M&A-Deals: Ein Teil der Syngenta-Aktionäre stellt sich gegen eine mögliche Übernahme durch ChemChina.

Syngenta

22.01.16
Deals

M&A-Deals: Syngenta, Kettler, Katjes

Die Aktionäre von Syngenta wehren sich weiter gegen eine Übernahme aus China, Kettler veräußert sein Fahrradgeschäft und Katjes übernimmt Festivaldi komplett. Diese und andere M&A-Deals finden Sie in unserem FINANCE-Wochenrückblick.

Syngenta-Aktionäre wehren sich gegen Übernahmeversuch aus China

Nachdem der Agrochemiekonzern Syngenta die ungewünschte Übernahme durch den US-Konkurrenten Monsanto erfolgreich abgewehrt hat, könnte die zunächst abgelehnte nächste Kaufofferte von ChemChina nun doch mehr Erfolg haben. Wie Bloomberg unter Berufung auf Insider berichtete, soll es konkrete Gespräche mit dem chinesischen Chemiekonzern geben, die der Verwaltungsrat unterstützt. Demnach bietet ChemChina rund 470 Schweizer Franken (rund 430 Euro) je Aktie in bar. Damit läge die Bewertung von Syngenta bei etwa 44 Milliarden Schweizer Franken (rund 40,2 Milliarden Euro).

Allerdings sind nicht alle Syngenta-Aktionäre für einen solchen Deal. Folke Rauscher von der „Vereinigung kritischer Syngenta-Aktionäre“ fordert den Rücktritt des gesamten Verwaltungsrates.

Kettler verkauft Fahrradsparte an ZEG

Das insolvente Familienunternehmen Heinz Kettler hat sich im Rahmen eines Asset Deals von seinem Fahrradgeschäft getrennt. Die Vermögensgegenstände der Fahrradsparte gehen an die ZEG Zweirad-Einkaufs-Genossenschaft. Der Verkauf war im November vereinbart worden, nun haben die Gläubiger von Kettler dem Deal zugestimmt. Auch das Bundeskartellamt hat seine Freigabe erteilt.

Der Kölner Händler ZEG wird auch die rund 80 Mitarbeiter übernehmen, die in Kettlers Fahrradsparte tätig sind. Kettler hatte das Beratungsunternehmen @visory Partners als Berater mandatiert.

Katjes übernimmt Festivaldi komplett

Der Süßwarenhersteller Katjes International hat über sein Tochterunternehmen Katjes Nederland die übrigen 50 Prozent der Anteile an Festivaldi erworben. Damit hält Kajtes nun alle Anteile an dem niederländischen Lakritzhersteller. Katjes will durch den M&A-Deal in Holland weiter wachsen. Nach Angaben des Konzerns bietet Festivaldi in den Niederlanden das meistverkaufte Lakritzprodukt an.

M&A-Boutique Cartagena geht an Bryan Garnier

Die Investmentbank Bryan Garnier übernimmt die Münchener M&A-Beratung Catagena. Mit der Übernahme will sich die Bank Zutritt zum deutschen M&A-Markt verschaffen. Das 28-köpfige Team von Cartagena soll vollständig integriert werden. Für Cartagena bedeutet die Fusion einen Schritt in Richtung größerer Mandate als bisher.

Viessmann und BMW gründen Joint Venture

Der Autobauer BMW und die Viessmann Group, die Heiz- und Kühlsysteme herstellt, wollen gemeinsam Lösungen zum Energiemanagement anbieten. Dazu haben die Unternehmen das Joint Venture Digital Energy Solutions gegründet, an dem beide Seiten hälftig beteiligt sind.

Das Konzept soll die Bereiche Elektromobilität, Wärme und Kälte sowie Strom abdecken. Viessmann erzielt mit etwa 11.500 Mitarbeitern einen Konzernumsatz von 2,2 Milliarden Euro. Für den Joint-Venture-Deal hatte Viessmann die Wirtschaftskanzlei Hengeler Mueller als Berater beauftragt.

DMG Mori verkauft Finanzierungssparte

Der japanische Werkzeugmaschinenbauer DMG Mori hat 35 Prozent der Anteile an dem Finanzdienstleister DMG Mori Finance mit Sitz in Wernau in Deutschland veräußert. Käufer ist die bisherige Mitgesellschafterin Sumitomo Mitsui Finance and Leasing. Allerdings hält DMG Mori weiterhin eine Minderheit an dem Unternehmen.

Welchen Preis DMG Mori für den Finanzierer erhalten hat, ist nicht bekannt. Der M&A-Deal wurde allerdings bereits Ende des vergangenen Jahres vollzogen. DMG Mori wurde bei dem Verkauf durch ein Team der Kanzlei CMS Hasche Sigle unter Leitung von Peter Baisch beraten.

PwC baut IT-Beratung mit Übernahme von Outbox aus

Die Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft PwC verstärkt sich mimt der Übernahme des Beratungsunternehmens Outbox Group im IT-Beratungsgeschäft. PwC hatte schon in den vergangenen Jahren Beratungshäuser zugekauft, um sich im Beratungsmarkt stark aufzustellen. Die Umsätze im klassischen Wirtschaftsprüfungsgeschäft hingegen wachsen weniger stark. Alle Big Four setzen daher auf IT- und Digitalisierungsthemen.

M&A-Personalien

Der M&A-Spezialist Marcel Franzen hat eine Investmentbanking-Boutique gegründet. Franzen & Company bietet mit Sitz in Zürich Beratung bei M&A-Deals, Kapitalmarkttransaktionen und Geschäftsstrategien an. Franzen war in seiner Karriere unter anderem bei Merrill Lynch und Morgan Stanley tätig, zuletzt arbeitete er bei der Swiss Capital Group.

Alexander Klemm ist neuer Vice Chairman und stellvertretender Vorstandsvorsitzender der Schweizer Investmentbanking-Boutique Clairfield. Zuletzt war Klemm unter anderem bei UBS Warburg, JP Morgan Cazenove und Hauck & Aufhäuser tätig.

Weitere M&A-Deals

Der Bieterstreit um den US-Chiphersteller Atmel ist beendet: Nachdem Dialog Semiconductor seine Übernahmepläne aufgegeben hat, hat Konkurrent Microchip Technology zugeschlagen und sich mit Atmel auf eine Übernahme zum Preis von rund 3,56 Milliarden US-Dollar (knapp 3,3 Milliarden Euro) geeinigt. Dies entspricht 8,15 US-Dollar je Aktie, wovon 7 US-Dollar bar gezahlt werden, der Rest in eigenen Aktien von Microchip. Der M&A-Deal soll im zweiten Quartal vollzogen werden. Dialog erhält von Atmel eine Vertragsstrafe von 137,3 Millionen US-Dollar, da die beiden Unternehmen sich bereits vertragseinig gewesen waren.

Das Prüfungs- und Beratungsunternehmen EY in Österreich schließt sich mit der Unternehmensberatung Contrast Management-Consulting zusammen. Die Fusion macht EY Management Consulting mit über 150 Mitarbeitern zur führenden Managementberatung in Österreich.

Der Werkzeughändler Würth baut sein osteuropäisches Geschäft mit der Übernahme von Unternehmen des französischen Elektrogroßhändlers Rexel aus. Die Geschäfte liegen im Baltikum, Polen und der Slowakei. Unternehmensangaben zufolge hat Rexel in diesen Ländern im Jahr 2014 Umsätze von 146 Millionen Euro erzielt.

Qatar Solar Technologies, ein Gemeinschaftsunternehmen von Solarworld und der Qatar Stiftung, hat gemeinsam mit Robert Hartung 80 Prozent der Anteile an dem Solaranlagenbauer Centrotherm erworben. Den Kauf tätigte das Unternehmen Solarpark Blautal, das den gesamten Anteil der Verwaltungsgesellschaft Sol Futura übernommen hat, die bislang als Treuhänderin agierte. Robert Hartung gehörte zu den Gründern von Centrotherm. Das Unternehmen hatte 2012 Insolvenz angemeldet. Solarpark Blautal wurde durch Heuking Kühn Lüer Wojtek unter Federführung von Boris Dürr beraten. Für Sol Futura war die Kanzlei Gleiss Lutz tätig. Centrotherm hatte Grub Brugger & Partner mandatiert. Die Qatar Stiftung wurde durch Milbank Tweed Hadley & McCloy begleitet.

Das Unternehmen Aventics, das dem PE-Fonds Triton gehört, hat im Zuge eines Asset Deals seine Zahnkettensparte veräußert. Käufer ist das britische Unternehmen Renold, das sämtliche Mitarbeiter übernimmt. Aventics hatte Consus Partner als Berater mandatiert.

Die insolvente Baumarktkette Praktiker hat in der ungarischen Wallis-Gruppe einen Käufer für Praktiker Ungarn gefunden. Wallis und der Geschäftsführer Karl-Heinz Keth übernehmen sowohl Immobilien als auch das operative Geschäft und die 1.100 Mitarbeiter. Ein früherer Verkaufsvertrag war geplatzt, da der damalige Interessent verschiedene Bedingungen nicht erfüllt hatte. Die Käuferseite wurde bei dem Deal durch die Kanzlei Dentons beraten. Für den Insolvenzverwalter Christopher Seagon war Gleiss Lutz beratend tätig.

Der britische PE-Investor Sisu Capital hat Ende 2015 sämtliche Anteile an dem Klimatechnikhersteller Airinotec veräußert. Das Unternehmen wurde von einem Tochterunternehmen der Beteiligungsgesellschaft Abacus Alpha übernommen. Sisu wurde bei dem Deal durch die Kanzlei Luther unter Federführung von Ulrich Philippi beraten.

Das Beteiligungsunternehmen BWK hat sich mit 40 Prozent an Rolf Kind, einem Hersteller von Freiformschmiedeprodukten, beteiligt. Der Deal wurde im Zuge einer Nachfolgeregelung abgeschlossen. Die Gründerfamilie Kind bleibt weiterhin mit einer Mehrheit investiert. Rolf Kind erzielte im vergangenen Jahr mit 70 Mitarbeitern einen Umsatz von über 20 Millionen Euro.

Oettinger Davidoff hat den Anteil an seinem asiatischen Vertriebspartner Bluebell Cigars (Asia) von 25 Prozent auf eine Mehrheit aufgestockt. Das Unternehmen wird in Davidoff of Geneva (Asia) umbenannt. Oettinger Davidoff erwirtschaftet weltweit Umsätze von 1,23 Milliarden Schweizer Franken (rund 1,12 Milliarden Euro).

Die Wirtschaftsprüfungs- und Steuerberatungsgesellschaft Roever Broenner Susat Mazars vergrößert sich in China durch die Fusion mit Zhong Shen ZhongHuan. Künftig wird sie damit 1.800 Mitarbeiter in China haben, davon 83 Partner. Das Geschäft in China soll 7 Prozent zum Gruppenumsatz beitragen.

Die saudi-arabische Alfanar Gruppe hat sämtliche Anteile an Heinrich Kopp von dem luxemburgischen Private-Equity-Fonds Palero Invest übernommen. Alfanar erzielt mit elektrischen Bauprodukten und Ingenieurdienstleistungen einen Umsatz von 2,5 Milliarden US-Dollar (rund 2,3 Milliarden Euro). Der Umsatz von Heinrich Kopp belief sich zuletzt auf rund 75 Millionen Euro. Bei dem Deal wurde Alfanar durch ein Team von DLA Piper unter Leitung von Kirsten Girnth und Carlos Robles y Zepf beraten.

Die von Afinum beratenen AF Eigenkapitalfonds für deutschen Mittelstand haben sich an der Schlote Holding beteiligt. Durch die Investition will der Automobilzulieferer weiteres Wachstum ermöglichen. Seit 2015 betreibt Schlote auch Produktionsstandorte in China. Afinum wurde bei der Transaktion durch Taylor Wessing unter Federführung von Ernst-Albrecht von Beauvais beraten. Für Schlote war die Kanzlei Luther unter Leitung von Thomas Halberkamp tätig.

Factors Chain International (FCI) und International Factors Group (IFG) haben sich mit Wirkung zum 1. Januar zum weltweit größten Factoringnetzwerk zusammengeschlossen. In der neuen Organisation sind über 400 Institute repräsentiert. Nach Angaben von FCI und IFG entspricht der kombinierte jährliche Umsatz 1,7 Billiarden US-Dollar oder 75 Prozent aller Umsätze der globalen Factoringindustrie.

Das insolvente Unternehmen Apparatebau Kötters, ein Zulieferer für den Sondermaschinenbau, hat eine Sanierungslösung gefunden. Dafür wurden wesentliche Vermögenswerte an das neu gegründete Unternehmen Kötters Maschinenbau verkauft. Insolvenzverwalter Michael Wölte zufolge wird das Unternehmen mit den etwa 50 Mitarbeitern fortgeführt. Bei dem Verkauf beriet Livingstone Partners unter Leitung von Daniel Hohler.

Die Gruppe Takeaway.com, die in Deutschland den Lieferdienst Lieferando.de betreibt, übernimmt den insolventen Logistikdienstleister MyLorry. Das Berliner Unternehmen beliefert unter der Marke Food Express Restaurants. Der Betrieb soll als Lieferando Express weitergeführt werden. Beraten wurde Food Express durch ein Team der Kanzlei Dentons unter Federführung von Thomas Schubert.

Veolia übernimmt das Unternehmen Nuon Energie und Service von der Vattenfall-Gruppe. Mit dem Deal will der Umweltdienstleister sein Industriegeschäft ausbauen. Als Berater hatte Veolia die Kanzlei Noerr mandatiert, das Team leiteten Tibor Fedke, Christoph Spiering und Christoh Brenzinger.

Die Messe Düsseldorf hat die Mehrheit an der Messe Brünn (Veletrhy Brno) veräußert. Übernommen wurde die Beteiligung von der Stadt Brünn. Der Kaufpreis beläuft sich auf 8,3 Millionen Euro. Außerdem zahlt die Messe Brünn ein Darlehen über 13,7 Millionen Euro zurück. Der M&A-Deal soll Ende Februar vollzogen werden. Allerdings werden die Messegesellschaften weiter als Partner zusammenarbeiten. Beraten wurde die Messe Düsseldorf durch das M&A-Beratungshaus CatCap.

Die Kienast Unternehmensgruppe hat die deutschen Fachmärkte des Schuheinzelhändlers Leder & Schuh übernommen. Dazu gehören die unter Shoe4You und Jello geführten Standorte. Bei dem Verkauf wurde Leder & Schuh durch Lincoln International beraten.

Der seit 2013 insolvente Maschinenbauer Elumatec wurde von der italienischen Cifin-Holding übernommen. Cifin gehört bereits das Unternehmen Emmegi, das ebenfalls Maschinen zur Bearbeitung von Aluminium-, Kunststoff- und Stahlprofilen herstellt. Zusammen setzen die Unternehmen rund 225 Millionen Euro um. Bei dem M&A-Deal hatte Cifin N+1 als M&A-Berater und Debt-Advisor mandatiert. Außerdem begleitete ein Team der Kanzlei White&Case unter Federführung von Andreas Stilcken, Ferigo Foscari, Iacopo Canino und Riaz Janjuah den Deal. Für den Insolvenzverwalter Tobias Höfer war Cornelius Treuhand beratend tätig.

Der Finanzdienstleister HCI Capital hat die Mehrheit an dem Emissionshaus König & Cie. übernommen. Im Zuge der Übernahme erwirbt HCI auch vier Schiffsgesellschaften von den Verkäufern. Die Freigabe durch die Kartellbehörden steht noch aus.

Der Lebensmittelkonzern Rewe will 30 Filialen der insolventen österreichischen Supermarktkette Zielpunkt übernehmen. Einen entsprechenden M&A-Deal hat Rewe bei der österreichischen Bundeswettbewerbsbehörde angemeldet. Um welche Filialen es geht, ist nicht bekannt.

Kontron hat 49 Prozent der Anteile an KCI für 57,3 Millionen US-Dollar (rund 52,5 Millionen Euro) an Ennoconn, ein Tochterunternehmen von Foxconn, veräußert. Mit der Transaktion gehen die beiden Hardwarehersteller eine strategische Partnerschaft ein. Der M&A-Deal muss noch von den Aufsichtsbehörden freigegeben werden.

Bridgepoint hat den polnischen Spielwarenhändler Smyk für 247 Millionen Euro erworben. Verkäufer ist Empik Media & Fashion. Bei der Transaktion wurde Bridgepoint durch die Kanzlei Weil, Gotshal & Manges rechtlich beraten. Außerdem waren PwC, Pekao, OC&C, Environ, CEE CG, Marsh und Colliers als Berater mandatiert. Für die Verkäuferseite waren J.P. Morgan, Clifford Chance, PwC und EY tätig. Das Management von Smyk wurde durch Jamieson und Travers Smith begleitet.

julia.schmitt[at]finance-magazin.de

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