröffentlichen. Dabei werden die Investoren vor allem auf die Cashflow-Rechnung schauen, die ungetrübt ist von den bilanziellen Effekten der AFP-Übernahme.  

Nature wird zweitgrößter Aktionär hinter Whirlpool

Nach Vollzug der Kapitalerhöhung wird Nature zweitgrößter Aktionär. Größter Anteilseigner bleibt mit 16,7 Prozent der US-Konzern Whirlpool. Auf Whirlpool konnte sich der Küchenbauer auch stets verlassen: Wenn es nötig wurde, haben  die Amerikaner dem deutschen Küchenhersteller, der für sie ein wichtiger Absatzkanal ist,  längere Zahlungsziele eingeräumt oder Kapital zugeschossen.  

Der Aktienkurs reagierte auf die Meldung positiv: Lag er Freitag noch bei 0,85 Euro, ist er inzwischen auf 0,92 Euro gestiegen. Die Anleihe hat sich leicht verbessert von 82 Prozent auf 85 Prozent.

julia.becker[at]finance-magazin.de

Info

Mehr zu der angespannten Lage des Küchenherstellers finden Sie auf unserer FINANCE-Themenseite zu Alno.
 

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