Osram wird seine defizitäre US-Servicesparte los. Das ist ein wichtiger Schritt im Umbau des Konzerns.

Osram

16.01.19
Deals

Osram treibt Konzernumbau mit Verkauf voran

Osram macht Fortschritte beim Konzernumbau: Der MDax-Konzern hat einen Käufer für seine defizitäre US-Servicesparte gefunden. CFO Ingo Bank konnte immerhin einen Kaufpreis in zweistelliger Millionenhöhe heraushandeln.

Die zuletzt arg gebeutelten Aktionäre des Lichttechnikkonzerns Osram dürfen sich über gute Nachrichten freuen: Die Münchener haben mit dem US-Dienstleistungskonzern Wesco einen Käufer für ihre defizitäre amerikanische Servicetochter Sylvania Lighting Solutions (SLS) gefunden. Für einen Kaufpreis im zweistelligen Millionenbereich übernehmen die Amerikaner das Geschäft.

SLS erwirtschaftete zuletzt mit etwa 220 Mitarbeitern einen Jahresumsatz von etwa 100 Millionen Dollar und stand bereits seit Mai auf der Verkaufsliste von Osram-CFO Ingo Bank. Allerdings konnten die Münchener in den Verhandlungen nicht ganz den Buchwert von SLS erzielen. Die bilanziellen Auswirkungen auf den Gesamtkonzern durch den Verkauf seien jedoch „gering“, betont Osram. Die Aktie des MDax-Konzerns, deren Wert sich im vergangenen Jahr mehr als halbiert hatte, legte heute um 2,5 Prozent auf 36,50 Euro zu.

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Ingo Bank, Osram Licht AG

Ingo Bank beginnt seine Karriere 1995 bei Philips in der Hamburger Niederlassung im Bereich Audit. Schnell zieht es den Manager in die niederländische Zentrale, wo er in der M&A-Abteilung arbeitet. Später folgen Stationen als CFO einzelner Geschäftsbereiche im japanischen Kobe und in Hongkong, wo er das Geschäft mit Flüssigkristallanzeigen (LCD) in der Region für den Konzern aufbaut.

Von 2005 bis 2009 ist Bank als Finanzchef zweier Geschäftseinheiten beim direkten Osram-Konkurrenten Philips Lighting in Eindhoven aktiv, der Lichttochter des Elektronikkonzerns. Nach einer Zwischenstation im Audit zieht es den Manager 2011 in die Vereinigten Staaten, wo er als Finanzchef für Philips Healthcare arbeitet.

2013 verlässt Bank den niederländischen Philips-Konzern nach fast 20 Jahren und wird CFO des US-amerikanischen Pharmadienstleisters Parexel. Im September 2016 tritt er die Position des Finanzvorstands bei dem Münchener Lichtkonzern Osram an.

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Carve-out des Osram-Leuchtengeschäfts läuft

Für Osram ist der Verkauf von SLS, der noch im ersten Quartal abgeschlossen werden soll, ein wichtiger Schritt im Konzernumbau. Denn der MDax-Konzern will sich nach eigener Aussage künftig auf Hightech-Märkte fokussieren und sich in einen „Photonic Champion“ wandeln, wie Finanzchef Bank im Oktober im Interview mit FINANCE erklärte.

Als Wachstumsfelder haben die Münchener, die ihre Aktionäre im vergangenen Jahr mit gleich zwei Gewinnwarnungen schockten, deshalb die Bereiche Visualisierung, Sensorik – also insbesondere Laser und Infrarot – sowie die Behandlung von Pflanzen auserkoren.

Vor zwei Jahren hat Osram deshalb bereits seine Lampentochter Ledvance verkauft. Parallel zum nun abgeschlossenen M&A-Prozess bei SLS, sucht Osram auch einen Käufer für das ebenfalls defizitäre Leuchtengeschäft. Die Münchener sind gerade dabei, die Sparte juristisch und organisatorisch vom Konzern zu trennen. Zudem laufe die Investorenansprache, wie ein Sprecher des Konzern gegenüber FINANCE erklärte. Einen konkreten Zeitplan für den Verkaufsprozess gebe es aber noch nicht.

desiree.backhaus[at]finance-magazin.de

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