Knorr-Bremse

07.08.18
Deals

Knorr-Bremse verkauft Sparte an Mutares

Knorr-Bremse strafft sein Portfolio und verkauft zwei seiner britischen Tochtergesellschaften an Mutares. Für die Beteiligungsgesellschaft ist es bereits der dritte Deal binnen zwei Wochen.

Das Münchener Familienunternehmen Knorr-Bremse verkauft sein britisches Geschäft für die Modernisierung von Schienenfahrzeugen an die Beteiligungsgesellschaft Mutares. Das geht aus einer Pflichtmitteilung hervor. Demnach übernimmt Mutares die beiden Industriedienstleister Rail Services und Kiepe Electric für einen nicht genannten Kaufpreis. Mit einem Abschluss des Deals wird im Herbst 2018 gerechnet.

Rail Services beschäftigt an zwei Standorten rund 600 Mitarbeiter. Kiepe Electric gehört seit Januar 2017 zu Knorr-Bremse und zählt knapp 100 Beschäftigte. Die beiden Unternehmen erwirtschafteten im Geschäftsjahr 2017 einen kombinierten Umsatz von 75 Millionen Pfund (umgerechnet 85 Millionen Euro).

Knorr-Bremse plant strategische Neuausrichtung

Mit dem Deal richtet Knorr-Bremse sein Rail-Services-Geschäft im britischen Markt strategisch neu aus und fokussiert sich auf die Kernkompetenzen als Schlüsselanbieter von Subsystemen, Komponenten und verwandten Dienstleistungen für die Schienenfahrzeugbranche, erklärt der Konzern. Die Straffung des Portfolios könnte auch als ein weiteres Indiz für einen bevorstehenden Börsengang gedeutet werden, bereinigt er doch das Portfolio um die schwächelnden UK-Einheiten.

Knorr-Bremse-CFO Ralph Heuwing hatte Mitte Juli die Spekulationen erneut angeheizt, indem er verkündete, dass im September eine Entscheidung über einen IPO getroffen werde. Wie die Nachrichtenagentur „Reuters“ unter Berufung auf Insider berichtet, will sich die Eigentümerfamilie von 20 bis 40 Prozent ihrer Anteile trennen. Demnach könnte der Börsengang bis zu 4 Milliarden Euro schwer und damit zu einem der größten des Jahres werden. In dem Interview bekräftigte Heuwing aber auch, dass dem Unternehmen selbst durch den IPO keine Mittel zufließen würden, sondern nur der Eigentümerfamilie Thiele.

Für Mutares ist es der dritte Deal in zwei Wochen

Für Mutares, die mit diesem Zukauf die erste Transaktion in Großbritannien getätigt hat, ist der Deal ein wichtiger Schritt, um den britischen und skandinavischen Markt zu erschließen, wie die Beteiligungsgesellschaft mitteilt.

Die im Mittelstands-Segment Scale gelistete Gesellschaft, die aktuell an elf Unternehmen beteiligt ist, hatte erst vor wenigen Tagen eine Übernahme bekanntgegeben. Die Tochter Balcke-Dürr hat mit Wirkung zum 1. August die KSS Consulting übernommen und damit ihr Angebot im Bereich des Rückbaus von Kernkraftwerksanlagen um die Bereiche Strahlenschutz und Dekontaminierung erweitert. Ende Juli hatte Mutares über seine Tochtergesellschaft Donges Steel Tec zudem die Kalzip Gruppe übernommen.

andreas.mehring[at]finance-magazin.de