07.12.15
Banking & Berater

Nach Fusion mit C.W. Downer: So stellt sich N+1 in Deutschland auf

Die Investment-Boutique N+1 hat den Konkurrenten C.W. Downer übernommen. Die Schwerpunkte der beiden Firmen ergänzen sich, auch in Frankfurt. Dort will N+1 künftig mit nahezu doppelter Mannstärke angreifen.

Rund zweieinhalb Jahre nach der Eröffnung des Frankfurter Büros baut die Investmentbanking-Boutique N+1 ihr Team in Deutschland durch die Übernahme von C.W. Downer deutlich aus. N+1 eröffnete im März 2013 ein eigenes Büro in Frankfurt. Seitdem ist das Team um den M&A-Banker Wolfram Schmerl, der die Aktivitäten von N+1 in Frankfurt als Managing Director verantwortet, und den auf Debt Advisory spezialisierten Robert von Finckenstein auf insgesamt 17 Professionals angewachsen. Durch den Zusammenschluss mit dem Frankfurter Team von C.W. Downer um Managing Director Frank Merkel sollen nun 13 M&A-Professionals hinzu kommen.

C.W. Downer soll nach Freigabe der Transaktion durch die amerikanische Behörden FINRA vollständig integriert werden. „Wir gehen davon aus, dass die Freigabe zeitnah erfolgt“, sagt Wolfram Schmerl. Anschließend würden die beiden Frankfurter Teams im neuen Jahr auch gemeinsame Büroräume beziehen. „Anfang 2016 wollen wir als eine Einheit im deutschen Markt auftreten“, sagt Schmerl. Die Geschäftsaktivitäten ergänzen sich dem M&A-Banker zufolge gut: „C.W. Downer ist in der Beratung von Unternehmen stark aufgestellt, während N+1 viele Transaktionen mit Private-Equity-Hintergrund berät und im Bereich Debt Advisory sehr erfolgreich ist.“

Nach Abschluss der Transaktion wird es im Frankfurter Büro sechs Professionals im Rang eines Managing Director geben. Je drei kommen von C.W. Downer und von N+1. Schmerl wird die Aktivitäten dann als CEO von N+1 in Deutschland verantworten. 

N+1 will mit C.W. Downer international wachsen

Durch den Zusammenschluss mit C.W. Downer will N+1 besonders das Geschäft mit grenzüberschreitenden M&A-Deals ausbauen. „Die Kunden wünschen sich von M&A-Beratern eine internationale Marktansprache und umfassende Sektorexpertise. Beides wollen wir mit dem Merger stärken“, sagt Schmerl.

In Europa hat das spanische Investmenthaus seine Präsenz in den vergangenen Jahren schon verstärkt. In diesem Jahr kam ein Büro in Frankreich hinzu, ein Büro in Griechenland wird gerade aufgebaut. In den Niederlanden soll Mark Pensaert eine neue Präsenz etablieren. Pensaert war zuvor CEO von Leonardo & Co. Europe. Das Beratungshaus Leonardo hatte im November sein Investmentbanking-Geschäft in Deutschland, den Niederlanden und Spanien an Houlihan Lokey verkauft.

N+1 war schon seit längerem auf der Suche nach einem Partner in den USA. „Wir haben in den vergangenen zwei Jahren etwa zehn Adressen angeschaut, in diesem Jahr haben sich die Gespräche mit C.W. Downer dann konkretisiert“, berichtet Schmerl. Das Beratungshaus, das sich auf M&A-Deals im Volumen von 50 bis 350 Millionen Euro konzentriert, erhält mit der Fusion nun eine Präsenz im wichtigen US-amerikanischen Markt. Und auch Wachstumsmärkte in Asien sind nun Teil der neuen Struktur: C.W. Downer bringt auch Büros in China und Indien mit. 

N+1 künftig in 13 Ländern präsent

Insgesamt wird die Gruppe künftig Büros in 13 Ländern haben. „Es ist grundsätzlich möglich, dass wir ein Team punktuell nochmal vergrößern, um beispielsweise die Expertise in einem bestimmten Sektor zu stärken“, sagt Schmerl. In Deutschland werde man aber erst einmal an der nun erreichten Teamstärke von 30 Mitarbeitern festhalten. Hinter den Büros in Großbritannien und Spanien ist der Frankfurter Standort künftig nach Teamstärke der drittgrößte von N+1.

Das Frankfurter N+1-Team beriet in den vergangenen zwei Jahren viele M&A-Deals mit Beteiligung von PE-Investoren, darunter die Übernahme von CCC durch Silverfleet Capital. C.W. Downer begleitete in Deutschland zuletzt unter anderem den Verkauf von Coppenrath & Wiese an die Oetker-Gruppe.

sabine.reifenberger[at]finance-magazin.de