MAG IAS

17.08.15
Deals

Fair Friend Group kauft MAG IAS

CEO Reiner Beutel hat es geschafft: MAG IAS wird an den taiwanesischen Investor Fair Friend Group verkauft. Damit ist die Rückzahlung der Anleihe im kommenden Februar nicht mehr bedroht. Allerdings überrascht das Unternehmen die Investoren mit einer neuen Ankündigung.

Der Kaufvertrag ist unterzeichnet: Die Fair Friend Group macht ihre Ankündigungen tatsächlich wahr und übernimmt die MAG-Gruppe und damit auch den schwäbischen Autozulieferer MAG-IAS. Der Deal soll im vierten Quartal abgeschlossen werden, noch stehen die kartellrechtlichen Genehmigungen aus. Über den Kaufpreis äußert sich das Unternehmen nicht. Laut einem Bericht der FAZ soll sich das Transaktionsvolumen auf 230 Millionen Euro belaufen, davon 130 Millionen Euro in cash. Dies entspräche dem knapp 8-fachen Ebitda, schreibt die Zeitung.

Mittelstandsanleihe: MAG IAS sichert die Rückzahlung

Reiner Beutel, CEO und CFO von MAG IAS in Personalunion, der den Deal maßgeblich eingefädelt hat, beendet damit die Refinanzierungssorgen des Autozulieferers. Die Fair Friend Group hat sich verpflichtet, die MAG IAS-Gruppe finanziell in die Lage zu versetzen, alle Verpflichtungen aus der Mittelstandsanleihe zu erfüllen. Der Bond mit einem Volumen von 50 Millionen Euro wird im Februar 2016 fällig. Bereits die Ankündigung des Deals hatte den zuvor unter Druck geratenen Anleihekurs im Bereich von 95 Prozent stabilisiert. Die heutige Meldung lässt den Kurs auf 97,5 Prozent klettern.

Überraschend dagegen ist die Mitteilung des Unternehmens, eine „Verlängerung der Anleihe“ zu prüfen. Bisher gingen die Spekulationen eher in die Richtung, dass die Fair Friend Group nach einem erfolgreichen Closing der Übernahme noch schnell die erste Call-Option im August ziehen könnte, um den mit 7,5 Prozent teuren Bond vorzeitig zurückzuzahlen.

Ob die Bondholder sich auf eine Verlängerung des Papiers einlassen würden, wird wohl von zwei Faktoren abhängen: Wie groß ist das Vertrauen in den Investor aus Taiwan, und wie sehen die aktuellen Zahlen des Unternehmens aus? Der Geschäftsbericht 2014 soll in den nächsten Wochen veröffentlicht werden, verspricht das Unternehmen. Das Rating des Konzerns liegt derzeit bei B – die Ratingagentur Creditreform hatte die Bewertung im Januar aufgrund der unklaren Finanzierungssituation gesenkt. Die Agentur war allerdings auch der Ansicht, dass eine umfassende Finanzierungslösung die Perspektiven deutlich verbessern würde.

Die Kontakte von Reiner Beutel machen den Unterschied

Für Reiner Beutel endet mit der Unterzeichnung des Kaufvertrags eine erfolgreiche Restrukturierung. Er hatte überraschend im Juni die Verhandlungen über die Refinanzierung zusammen mit Executive President Finance Jens Mayr übernommen, nachdem er das Unternehmen im März eigentlich schon verlassen hatte. Seit September 2013 hatte er MAG-IAS als Interims-CFO durch eine Restrukturierung geführt. Der ehemalige Mercedes-Manager Rainer Schmückle sollte MAG IAS in die Zukunft führen, war jedoch aufgrund „strategischer Differenzen“ überraschend ausgeschieden. Daraufhin wurde Beutel zurückgeholt und an die Spitze des Autozulieferers gesetzt.

Ein Glücksfall für die Investoren: Die Refinanzierungsverhandlungen hatten sich lange hingezogen, was die Investoren verunsicherte und den Bond in der Spitze bis auf nahezu 50 Prozent vom Nennwert einbrechen ließ. In der Ankündigung des Deals mit der Fair Friend Group wurden die besonderen Geschäftsbeziehungen zwischen Reiner Beutel, Jimmy Chu, Chairman und Gründer der Fair Friend Group, und dem MAG-Eigentümer Mo Meidar hervorgehoben. Die FFG hatte 2013 bereits die Sparte Industrial Equipment von MAG gekauft und ins eigene Unternehmen integriert.

Wie lange Reiner Beutel noch bei dem Unternehmen bleiben wird, ist offen. Es bleibt zu vermuten, dass seine Arbeit als Restrukturierungsexperte beendet ist. Für seine Neuausrichtung bei MAG IAS hat FINANCE Reiner Beutel zum „CFO des Monats“ gekürt.   

antonia.koegler[at]finance-magazin.de