Getting Deals Done

Abonnements

Startseite Deals Deutschland Douglas: Börsenrückkehr rückt näher

Douglas: Börsenrückkehr rückt näher

Der PE-Investor Advent setzt den Verkaufskurs bei Douglas fort.
Douglas

Der PE-Investor Advent drückt bei seinem Portfoliounternehmen Douglas ordentlich aufs Tempo: Der Hagener Handelskonzern soll offenbar ein reiner Parfümeriekonzern werden und schnell an die Börse zurückkehren. Wie die F.A.Z. berichtet, soll im Vorfeld des für Anfang 2015 geplanten IPOs der Rest des Portfolios abgestoßen werden. Das Parfümeriegeschäft wurde durch den Zukauf von Nocibé deutlich gestärkt. Die Parfümeriekette erzielte 2011/2012 ca. 1,9 Milliarden Euro Umsatz und fast 180 Millionen Euro Ebitda.

Mit der Übernahme gab Advent weitgreifende Pläne für die Umstrukturierung bekannt. Das Sorgenkind Thalia sollte wieder zum Erfolg geführt werden, auch wenn es schon vor zwei Jahren Gerüchte über mögliche Verkaufsabsichten gab. Von diesen Plänen rückt Advent nun offenbar ab und will sowohl Thalia als auch den Schmuckhändler Christ verkaufen.

Wenn alles gut geht, hätte Advent in weniger als drei Jahren ein Delisting, einen großen grenzüberschreitenden Zukauf, mehrere Verkäufe und die Rückkehr an die Börse geschafft – ein straffes Programm.

F.A.Z.: Douglas plant schnellen Christ-Verkauf

Vor allem beim Juwelier Christ soll es nun offenbar schnell gehen. Bereits im Juli sollen potentielle Käufer angesprochen und das Informationsmemorandum verschickt werden. Der Verkauf des Schmuckhändlers soll dann möglichst noch im Herbst erfolgen, schreibt die Zeitung. Mit der Käufersuche in einem beschleunigten Verfahren ist die Investmentbank JP Morgan betraut. Christ erzielte im Geschäftsjahr 2011/2012 einen Umsatz von 373 Millionen Euro und 39,5 Millionen Ebitda. Im abgelaufenen Geschäftsjahr sollen ähnliche Ergebnisse erzielt worden sein, heißt es in dem Bericht.

Mit dem geplanten Verkauf setzt Advent seine Strategie der Portfoliobereinigung bei Douglas fort. Der Süßwarenhersteller Hussel wurde bereits im März dieses Jahres an den PE-Investor Emeram verkauft, für mutmaßlich rund 50 Millionen Euro. Lincoln soll außerdem das M&A-Mandat erhalten haben, einen Käufer für die Damenmodekette Appelrath Cüpper zu finden.

Sorgenkind des Douglas-Portfolios ist die unter der Digitalisierung leidende Buchhandelskette Thalia. Dort ist die Restrukturierung noch nicht abgeschlossen und der Turnaround noch nicht geschafft. Dennoch soll auch die Buchhandelskette ebenfalls verkauft werden. FINANCE-Informationen zufolge ist diese bereits in finanzieller Hinsicht von Douglas getrennt (Ringfencing). Thalia machte der F.A.Z. zufolge 2013  915 Millionen Euro Umsatz und hat einen Verlust von 23 Millionen Euro auf Ebitda-Basis erwirtschaftet. Über einen genaueren Zeitplan für den Verkauf oder die beauftragte Bank ist nichts Näheres bekannt.

Struktur des Börsengangs noch offen

Wenn die Verkäufe erfolgt sind, könnte Advent Douglas, wie bereits seit Monaten gemutmaßt, zurück an die Börse bringen. Falls es nicht zu einem Verkauf von Christ kommt, soll der Schmuckhändler dem Bericht zufolge gemeinsam mit Douglas zusammen an die Börse gehen. Thalia hingegen würde, wenn der Verkauf scheitert, bei Advent bleiben.

antonia.koegler[at]finance-magazin.de

+ posts

Antonia Kögler ist Redakteurin bei FINANCE und DerTreasurer. Sie hat einen Magisterabschluss in Amerikanistik, Publizistik und Politik und absolvierte während ihres Studiums Auslandssemester in Madrid und Washington DC. Sie befasst sich schwerpunktmäßig mit Finanzierungsthemen und verfolgt alle Entwicklungen rund um Green Finance und Nachhaltigkeit in der Finanzabteilung.