Zeal Network plant die Übernahme des deutschen Konkurrenten Lotto24. Der Deal soll milliardenschwer sein.

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23.11.18
Deals

M&A-Deals: Lotto24, ThyssenKrupp, DKV

Das britische Online-Lotterieunternehmen Zeal will Lotto24 übernehmen, zwei ThyssenKrupp-Aktionäre stocken ihre Anteile auf, und CVC Partners steigt bei DKV Mobility ein. Diese und andere M&A-Deals finden Sie in unserem FINANCE-Wochenrückblick.

Zeal Network plant Übernahme von Lotto24

Zeal Network hat ein freiwilliges öffentliches Übernahmeangebot für Deutschlands größten Online-Lotterievermittler Lotto24 angekündigt. Im Zuge der Übernahme beabsichtigt Zeal, das deutsche Zweitlotteriegeschäft in ein gewerbliches Vermittlungsgeschäft umzuwandeln. Offiziell wurden zum Kaufpreis keine Angaben gemacht.

Zeal hat mit den wesentlich beteiligten Aktionären von Lotto24 Verpflichtungsvereinbarungen zur Annahme des Übernahmeangebots geschlossen, darunter die Günther Gruppe, der größte Aktionär sowohl von Lotto24 als auch von Zeal. Die Günther Gruppe wird bei der Transaktion von Hengeler Mueller (Federführung: Kai-Steffen Scholz) beraten. Zeal wird von der Kanzlei K&L Gates (Federführung: Boris Kläsener) unterstützt. 

VR Equitypartner verkauft Leuna-Tenside

Die Frankfurter VR Equitypartner und die Luxemburger BIP Investment Partners wollen ihr gemeinsames Portfoliounternehmen Leuna-Tenside verkaufen. Wenn die Kartellbehörden zustimmen, geht das Spezialchemieunternehmen an die Vantage Specialty Chemicals Holdings mit Sitz in Chicago/Illinois. VR Equitypartner und BIP Investment Partners hatten 2015 im Rahmen einer Nachfolgelösung die Mehrheit an Leuna-Tenside übernommen. Das Unternehmen ist 1995 durch den Management-Buy-Out eines Geschäftsfelds der ehemaligen Leuna-Werke entstanden. Nach Angaben von VR Equitypartner wurden zuletzt die Organisationsstrukturen verbessert und das Produktportfolio erweitert, die Profitabilität haben man dadurch „noch einmal deutlich gesteigert“. Finanzielle Details zu der Transaktion sind allerdings nicht bekannt.

Aktionäre stocken bei ThyssenKrupp auf

Der US-Investor Harris Associates und der Singapur-Staatsfonds GIC haben ihre Anteile an dem Industriekonzern ThyssenKrupp erhöht. Demnach kontrolliert Harris seit Anfang der Woche mehr als 5 Prozent der ThyssenKrupp-Aktien. Zuvor kam der US-Investmentfonds auf knapp 3 Prozent. Der singapurische Staatsfonds GIC hat eine Überschreitung von 3 Prozent gemeldet. Die größten Aktionäre bei ThyssenKrupp sind weiterhin die Krupp-Stiftung mit 29 Prozent der Stimmrechte und der Investmentsfonds Cevian mit zuletzt 18 Prozent.

Finanzinvestor CVC steigt bei DKV Mobility ein

Der Private-Equity-Investor CVC Capital Partners ist mit 20 Prozent bei der DKV Mobility Services Group, einem Anbieter gewerblicher Mobilitätdienstleistungen, eingestiegen. Die Transaktion soll im ersten Quartal 2019 abgeschlossen werden. Die  Behörden müssen den Deal noch genehmigen. Eigenen Angaben zufolge erzielte DKV 2017 mit rund 1.000 Mitarbeitern einen Umsatz von 7,2 Milliarden Euro. Die Unicredit und die Commerzbank agierten bei der Transaktion als Finanzberater für DKV, Taylor Wessing als Rechtsberater. CVC hat die Royal Bank of Canada als Finanzberater und Görg als Rechtberater mandatiert.

Weitere Meldungen

Das Finanzierungsunternehmen abcfinance übernimmt das Factoring-Unternehmen G.R. Factoring vollständig. Durch die Transaktion steigt der Factoringumsatz von abcfinance nach Unternehmensangaben auf mehr als 3,4 Milliarden Euro.

Der Technologiekonzern SAP plant die Übernahme von Contextor, einem französischen Anbieter für die Entwicklung und Integration von Softwarelösungen für Robotic-Process-Automation (RPA). Mit dem Zukauf will der Softwarekonzern eigenen Angaben zufolge das eigene Machine-Learning-Portfolio um die Marke Leonardo ergänzen. Erst vergangene Woche hat das Walldorfer Unternehmen in den USA den teuersten Zukauf der Firmengeschichte gewagt.

Die Hamburger Reederei Chemikalien Seetransport (CST) übernimmt 100 Prozent der Anteile an der Bremer Reederei Rigel Schiffahrts GmbH. Auch nach der Übernahme soll Rigel als eigenständiges Unternehmen fortgeführt werden. Taylor Wessing hat CST im Rahmen des Kaufprozesses mit einem Team unter Federführung von Partner Holger Schrewe beraten. Über die Konditionen des M&A-Deals wurde Stillschweigen vereinbart.

Frostkrone Tiefkühlkost, ein Portfoliounternehmen von Emeram Capital Partners, hat den französischen Fingerfood-Hersteller Varenne Gastromie erworben. Details zum Kaufpreis machten die beiden Unternehmen nicht. Mit dem Zukauf treibt Frostkrone seine Expansion weiter voran. Im April erwarb das Unternehmen bereits den französischen Hersteller von Tiefkühlkost Piz’Wich.

Das Pharmaunternehmen Dermapharm Holding übernimmt den spanischen Konkurrenten Euromed. Die Behörden müssen dem Kaufvertrag noch zustimmen, die Unternehmen erwarten den Abschluss der Transaktion bis Anfang 2019. Details zum Kaufpreis sind nicht bekannt. Euromed wird 2019 eigenen Angaben zufolge einen Umsatz von 70 Millionen Euro erwirtschaften.

Die Gesellschafter des Anbieters von Smart-Data-Lösungen Inobas haben ihre Anteile an die STP Informationstechnologie verkauft. STP liefert Software und Qualitätsmanagementsysteme für Rechtsanwälte, Insolvenzverwalter und Justizverwaltungen. Die M&A-Beratung IMAP hat die Inobas-Gesellschafter bei dem Verkauf beraten.

Der Schweizer Private-Equity-Investor Invision hat im Rahmen einer Nachfolgeregelung eine Mehrheitsbeteiligung am Hersteller von Kinderwagen ABC Design erworben. Die Mitglieder der Gründerfamilie Fischer bleiben mit einem nicht näher bezifferten Minderheitsanteil beteiligt, finanzielle Details der Transaktion wurden nicht genannt. Rautenberg Moritz & Co. hat Invision bei der Mehrheitsbeteiligung beraten.

Der Frankfurter Vermögensverwalter Vaamo wird von dem britischen Konkurrenten Moneyfarm übernommen. Die Behörden müssen der Transaktion noch zustimmen. Eigenen Angaben zufolge will Moneyfarm mit dieser Übernahme seinen Eintritt in den deutschen Markt beschleunigen und seine europäische Präsenz ausweiten. Dem Unternehmen zufolge betreuten die Briten Ende 2017 rund 30.000 Privatkunden mit einem Anlagevolumen von 400 Millionen Pfund (knapp 450 Millionen Euro).

Das Transportunternehmen Kühne + Nagel hat den auf zeitkritische Transporte spezialisierten Logistiker Quick International Courier erworben. Kühne + Nagel baut mit dem Zukauf sein Angebot in den Bereichen Flug-, Pharma- und Gesundheitsindustrie aus. Unternehmensangaben zufolge erwirtschaftet Quick International Courier mit 550 Mitarbeitern jährlich einen Umsatz von 200 Millionen Dollar (rund 175 Millionen Euro).

andreas.mehring[at]finance-magazin.de

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