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23.05.16
Deals

Investor KKR wohl kurz vor Verkauf von WMF

Seit Monaten steht WMF im Schaufenster. Jetzt ist der Private-Equity-Investor KKR offenbar am Ziel: Der Besteckhersteller dürfte in den nächsten Tagen an die französische Groupe SEB gehen.

Der Private-Equity-Investor KKR hat einen Käufer für den Besteckhersteller WMF gefunden. Die französische Groupe SEB übernimmt WMF zu einem Kaufpreis von 1,59 Milliarden Euro inklusive Schulden. Hinzu kommen noch 125 Millionen Euro Pensionsverbindlichkeiten. WMF passt gut in das Portfolio der Franzosen: Zu SEB gehören bereits bekannte Haushaltsmarken wie Moulinex, Krups und Rowenta. Die gesamte WMF-Übernahme wird fremdfinanziert.

Für KKR hat damit ein längerer Verkaufsprozess ein Ende gefunden. Bereits vor einem halben Jahr waren die Verkaufspläne für WMF bekannt geworden. Für den Investor ist der Deal lukrativ: KKR hatte 2012 die Mehrheit an WMF vom Finanzinvestor Capvis zu einer Bewertung von rund 600 Millionen Euro übernommen, eine Sperrminorität von 25,1 Prozent verblieb damals beim österreichischen Unternehmer Andreas Weißenbacher. Im August 2014 sammelte KKR über ein Übernahmeangebot weitere Aktien ein und konnte schließlich einen Squeeze-out und ein Delisting durchsetzen. Seinen Einsatz dürfte KKR mindestens verdoppelt haben.

PE-Investor KKR hat mehrere Interessenten für WMF

Für den schwäbischen Haushaltswaren- und Besteckhersteller wurden im laufenden M&A-Prozess bereits mehrere namhafte Bieter als Interessenten gehandelt. Neben der Groupe SEB sollen auch Electrolux sowie das italienische Unternehmen DeLonghi an dem Verfahren beteiligt gewesen sein.

Vor wenigen Monaten galten auch die chinesischen Investoren Haier und Midea noch als Favoriten für eine WMF-Übernahme. Sie scheinen inzwischen aber aus dem Rennen zu sein. China hatte sich für WMF zuletzt zum wichtigsten Wachstumsmarkt entwickelt. Die Gruppe erzielte dort 2015 die größten Wachstumsraten. Insgesamt schloss WMF das Geschäftsjahr 2015 mit einem Umsatzwachstum von 4 Prozent auf 1,06 Milliarden Euro ab. Wesentliche Wachstumstreiber waren das Geschäft im Ausland sowie die hohe Nachfrage nach professionellen Kaffeemaschinen – der Umsatz in diesem Geschäftsbereich stieg um 13 Prozent und machte zuletzt mit 394 Millionen Euro mehr als ein Drittel vom Umsatz aus.

sabine.reifenberger[at]finance-magazin.de

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