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Xella-CFO Hans-Jürgen Wiecha muss Schuldenabbau verschieben

Börsengang erst einmal auf Eis gelegt: Der Baustoffhersteller Xella.
Xella

Der Exit der PE-Investoren Goldman Sachs und PAI beim Baustoffhersteller Xella verzögert sich: Das Unternehmen hat den für dieses Jahr geplanten Börsengang zunächst auf Eis gelegt. Eine entsprechende Information der Nachrichtenagentur Reuters bestätigte ein Sprecher des Baustoffherstellers: „Wir müssen wegen der Marktvolatilität ein Zeitfenster finden, das besser ist als das derzeitige.“ Weitere Details wollte das Unternehmen auf Nachfrage von FINANCE nicht nennen.

Finanzkreisen zufolge wollte Xella den IPO schnell durchboxen: Der Börsenprospekt war FINANCE-Informationen zufolge bereits in den finalen Zügen. Die Veröffentlichung war laut Reuters noch für diese Woche erwartet worden, die Erstnotiz dem Vernehmen nach für den 20. Oktober geplant.

Xella hatte seinen IPO erst vor zwei Wochen angekündigt, nahezu zeitlich mit dem Durchsickern des VW-Abgasskandals, der die Börsen seither in Atem hält. CEO Jan Buck-Emden hatte damals noch gute Voraussetzungen für einen IPO attestiert. „Der Zeitpunkt dafür ist günstig“, so Buck-Emden damals. „In der Baubranche zeichnet sich in vielen europäischen Ländern eine Markterholung ab. Von diesen positiven Entwicklungen wollen wir noch stärker profitieren.“ Gespräche mit Großinvestoren haben die Eigentümer nun aber offenbar entmutigt.

PE-Investoren Goldman und PAI verschieben Exit

Bereits im März war durchgesickert, dass Goldman und PAI den Exit bei Xella über einen IPO planen. Damals war allerdings von 2016 die Rede gewesen. Angesichts der Börsenturbulenzen der vergangenen Wochen scheint dieses ursprünglich indizierte Zeitfenster nun wieder realistischer. Die PE-Investoren hatten Xella 2008 für rund 2 Milliarden Euro erworben.

Auch der seit März amtierende Xella-CFO Hans-Jürgen Wiecha wird sich nun gedulden müssen. Mit dem Börsengang wollte der Baustoffhersteller eine Kapitalerhöhung über 200 Millionen Euro verbinden, die Mittel sollten vor allem dem Schuldenabbau dienen. Daraus wird nun erst einmal nichts.

Die Eigenkapitalspritze hätte Xella aber gut getan. Das Unternehmen befindet sich seit Jahren in der Restrukturierung, die Ratingagentur Moody’s bewertet die Duisburger mit B1 (Ausblick negativ). Im ersten Halbjahr 2015 kletterte die Nettofinanzverschuldung auf 762 Millionen Euro verglichen zu 526 Millionen Euro zum Jahresende. Damals lag der Verschuldungsgrad (Nettofinanzverschuldung zu Ebitda) bei 2,8x.

VW-Skandal belastet auch Schaeffler- und Covestro-IPO

Das Auf und Ab an den Börsen trifft auch andere Unternehmen: Der Autozulieferer Schaeffler musste gestern eine herbe Schlappe einräumen: Statt der vom Markt erwarteten 2,5 Milliarden Euro strebt Schaeffler bei seinem IPO jetzt nur noch einen Erlös von 900 Millionen Euro an. Wie Wiecha muss nun auch Schaeffler-CEO Klaus Rosenfeld die ursprünglich geplante Refinanzierung anders gestalten.

Auch die Bayer-Kunststofftochter Covestro musste ihre ursprünglich geplante Preisspanne nach unten anpassen. Mit 24 Euro lag der Preis deutlich unter den vormals angepeilten 26,50 bis 35,50 Euro. Heute zum Handelsstart legte die Aktie allerdings einen kleinen Sprung hin und notiert derzeit bei rund 26 Euro. Besser lief es bei Scout 24: Der Online-Kleinanzeigen-Dienst hat es geschafft, seine Emission wie geplant durchzuziehen.

desiree.backhaus[at]finance-magazin.de