IPO-Pläne von Knorr-Bremse gehen in die heiße Phase

Knorr-Bremse

16.07.18
Finanzierungen

IPO-Pläne von Knorr-Bremse gehen in die heiße Phase

Im September will Knorr-Bremse über den seit fast einem Jahr im Raum stehenden IPO entscheiden. Eine Kapitalerhöhung würde es laut CFO Ralph Heuwing dabei aber nicht geben.

Im September entscheidet sich, ob und wann Knorr-Bremse an die Börse geht. Das kündigte CFO Ralph Heuwing in der „Börsenzeitung“ an. Das Familienunternehmen hatte bereits im September vergangenen Jahres bekannt gegeben, dass ein IPO die vorrangige Option für die Zukunft des Bremsenherstellers sei. Zuvor war Knorr-Bremse mit dem Versuch gescheitert, den schwedischen Wettbewerber Haldex zu übernehmen. 

Heuwing bekräftigte in dem Interview, was sich bereits abzeichnete: Dem Unternehmen selbst würden bei einem Börsengang keine Mittel zufließen – eine Kapitalerhöhung sei nicht geplant. In diese Richtung hatte Heuwing erst vor einem Monat ein Signal ausgesandt, indem er am Kapitalmarkt eine 750 Millionen Euro schwere Anleihe platziert hatte. Unmittelbar vor einem Börsengang die Kasse mit Fremdkapital zu füllen, wäre sehr ungewöhnlich gewesen.

Nun steht auch offiziell fest, dass der komplette Emissionserlös bei einem Börsengang an die bisherigen Eigentümer von Knorr-Bremse, Heinz Hermann Thiele und dessen Tochter Julia Thiele-Schürhof, fließen würde. Laut des aktuellen Geschäftsberichts plant Knorr-Bremse zudem von den 944,3 Millionen Euro an Bilanzgewinn 850,2 Millionen Euro als Dividende an seine Aktionäre, also die Thiele-Familie, auszuschütten. 500,2 Millionen Euro sind davon als Sonderdividende deklariert. 

Ralph Heuwings dritte Karriere

Es wird spekuliert, dass sich die Eigentümerfamilie von 20 bis 40 Prozent ihrer Anteile trennen könnte. Der Börsengang könnte laut Medienberichten damit bis zu 4 Milliarden Euro einbringen und wäre einer der größten deutschen IPOs der vergangenen Jahre. 

Über den Gang aufs Parkett will der 77-jährige Thiele aber auch seine Nachfolge regeln. Laut Finanzchef Heuwing ist es Thieles Wunsch, dass professionelle Investoren ein Mitspracherecht bekämen und die Zukunft unabhängig von einzelnen Personen sei.

Der Börsengang wäre auch für Ralph Heuwing ein wichtiger Meilenstein – und der Start in seine dritte Karriere. Nach zwei sehr erfolgreichen Phasen als Unternehmensberater bei BCG und Finanzchef des Anlagenbauers Dürr will der 52-jährige bei Knorr-Bremse noch einmal durchstarten. Heuwing hatte im Januar den langjährigen Knorr-Bremse-CFO Lorenz Zwingmann abgelöst, den es zu Marquard & Bahls zog.