Die Deutsche Beteiligungs AG hat den Breitband-Dienstleister Vitronet gekauft.

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24.04.17
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DBAG macht ersten Buy-out aus Wachstumsfonds

Die Deutsche Beteiligungs AG hat erstmals eine Mehrheitsübernahme aus ihrem Wachstumsfonds finanziert. Der Kauf der Breitband-Firma Vitronet unterstreicht, dass Finanzinvestoren verstärkt den kleinen Mittelstand durchkämmen.

Die Deutsche Beteiligungs AG hat einen neuen Zukauf getätigt. Für den Telekommunikationsdienstleister Vitronet Projekte investiert der börsennotierte Finanzinvestor nach eigenen Angaben bis zu 8,5 Millionen Euro aus der eigenen Bilanz und bekommt dafür 40 Prozent der Anteile. Das legt eine Eigenkapitalbewertung von gut 21 Millionen Euro nahe. Wie viele Schulden die DBAG darüber hinaus übernimmt und was für ein Transaktionsvolumen sich daraus errechnet, gab die DBAG nicht bekannt.

Den überwiegenden Rest der Anteile übernimmt der  Wachstumskapitalfonds der DBAG namens ECF („Expansion Capital Fund“). Die DBAG legt traditionell den Equity-Anteil offen, den sie aus der eigenen Bilanz bezahlt, nicht jedoch, wie sich der Rest auf ihre Fonds und die Managementteams der übernommenen Unternehmen verteilen.

DBAG, Carlyle, IK: Private Equity sucht kleine Mittelständler

Vitronet ist die erste Mehrheitsübernahme aus dem ECF-Fonds, dem Vehikel der DBAG für Investments in kleinere Mittelständler. Die Deutsche Beteiligungs AG hatte den Fonds 2011 zunächst als Vehikel für Minderheitsbeteiligungen aufgelegt. Im vergangenen Juli hatte der Finanzinvestor den Investitionsfokus erweitert und bekanntgegeben, nun auch klassische Buy-outs im kleineren Mittelstand aus dem Fonds tätigen zu können. Der Eigenkapitalanteil soll dabei zwischen 10 und 30 Millionen Euro liegen. Mit dem größeren Buy-out-Fonds zielt die DBAG hingegen auf Eigenkapitaltickets von über 50 Millionen Euro ab.

Die Aktivitäten der DBAG sind  ein Beleg für den Trend, dass auch große Finanzinvestoren zunehmend nach kleineren Übernahmezielen suchen, insbesondere in Deutschland. So hat der europaweit agierende Midcap-Investor IK einen eigenen Smallcap-Fonds aufgelegt, und der US-Private-Equity-Riese Carlyle hat die Fuldaer Holding KAP Beteiligungs AG als Plattform für Zukäufe von kleinen Mittelständlern übernommen.

florian.bamberg[at]finance-magazin.de

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