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Eternas Gläubiger erhalten Vorrang vor PE-Investor Quadriga

Eterna will seine Mittelstandanleihe aufstocken.
Thinkstock / Getty Images

Der Private-Equity-Investor Quadriga geht beim Hemdenhersteller Eterna mit seinem Gesellschafterdarlehen in den Nachrang. Damit tritt der 28 Millionen-Euro-Kredit in der Fälligkeit hinter die Befriedigung der anderen Gläubiger zurück – das sind  inzwischen fast ausschließlich die Gläubiger der im vergangenen Jahr begebenen Mittelstandsanleihe. Zudem verzichtet Quadriga auf Zins- und Tilgungszahlungen. Eterna-Chef Henning Gerbaulet, der im erst zum Februar Peter Rentsch abgelöst hatte, wertet die Vereinbarung zum Rangrücktritt als deutliches Signal, dass Quadriga an das Geschäftsmodell von Eterna glaubt. Doch Quadriga geht damit bei Eterna noch mehr ins Risiko, nachdem der PE-Investor aus Frankfurt im Februar bereits den Mitgesellschafter Alpha, ebenfalls ein Private-Equity-Haus, herausgekauft hatte.

Die Umstände der aktuellen Transaktion deuten auf wirtschaftliche Probleme bei Eterna hin: Die Banken ziehen sich aus den Krediten zurück, im Gegenzug versucht der Hemdenhersteller seine Mittelstandsanleihe um 20 auf 55 Millionen Euro aufzustocken. Offenbar war Quadrigas Rangrücktritt notwendig, um die neuen Investoren von der Solidität der Mittelstandsanleihe zu überzeugen. Denn geschäftlich läuft es nicht rund bei Eterna: Den während des Buy-outs im Jahr 2006 angehäuften Schuldenberg von 90 Millionen Euro konnte Eterna bis Mitte des vergangenen Jahres erst um 40 Millionen Euro abbauen. Ende 2012 beliefen sich die Nettofinanzverbindlichkeiten mit der Mittelstandsanleihe auf 58 Millionen Euro, hinzu kommen 28 Millionen Euro aus dem jetzt zins- und tilgungsfrei gestellten Gesellschafterdarlehen von Quadriga, das laut Eterna-Angaben als wirtschaftliches Eigenkapital gilt. Bei einem Ebitda von 11,8 Millionen Euro entspricht das einem Senior-Leverage von 4,9x, inklusive des Gesellschafterdarlehens beläuft sich der Leverage auf 7,3x. Eterna schloss 2012 mit einem Konzernjahresfehlbetrag von 4,7 Millionen Euro ab.

Eterna plant Aufstockung seines Mini-Bonds

Erleichterung brachte im vergangenen September die Platzierung der Mittelstandsanleihe über 35 Millionen Euro, die  bis Oktober 2017 läuft. Es war der mit 8 Prozent verzinste erste Mini-Bond eines Private-Equity-geführten Unternehmens. Die Finanzierungslage für Eterna sei durch die Anleiheemission deutlich flexibler geworden, sagte der damalige CEO Peter Rentsch im FINANCE-TV-Interview. Zuvor hatte sich das Unternehmen primär mit einem Konsortialkredit unter Führung der IKB finanziert.

anne-kathrin.meves[at]finance-magazin.de

Info

Mehr Zahlen, Hintergründe und Einschätzungen finden Sie auf unserer Themenseite zu Eterna.

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