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Deutsche PE-Investoren glauben nur an sich selbst

Leichte Beute nur bei sich selbst: Die PE-Investoren zählen 2015 bei ihren M&A-Deals nicht mehr auf die Konzerne, sondern vor allem auf Recaps und Secondary Buy-outs.
michaelstockfoto/Thinkstock/Getty Images

Die deutschen PE-Investoren wähnen sich vor einem weiteren erfolgreichen, transaktionsreichen Jahr. Ihr Dealflow und die Rückflüsse für ihre Fondsinvestoren werden sich aber vor allem aus den eigenen Reihen speisen, glauben die PE-Investoren. Dies hat das aktuelle FINANCE Private Equity Panel ergeben, für das FINANCE gemeinsam mit der Kanzlei CMS Hasche Sigle dreimal im Jahr die Partner von mehr als 50 in Deutschland tätigen PE-Häusern anonym zu ihrer Markteinschätzung befragt.

Als stärkste Dealquelle für das laufende Jahr sehen fast alle Befragten die PE-Investoren selbst an. Auf einer Skala von 1 (wenig Aktivität) bis 10 (viel Aktivität) sprechen die FINANCE-Panelisten den PE-Investoren als Herkunft für neue Investitionsgelegenheiten einen Wert von 7,72 Punkten  zu. Damit liegen sie weit vor Industriekonzernen (5,48 Punkte) und Familienunternehmen (5,10 Punkte).

Auch als Käufer trauen die PE-Investoren den Unternehmen 2015 nicht viel zu. Nur 24 Prozent glauben, dass die Anzahl der Verkäufe von PE-Investoren an strategische Käufer (Trade Sales) in diesem Jahr zunehmen wird. 48 Prozent hingegen glauben an eine Zunahme von Secondary und Tertiary Buy-outs, bei denen andere PE-Investoren als Käufer ihrer Portfoliounternehmen agieren. Noch höher sind die Erwartungen aber an die so genannten „Recaps“, kreditfinanzierte Sonderausschüttungen. 66 Prozent der Befragten glauben, dass es davon 2015 mehr geben wird als im vergangenen Jahr. Auch bei Recaps generieren die PE-Investoren allerdings den Dealflow aus sich selbst heraus.

Gute Geschäftslage beschleunigt Exit-Vorhaben

Das Umfeld, in dem die Transaktionen auf den Weg gebracht werden müssen, scheint unverändert gut zu sein. So haben sich die Geschäftsaussichten der Portfoliounternehmen in Private-Equity-Hand nach Einschätzung ihrer Besitzer über den Jahreswechsel auf hohem Niveau sogar noch leicht verbessert. Ebenfalls sehr gut ist das Finanzierungsumfeld: Sowohl der Zugang zu Buy-out-Finanzierungen als auch die Konditionen und Kosten, die die Finanzierungspartner dafür aufrufen, haben sich auf dem im Herbst 2014 markierten Rekordniveau gehalten. „Das hat aber auch zur Folge, dass sich die Kaufpreise auf einem eher hohen Niveau bewegen“, findet Tobias Schneider, Partner bei CMS Hasche Sigle.

CMS-Partner Joachim Dietrich glaubt, dass die sehr robusten Rahmenbedingungen den Dealflow in den kommenden Monaten weiter anheizen werden: „Die aktuell guten Geschäftsaussichten ihrer Portfoliounternehmen dürften einige Investoren dazu veranlassen, früher als ursprünglich geplant über einen Exit nachzudenken.“  

Die stärkste Dealaktivität deutet sich aber in eher defensiven Sektoren an: Am stärksten favorisieren die Private-Equity-Investoren in Deutschland aktuell Investments in Healthcare-Spezialisten, Dienstleister und Nahrungsmittelhersteller.

michael.hedtstueck[at]finance-magazin.de

Info

Eine ausführliche Ergebnispräsentionen des aktuellen FINANCE Private Equity Panels können Sie hier im FINANCE-Research-Bereich kostenlos herunterladen.

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Michael Hedtstück ist Chefredakteur von FINANCE-Online und FINANCE-TV und verantwortet die Online-Aktivitäten des FINANCE-Magazins. Er ist zweifacher Träger des Deutschen Journalistenpreises.

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