M&A-Deals: Der PE-Investor Compass Partners beteiligt sich am Brillenhersteller Rodenstock.

Rodenstock

11.12.15
Deals

M&A-Deals: Rodenstock, Axel Springer, N+1

Rodenstock bekommt einen neuen Private-Equity-Investor, Axel Springer übernimmt Digital Classifieds vollständig und N+1 vergrößert sich mit C.W. Downer. Diese und andere M&A-Deals finden Sie in unserem FINANCE-Wochenrückblick.

Compass Partners steigt bei Rodenstock ein

Der Brillenhersteller Rodenstock bekommt mit dem Private-Equity-Haus Compass Partners einen neuen Investor. Details der Beteiligung wurden allerdings nicht veröffentlicht. Compass Partners wird an der Seite des bisherigen Gesellschafters Bridegpoint agieren. Beide wollen Rodenstock international wachsen lassen. Dazu soll Rodenstock zusätzliche Finanzmittel erhalten. Der erwartete Umsatz für das aktuelle Geschäftsjahr beläuft sich auf 421 Millionen Euro, das Ebitda wird bei rund 84 Millionen Euro liegen.

Axel Springer übernimmt Digitalsparte komplett

Der Medienkonzern Axel Springer hat die übrigen 15 Prozent an Axel Springer Digital Classifieds von dem Investor General Atlantic erworben. In dem Unternehmen ist das Online-Rubrikengeschäft von Springer gebündelt – dazu zählen unter anderem Portale wie StepStone und Immowelt. Im Gegenzug erhält General Atlantic rund 8,955 Millionen Springer-Aktien, was etwa 8,3 Prozent entspricht.

N+1 will mit Übernahme von C.W. Downer wachsen

Die Investmentboutique N+1 hat den Wettbewerber C.W. Downer übernommen. Sobald die Übernahme durch die amerikanische FINRA freigegeben ist, sollen die beiden Unternehmen vollständig integriert werden. Die Stärke von C.W. Downer liegt in der Beratung von Unternehmen, während N+1 im Bereich Private-Equity-Transaktionen sowie Debt Advisory sehr aktiv ist, heißt es in der Pressemitteilung. Die Fusion soll N+1 insbesondere helfen, im Bereich der grenzüberschreitenden M&A-Deals zu wachsen. Künftig verfügt die Gruppe über Standorte in 13 Ländern.

Braas Monier übernimmt Dachziegelhersteller Ceprano

Der Dachziegelproduzent Braas Monier kauft über sein Tochterunternehmen Monier Italien den italienischen Branchenkollegen Ceprano Coperture. Verkäufer ist das italienische Unternehmen IBL, das Mauerziegel herstellt. Braas Monier finanziert den Deal aus dem freien Cashflow. Die Übernahme soll bis zum Jahresende abgeschlossen werden.

Ceprano hat einen Unternehmenswert von rund 10 Millionen Euro. Dies schließt eine Kaufpreiszahlung von 7 Millionen Euro ein. Weiterhin sind betriebsnotwendiges Kapital über rund 3,6 Millionen Euro sowie Sachinvestitionen über 0,6 Millionen Euro nötig. Für das aktuelle Geschäftsjahr erwartet Ceprano einen Umsatz von rund 9 Millionen Euro und ein Ebitda über etwa 1 Million Euro. Unter Berücksichtigung von Synergien erwartet Braas Monier durch den M&A-Deal für das Jahr 2018  zusätzliche Umsätze von 18 Millionen Euro und einen Ebitda-Beitrag von 2,5 Millionen Euro.

Airbus will offenbar Vector Aerospace verkaufen

Der Flugzeugbauer Airbus zieht in Betracht, das auf Hubschrauberwartung spezialisierte Unternehmen Vector Aerospace zu veräußern. Dies berichtete Reuters unter Berufung auf Insider. Demnach habe Airbus bereits Investmentbanken beauftragt, eine mögliche Auktion vorzubereiten.

Ein solcher Deal könnte Airbus über 800 Millionen Euro einbringen. Gekauft hatte der Konzern das Wartungsunternehmen mit Sitz in Toronto 2011 für 640 Millionen US-Dollar. Derzeit räumt Airbus in seinen Randgeschäftsfeldern auf, um sich im Rüstungsgeschäft auf Flugzeuge, Raketen und Satelliten zu konzentrieren.

Familie Reimann übernimmt Keurig für 14 Milliarden US-Dollar

Die deutsche Milliardärsfamilie Reimann kauft über ihre Investmentholding JAB den US-Kaffeekonzern Keurig Green Mountain für 13,9 Milliarden US-Dollar, wie die Nachrichtenagentur Bloomberg berichtete. In der Holding JAB sind schon Kaffeemarken wie Jacobs, Senseo und Tassimo zusammengefasst. An dem Deal sind neben JAB auch weitere Investoren beteiligt, die ebenfalls in dem Kaffee-Joint-Venture Jacobs Douwe Egberts investiert sind.

JAB zahlt für die Keurig-Aktien je 92 US-Dollar pro Stück, was einem Aufschlag von 78 Prozent auf den letzten Kurs entspricht. Zu den bisherigen Aktionären von Keurig zählt auch der Getränkeriese Coca-Cola, der sich seinen Anteil eigenen Angaben zufolge bar auszahlen lässt – rund 17 Prozent oder 2,4 Milliarden US-Dollar. Die Übernahme soll im ersten Quartal 2016 abgeschlossen werden. Der Deal lässt auch den Konkurrenten Sodastream aufatmen, der hofft, dass Keurig aus dem Kaltgetränkegeschäft aussteigt und sich ganz auf den Kaffee konzentriert.

Blue Corporate Finance und Quarton Partners fusionieren

Die M&A-Beratungshäuser Blue Corporate Finance und Quarton Partners schließen sich zu Quarton International zusammen. Die Unternehmen sind neben der M&A-Beratung im PE-Markt aktiv und bieten weitere Corporate-Finance-Dienstleistungen an. Damit wollen beide künftig Kunden in Nordamerika und Europa erreichen.

Blue Corporate Finance ist mit zwölf Partnern und rund 30 Mitarbeitern bislang hauptsächlich im deutschsprachigen Raum aktiv. Quarton Partners wurde erst 2010 gegründet und arbeitet mit acht Partnern und rund 20 Mitarbeitern in Detroit. Beide Unternehmen behalten ihre derzeitige personelle Aufstellung bei.

Voith richtet sich mit M&A-Deals neu aus

Der Anlagenbauer Voith treibt seine Restrukturierung voran. Diese kostet das Familienunternehmen Millionen: Im Geschäftsjahr 2014/2015 verbuchte Voith einen Verlust von 93 Millionen Euro. Allerdings konnte der Konzern seine Profitabilität steigern.

In diesem Zuge will Voith sein Automatisierungs- und IT-Geschäft in dem neuen Segment Digital Solutions bündeln. Der Geschäftsbereich soll durch Venture- und Start-up-Aktivitäten wachsen. Der umsatzstarke Geschäftsbereich Voith Industrial Services hingegen steht bereits seit Februar zum Verkauf. Bis Ende März 2016 soll die Sparte veräußert sein. Laut Reuters gehört unter anderem die DBAG zu den Kaufinteressenten.

Bauer startet Joint Venture im Öl- und Gasbohrgeschäft

Bauer Maschinen, ein Tochterunternehmen der Bauer Gruppe, hat ein Joint Venture mit Schlumberger, einem Technologiedienstleister der Öl- und Gasindustrie, gegründet. In diesem Rahmen beteiligt sich Schlumberger über eine Barkapitalerhöhung mit jeweils 49 Prozent an den beiden Bauer-Konzernunternehmen Bauer Deep Drilling und Bauer Manufacturing.

Das Gemeinschaftsunternehmen soll große Bohranlagen entwickeln und bauen, die von Schlumberger selbst sowie von Dritten genutzt werden können. Bauer und Schlumberger erwarten, dass das Joint Venture künftig mehr als 100 Millionen Euro Umsatz erzielen wird.

M&A-Personalien

Die Corporate-Finance-Beratung Duff & Phelps hat Hartmut Paulus zum neuen Managing Director der Frankfurter Bewertungspraxis ernannt. Paulus leitete zuletzt das Bewertungsteam in der Frankfurter Niederlassung von KPMG, wo er 2007 zum Partner ernannt wurde.

Die M&A-Praxis der Kanzlei Mayer Brown bekommt zum April 2016 Zuwachs: André Schwanna, Benjamin Büttner und Alexander Täumer wechseln von Clifford Chance. Der 45-jährige Schwanna und der 38-jährige Büttner steigen als Partner bei Mayer Brown ein, Täumer kommt als Counsel zu der Kanzlei. Die Anwälte beraten als Team Finanzinstitute und Industrieunternehmen bei M&A-Deals und Restrukturierungen.

Die Kanzlei Gleiss Lutz hat Roland Sterr mit Wirkung zum 1. Januar 2016 zum Counsel ernannt. Er berät Unternehmen bei nationalen und grenzüberschreitenden M&A-Deals sowie im Gesellschaftsrecht.

Die Wirtschaftskanzlei Heuking Kühn Lüer Wojtek bestellt zum 1. Januar 2016 mehrere neue Partner in ihrer M&A-Praxis. Florian Brombach und Sandra Kalthoff aus der Düsseldorfer Niederlassung werden zu Salaried Partnern befördert. Auch Judy-Anne Krug, Katharina Prasuhn und Marcus Georg Tischler aus dem Hamburger Büro beraten unter anderem bei M&A-Transaktionen. Till Naruisch und Alexander J. Thum beraten am Frankfurter Standort bei M&A-Deals und gesellschaftsrechtlichen Themen und werden ebenfalls Salaried Partner.

Weitere M&A-Deals

Das französische Bankhaus Oddo macht Fortschritte mit seinem Übernahmeangebot an die BHF Kleinwort Benson Gruppe: Neben den Aufsichtsbehörden von Jersey, Guernsey und Irland haben auch die britischen Aufsichtsbehörden den Deal freigegeben. Damit steht noch die Genehmigung der EZB sowie der deutschen und luxemburgischen Aufsichtsbehörden aus. Die Aktionäre von Oddo haben der für die Übernahme nötigen Kapitalerhöhung einstimmig zugestimmt.

Der Schweizer Baukonzern Sika wehrt sich noch immer gegen die Übernahme durch den französischen Konkurrenten Saint Gobain. Sika-Verwaltungsratspräsident Paul Hälg wandte sich in einem offenen Brief an die Aktionäre von Saint Gobain und bemängelte, dass die Transaktion für beide Seiten wertvernichtend sei. Saint Gobain allerdings hat nach eigenen Angaben bereits von allen zuständigen Behörden grünes Licht für den M&A-Deal erhalten, wie die Nachrichtenagentur Dow Jones berichtete.

Der Private-Equity-Fonds Emeram Capital Partners hat im Rahmen eines Leveraged Buy-Out das IT-Unternehmen Matrix42 übernommen. Verkäufer ist der Softwarekonzern Asseco Polen. Matrix42 wurde bei der Transaktion durch die Wirtschaftskanzlei Latham & Watkins unter Leitung von Dirk Oberbracht und Gregor Philipp Klenk beraten.

Das Bundeskartellamt hat die Übernahme der Deutschen Wohnen durch Vonovia genehmigt. Nun können die Aktionäre der Deutschen Wohnen bis 26. Januar 2016 das Angebot annehmen und Vonovia ihre Aktien andienen. Das kombinierte Unternehmen hätte eine Marktkapitalisierung von mehr als 20 Milliarden Euro.  

Audi, BMW und Daimler haben die Übernahme des digitalen Kartengeschäfts Here von Nokia abgeschlossen. Alle zuständigen Kartellbehörden haben den Deal freigegeben. Die Autobauer hatten sich einen Bieterwettstreit mit mehreren anderen Interessenten geliefert.

Die Aareal Bank hat ihr schwedisches Tochterunternehmen Aqvatrium an AMF Fastigheter veräußert. Der Kaufpreis beträgt rund 323 Millionen Euro (3.006 Millionen Schwedische Kronen). Der M&A-Deal bringt der Aareal Bank einen Ertrag von voraussichtlich etwa 70 Millionen Euro.

Die Deutsche Real Estate Funds (DREF) hat vier Studentenwohnheime an verschiedenen Standorten erworben. Für den Kauf und die Renovierung der knapp 1.000 Wohneinheiten zahlt DREF rund 25 Millionen Euro. Das Unternehmen hat seit Juli etwa 135 Millionen Euro in Studentenwohnungen investiert. Außerdem konnte DREF seine im Sommer begebene Anleihe nochmals aufstocken.

Der Pharmakonzern Stada kauft über sein Tochterunternehmen Bepha Beteiligungsgesellschaft den argentinischen Generikahersteller Laboratorio Vannier, wie die Nachrichtenagentur Dow Jones berichtete. Der Kaufpreis beträgt demnach maximal 13 Millionen US-Dollar und enthält nach Unternehmensangaben eine kleinere erfolgsabhängige Komponente. Stada zufolge sei der Verkäufer eine Privatperson. Der M&A-Deal soll Anfang Januar abgeschlossen werden.

Das Sanierungskonzept von Kettler gerät offenbar ins Wanken, wie die F.A.Z. berichtete. Demnach sollen Gläubiger des Unternehmens das Beratungsunternehmen @visory damit beauftragt haben, alternativ einen Käufer zu finden. Auf diese Weise soll in jedem Fall der Marktwert von Kettler bestimmt werden. Zu den beteiligten Kreditgebern im Gläubigerausschuss gehören dem Bericht zufolge die Deutsche Bank, Atradius Kreditversicherung, Pensions-Sicherungs-Verein, GE Capital Factoring, die Bundesagentur für Arbeit, IG Metall, Carlyle sowie Lieferanten.

Das Chemiedistributionsunternehmen Brenntag übernimmt den Spezialchemikaliendistributeur Plastichem Group, der seinen Sitz in Südafrika hat. Mit dem Deal will Brenntag seine Position in der afrikanischen Polymerindustrie stärken. Für 2016 erwartet Plastichem einen Umsatz von etwa 26,9 Millionen Euro. Die Übernahme soll in den kommenden Wochen abgeschlossen werden.

BPE Unternehmensbeteiligungen hat die auf Dienstleistungen im Bereich der Wärmebehandlung spezialisierte VTN Beteiligungsgesellschaft an den japanischen Industriekonzern IHI Corporation verkauft. Beraten wurde BPE bei dem Deal durch DC Advisory.

Der Maschinenbauer Dürr hat das Softwareunternehmen iTac übernommen, das Leittechnik für die Auswertung von Produktionsprozessen herstellt. iTac erwirtschaftet mit 90 Mitarbeitern einen Jahresumsatz von rund 15 Millionen Euro. Der Kaufpreis wurde nicht bekanntgegeben, soll laut dpa nach Meinung von Branchenexperten zwischen 30 und 40 Millionen Euro liegen.

Der Technologiekonzern Linde übernimmt das amerikanische Pflegeunternehmen American HomePatient. Mit dem Zukauf erweitert Lindes US-Tochter Lincare seinen Kundenstamm auf mehr als 1 Million Patienten. Im vergangenen Jahr erzielte American HomePatient mit etwa 2.700 Mitarbeitern einen Umsatz von rund 260 Millionen Euro. Der M&A-Deal soll im ersten Quartal 2016 abgeschlossen werden. Die Freigabe der Aufsichtsbehörden steht noch aus.

Das Unternehmen Stiebel Eltron, das Elektro- und Heiztechnik anbietet, hat das Unternehmen MDM Diels erworben. Der Kaufpreis ist nicht bekannt. MDM Diels erzielte im Geschäftsjahr 2014 einen Umsatz von rund 9 Millionen Euro. Der Umsatz von Stiebel Eltron betrug im gleichen Zeitraum rund 425 Millionen Euro.

Die EQS Group hat sämtliche Anteile an dem auf digitale Unternehmenskommunikation spezialisierten Schweizer Unternehmen Tensid übernommen. Für das aktuelle Geschäftsjahr rechnet Tensid mit einem Umsatz von mehr als 1,2 Millionen Schweizer Franken und einem Ebit von rund 250.000 Schweizer Franken. EQS finanziert die Übernahme zu einem Drittel aus Eigenmitteln, der restliche Teil wird durch ein Akquisitionsdarlehen der Commerzbank gedeckt.

Pricon Invest wird in eine Holding umgewandelt, die im Bereich Logistik aktiv sein soll. Zu diesem Zweck zieht sich Pricon aus dem Versicherungsgeschäft zurück und verkauft ihre Beteiligung an der Primea Invest Vertriebs GmbH für den symbolischen Preis von 1 Euro sowie die Übernahme der Fremdverbindlichkeiten. Außerdem wird die Aves Logistics als Sacheinlage in das Unternehmen eingebracht.

Tantalus Rare Earths hat sich mit dem Verkauf von 60 Prozent der Anteile an seiner Tochter Tantalum Holding (Mauritius) aus der Insolvenz gerettet. Käufer ist das Unternehmen Apphia Minerals SOF mit Sitz in Singapur. Der Kaufpreis beträgt 3,7 Millionen Euro. Eine erste Tranche in Höhe von 350.000 Euro wurde bereits im November gezahlt, eine zweite Tranche über 1,35 Millionen Euro ist nach Unterzeichnung des Vertrags fällig. Die verbliebenen 2 Millionen Euro sind bei Abschluss der Transaktion im ersten Quartal 2016 zu zahlen. Tantalus wird seinen Insolvenzantrag nach Wegfall des Grundes zurückziehen.

julia.schmitt[at]finance-magazin.de

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