M&A-Deals: Sixt Leasing erwirbt die restlichen Anteile von SXB Managed Mobility.

Sixt Leasing

02.09.16
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M&A-Deals: Sixt Leasing, Scholz, BASF

Sixt Leasing übernimmt ein Joint Venture komplett, Scholz kommt in chinesische Hände und BASF verkauft sein Photoinitiatoren-Geschäft. Diese und andere M&A-Deals finden Sie in unserem FINANCE-Wochenrückblick.

Sixt Leasing übernimmt SXB Managed Mobility komplett

Der Leasingkonzern Sixt hat die restlichen 50 Prozent der Anteile an dem Schweizer Fuhrparkmanager SXB Managed Mobility übernommen. Ursprünglich wurde das Unternehmen im April 2015 als Gemeinschaftsunternehmen von Sixt Leasing in der Schweiz sowie Business Fleet Management, einem Tochterunternehmen von Swisscom, gegründet.

Auch nach der Komplettübernahme durch Sixt wird SXB Managed Mobility weiter Dienstleistungen für Swisscom erbringen. Für Sixt Leasing ist der M&A-Deal ein Schritt zur Internationalisierung des Flottenmanagements.

Chinesen übernehmen Schrottrecycler Scholz

Das Familienunternehmen Scholz kommt in chinesische Hände: Die Gründerfamilie des Schrottrecyclers muss das kriselnde Unternehmen an den chinesischen Konzern Chiho-Tiande abgeben. Der Branchenkollege, der bereits die Bankdarlehen von Scholz gekauft hatte, übernimmt das Unternehmen nun für den symbolischen Preis von 1 Euro.

Das Recyclingunternehmen mit Sitz in Essingen war der Branchenkrise mit seiner Schuldenlast von rund 1 Milliarde Euro nicht gewachsen. Chiho-Tiande will die Verschuldung des Schrottrecyclers insgesamt um 500 Millionen Euro senken und möglicherweise auch einen Teil der erworbenen Darlehen in Eigenkapital umwandeln.

BASF veräußert Geschäft mit Photoinitatoren

Der Chemiekonzern BASF hat sein Photoinitiatoren-Geschäft aus dem Unternehmensbereich Dispersions & Pigments veräußert. Käufer ist IGM Resins, ein niederländischer Hersteller von strahlungsgehärteten Materialien, der dem US-amerikanischen PE-Investor Arsenal Capital Partners gehört. Die Käuferseite wurde durch die Kanzlei DLA Piper beraten. Das Team leitete Nils Krause.

In diesem Zuge hat BASF sich von Technologien, Patenten, Marken, Kundenbeziehungen, Verträgen und einem italienischen Produktionsstandort getrennt. Der Deal umfasst jedoch nicht das Geschäft mit Photoinitiatoren für Kunden in der Elektroindustrie. Dieser Zweig stellt einen strategischen Schwerpunkt von BASF dar.

Roever Broenner Susat Mazars kauft Dr. Steinberg & Partner

Die WP-Gesellschaft Roever Broenner Susat Mazars, die erst vor einem Jahr aus einer Fusion entstanden ist, übernimmt die Hamburger Gesellschaft Dr. Steinberg & Partner. Mit dem Deal kommen vier Partner und 100 Mitarbeiter zu Roever Broenner Susat Mazars.

Roever Broenner Susat Mazars erhofft sich aus dem M&A-Deal eine stärkere Position im Hamburger Mittelstand. Dr. Steinberg & Partner ist auf die Schifffahrt spezialisiert.

Blackstone bietet offenbar für OfficeFirst

Eigentlich will der Immobilienkonzern IVG seine Büroimmobilientochter OfficeFirst an die Börse bringen. Nun bietet jedoch offenbar der US-Finanzinvestor Blackstone für das mit rund 3,25 Milliarden Euro bewertete Immobilienportfolio, wie Reuters unter Berufung auf mit der Sache vertraute Personen berichtete.

Es hieß, Blackstones Angebot sei konkurrenzfähig und könnte somit die Börsenpläne der IVG aushebeln. Mitte September soll entschieden werden, ob ein IPO in Frage kommt, der dann schon im Oktober über die Bühne gehen könnte. Bei einem Börsengang will IVG nach Reuters-Informationen zunächst 40 bis 60 Prozent der Anteile veräußern, was einem Emissionsvolumen von 700 bis 900 Millionen Euro entspräche.

DPE veräußert Westfalia-Automotive

Die DPE Deutsche Private Equity trennt sich von dem Automobilzulieferer Westfalia-Automotive, der Anhänger-, Transport- und Ladesysteme herstellt, sowie dem niederländischen Zulieferer Terwa. Der Konzern Horizon Global, der selbst Anhängersysteme produziert, kauft der DPE und ihren Co-Investoren beide Unternehmen ab. Dazu gehört auch das Beteiligungsunternehmen Bayern LB Capital, das bei dem Verkauf durch King & Wood Mallesons unter Leitung von Christoph Brenner beraten wurde.

Einen Anteil des Kaufpreises in Höhe von 89 Millionen Euro zahlt Horizon in bar, weitere 36 Millionen Euro werden in Aktien beglichen. Dadurch wird DPE rund 10 Prozent an Horizon Global halten. Zudem übernimmt der Konzern Schulden in Höhe von rund 42 Millionen Euro. Die DPE hatte Westfalia-Automotive 2011 erworben und den Umsatz in der Folge nach eigenen Angaben um mehr als die Hälfte auf 220 Millionen Euro gesteigert. Als Berater hatte Horizon Global die Wirtschaftskanzlei Eversheds unter Federführung von Sven Schweneke mandatiert.

Innogy übernimmt Belectric Solar & Battery

Die auf erneuerbare Energien spezialisierte RWE-Tochter Innogy kauft das auf Solar- und Batterietechnik spezialisierte Unternehmen Belectric Solar & Battery, wie die Nachrichtenagentur Reuters berichtete. Der Kaufpreis liegt demnach im hohen zweistelligen Millionenbereich. Der M&A-Deal soll Anfang 2017 abgeschlossen werden.

Bieterkampf um Windradhersteller Adwen

Um den französischen Windradhersteller Adwen entwickelt sich ein Bieterwettstreit, in den Siemens einsteigen könnte, wie die Nachrichtenagentur Reuters unter Berufung auf Insider berichtete. Eigentlich hat der US-Konzern General Electric ein nicht bindendes Gebot für einige Assets des Joint Ventures des französischen Atomkonzerns Areva und der spanischen Gamesa abgegeben. Dieses habe Areva jedoch für zu niedrig befunden.

Sollte GE sein Angebot nicht bis 17. September nachbessern, will das fusionierte Unternehmen aus Gamesa und der Windenergiesparte von Siemens das Gemeinschaftsunternehmen übernehmen. Gamesa bewertet seinen 50-Prozent-Anteil an Adwen mit rund 60,6 Millionen Euro.

UBS veräußert offenbar Dienstleister ICR

Die Schweizer Großbank UBS verkauft Medienberichten zufolge ihre auf Buchhaltungsdienstleistungen spezialisierte Tochter Inter-Concern-Revisions GmbH  (ICR) an das Hamburger Beratungsunternehmen Spudy Invest. Weder Käufer noch Verkäufer waren für eine Stellungnahme gegenüber Reuters zu erreichen.

Die UBS hatte ICR 2004 zusammen mit dem Vermögensverwalter Sauerborn übernommen. Das Unternehmen hat 30 Mitarbeiter und verfügt über eine eigene Software. Spudy Invest bietet Beratungsdienstleistungen für vermögende Familien an.

M&A-Personalien

Marcus Herrmann wechselt zum 1. September in die Frankfurter Niederlassung der Kanzlei Görg. Der M&A-Anwalt war seit 2012 Partner bei Morgan Lewis. Davor war Herrmann über zehn Jahre bei der Wirtschaftskanzlei Latham & Watkins tätig, wo er unter anderem einer der Gründungspartner des Frankfurter Büros war.

Die auf die Auflegung von PE-Fonds spezialisierte Anwältin Sonya Pauls wechselt mit Wirkung zum 1. Oktober von King & Wood Mallesons zur Wirtschaftskanzlei Clifford Chance. Sie war bislang bei King & Wood Mallesons Head of Funds Germany. Für ihre neue Kanzlei soll sie im Bereich Corporate die Praxisgruppe German Private Equity Funds bilden.

PwC Legal hat mit Patrick Nordhues einen neuen Local Partner für Gesellschaftsrecht und M&A in die Essener Niederlassung geholt. Der 42-Jährige arbeitet bereits seit dem 1. August für PwC Legal, wie die Kanzlei jetzt bekanntgab. Nordhues war drei Jahre für PwC Legal in Düsseldorf tätig, bevor er 2015 kurzzeitig als Partner zur Kölner Kanzlei Seitz wechselte.

Christoph Thiermann ist seit 1. September Associated Partner des PE-Teams von Noerr in Düsseldorf. Er wechselt von P+P Pöllath + Partners in die Praxisgruppe Private Equity & Venture Capital von Noerr. Er berät PE- und M&A-Transaktionen.

Weitere M&A-Deals

Die Deutsche Beteiligungs AG (DBAG) übernimmt gemeinsam mit dem Management das auf den Innenausbau von Schiffen spezialisierte Unternehmen R&M International von der Nord Holding. Die DBAG erwirbt 33 Prozent der Anteile, während die übrigen Anteile vom Management übernommen werden, das zum Teil schon beteiligt ist. R&M erzielte im vergangenen Geschäftsjahr einen Umsatz von rund 120 Millionen Euro. Die Kartellbehörden müssen der Transaktion noch zustimmen. Das Management wurde bei dem Management Buy-Out durch die Wirtschaftskanzlei Heuking Kühn Lüer Wojtek unter Federführung von Peter Christian Schmidt beraten.

Die NordLB hat die angeschlagene Bremer Landesbank komplett übernommen. Sowohl das Land Bremen als auch die niedersächsischen Sparkassen haben ihre Beteiligungen an der Bank in Höhe von 41,2 beziehungsweise 3,97 Prozent veräußert. Das Land Bremen erzielt für seinen Anteil einen Kaufpreis von 262 Millionen Euro. Mit der Übernahme geht auch ein Austausch der Bankenführung einher: CEO Stephan-Andreas Kaulvers und Stellvertreter Heinrich Engelken legen ihre Ämter nieder.

Deutsche-Bank-Chef John Cryan hält eine Fusion des größten deutschen Geldhauses mit der Commerzbank laut Reuters nicht für möglich. Demnach strebe die Führung der Deutschen Bank danach, das Institut „kleiner und einfacher“ zu machen. Das „Manager Magazin“ hatte berichtet, dass die Deutsche Bank einen Zusammenschluss mit der Commerzbank erwogen habe, dass allerdings nur eine „sehr geringe Realisierungschance“ bestehe.

Die Aktionäre der Reederei Hapag-Lloyd haben mehreren Beschlüssen im Zusammenhang mit der Fusion mit der United Arab Shipping Company (UASC) zugestimmt. Dazu zählen ein neues genehmigtes Kapital zur Finanzierung des Zusammenschlusses sowie eine Erweiterung des Aufsichtsrats von zwölf auf 16 Mitglieder. Die Wettbewerbsbehörden müssen dem Zusammenschluss der Reedereien jedoch noch zustimmen.

Der PE-Investor Quadriga Capital hat sich an dem Labordienstleister GBA Laborgruppe beteiligt. In diesem Zuge haben das Beteiligungsunternehmen Adiuva Capital sowie das Management ihre Anteile abgegeben. Die Zustimmung der Kartellbehörden steht noch aus. Quadriga Capital hatte die Kanzlei Latham & Watkins unter Federführung von Oliver Felsenstein und Leif Schrader als Berater mandatiert.

Der Reedereikonzern Rickmers Holding und die E.R. Capital Holding legen einen möglichen Zusammenschluss ihrer Schiffsmanagementaktivitäten vorerst auf Eis. Man wolle allerdings die Zusammenarbeit in den Bereichen Schiffsversicherung und Schiffsmakler weiter vertiefen und auch hinsichtlich anderer Aktivitäten kooperieren. Rickmers will seine Flotte im Drittmanagement jedoch nach wie vor erweitern.

Das Unternehmen Tristyle Mode, das dem PE-Investor Equistone Partners Europe gehört, übernimmt den britischen Versandhändler Long Tall Sally. Verkäufer ist Amery Capital. Der Kaufpreis beläuft sich auf rund 35 Millionen Euro. Tristyle und Equistone wurden bei dem M&A-Deal durch Shearman and Sterling, Latham & Watkins, CMS, KPMG und PwC beraten. Für Amery und Long Tall Sally waren BDO, Blick Rothenberg, Berwin Leighton Paisner, Financo, KPMG, Javelin und Livingstone Partners tätig.

Die Übernahme des Roboterbauers Kuka durch den chinesischen Hausgerätehersteller Midea geht voran. Die US-Kartellbehörden haben laut Reuters ihre Zustimmung zu dem M&A-Deal erteilt. Allerdings prüfen die US-Behörden noch, welche Auswirkungen sich für die nationale Sicherheit ergeben.

Die italienische Großbank Unicredit könnte Medienberichten zufolge ihre verbliebene Beteiligung an der polnischen Bank Pekao an den staatlich kontrollierten polnischen Versicherer PZU veräußern. Die Beteiligten seien sich über den Preis für die 40,1 Prozent noch nicht einig, der Deal wäre jedoch milliardenschwer. PZU wolle den Kauf im Oktober abschließen.

Der österreichische Glücksspielkonzern Novomatic wird den Konkurrenten Casinos Austria doch nicht übernehmen. Das Kartellgericht hätte so strenge Auflagen gefordert, dass sich der Deal für Novomatic wirtschaftlich nicht gelohnt hätte, wie einer Mitteilung des Konzerns zu entnehmen ist. Eigentlich wollte Novomatic nach dem Kauf von knapp 40 Prozent der Anteile  zusammen mit einem tschechischen Bieterkonsortium, das über 11 Prozent hält, die Mehrheit bei Casinos Austria übernehmen.

Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel hält an der Ministererlaubnis für die Fusion der Supermarktketten Edeka und Kaiser’s Tengelmann fest, wie das „Handelsblatt“ berichtete. Die aufschiebenden Bedingungen für den Zusammenschluss seien durch die kürzlich geschlossenen Tarifverträge erfüllt worden. Allerdings hat das Oberlandesgericht Düsseldorf die Ministererlaubnis vorerst gestoppt und die Fusion damit blockiert.

Alltub, ein Hersteller von Aluminiumtuben, der Aurora Capital gehört, hat den Branchenkollegen Karl Höll übernommen. Zusammen erzielen die Unternehmen nach eigenen Angaben einen Jahresumsatz von über 150 Millionen Euro. Der Aurora-Fonds Aurora Resurgence wurde bei der Transaktion durch die Kanzlei Jones Day unter Federführung von My Linh Vu-Grégoire und Christian Krebs beraten.

Der Nahrungsmittelkonzern Nestlé kauft laut Reuters den britischen Medizingerätehersteller Phagenesis und baut somit sein Gesundheitsgeschäft aus. Die Übernahme soll schrittweise erfolgen und beginnt mit einer Vorauszahlung von Nestlé. Weitere Meilensteinzahlungen werden je nach Produktentwicklung bis 2019 geleistet. Details sind nicht bekannt.

Krones, ein Hersteller von Verpackungs- und Abfülltechnik, hat sich mit 80 Prozent an Trans-Market Sales & Equipment beteiligt. Das auf Prozesstechnik spezialisierte US-Unternehmen erzielt mit über 50 Mitarbeitern einen Umsatz von etwa 30 Millionen US-Dollar (rund 72 Millionen Euro) jährlich. Krones finanziert den M&A-Deal aus liquiden Mitteln.

Der PE-Investor Equistone Partners Europe hat die Mehrheit an der Roth Gruppe, einem Schweizer Brandschutzdienstleister, übernommen. Die Anteile hat die Schweizer Investorengruppe Ufenau Capital Partners verkauft. Equistone hatte PwC, Ernst & Young, Lenz & Staehelin und Willis als Berater mandatiert.

Der Spezialchemiekonzern Sika kauft den US-Betonfaserproduzenten FRC Industries, wie die Nachrichtenagentur Globenewswire berichtete. Mit der Übernahme will Sika sein Wachstum in den USA vorantreiben.

Der Mischkonzern Freudenberg kauft laut dpa das italienische Unternehmen Gimi, einen Hersteller von Wäscheständern. Freudenberg baut mit dem M&A-Deal sein Geschäft mit Haushaltsgeräten aus. Gimi erzielte im vergangenen Geschäftsjahr Umsätze in Höhe von rund 80 Millionen Euro.

Das Beteiligungsunternehmen M-u-t hat sich mit 55 Prozent an Apos, einem Anbieter von optischer Mess- und Regeltechnik, beteiligt. Der Deal soll Apos Zugang zu den Technologien der M-u-t-Gruppe gewährleisten und so das Unternehmenswachstum vorantreiben.

Die Münchener Holding Vivonio Furniture hat sich an dem Büromöbelhersteller Leuwico beteiligt, wie „Moebelkultur.de“ berichtete.  Zu Vivonio gehören bereits die Möbelunternehmen Maja, Staud und Sciae. Die Holding erzielt einen Umsatz von rund 300 Millionen Euro jährlich. Leuwico wurde bei dem Verkauf durch Rödl & Partner beraten. Das Team leitete Michael Wiehl. Für die Käuferseite waren die Kanzlei Kluth Rechtsanwälte unter Federführung von Jochen Herbst sowie Hans-Jürgen Meyer-Lindemann von Dechert tätig.

Das Bundeskartellamt hat der Lebensmittelspedition Nagel die Genehmigung erteilt, den Tiefkühlspezialisten MUK Transthermos zu übernehmen. Obwohl das Unternehmen durch den Zusammenschluss zum Marktführer für Tiefkühllogistik werde, gebe es trotzdem noch genügend große Wettbewerber, hieß es.

Das insolvente Beteiligungsunternehmen Cinemedia hat den Verkauf der Berliner Synchron an die S & L Medien Gruppe abgeschlossen. Sämtliche aufschiebenden Bedingungen wurden erfüllt. Dazu zählt auch die Rekapitalisierung des Unternehmens durch Fremdkapitalgeber. Bei dem Verkauf wurde Cinemedia durch die Wirtschaftskanzlei Heuking Kühn Lüer Wojtek beraten. Das Team leiteten Johan Schneider und Thorsten Kuthe.

julia.schmitt[at]finance-magazin.de

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