PE-Investoren schielen auf Thyssens Edelstahl-Sparte VDM

ThyssenKrupp

22.09.14
Deals

PE-Investoren schielen auf Thyssens Edelstahl-Sparte VDM

Der Stahlkonzern ThyssenKrupp unternimmt offenbar den nächsten Versuch, seine Edelstahltochter VDM zu verkaufen. Neben strategischen Käufern sollen auch verschiedene PE-Investoren interessiert sein.

Es ist ein neuer Versuch: Der Stahlkonzern ThyssenKrupp will einem Medienbericht zufolge erneut seine Edelstahltochter VDM Metals verkaufen. Derzeit würden potenzielle Interessenten für das Unternehmen angesprochen, ob sie sich eine Übernahme vorstellen könnten, berichtet das Handelsblatt unter Berufung auf Finanz- und Konzernkreise.

Als Kaufpreis wurde eine Summe von 250 Millionen Euro kolportiert. Als M&A-Berater soll die Deutsche Bank beauftragt worden sein. Neben strategischen Käufern sollen PE-Investoren wie Lindsay Goldberg, Triton, KPS Capital und Advent an VDM interessiert sein. Eine Unternehmenssprecherin wollte sich zu dem Thema nicht konkret äußern, erklärte jedoch, dass die Rücknahme von VDM seit jeher ein taktisches und kein strategisches Thema war und dass VDM mittel- bis langfristig nicht zum Konzern gehören werde.

ThyssenKrupp musste VDM Ende 2013 wieder zurücknehmen

Thyssen-Krupp hatte Ende 2013 Teile seiner 2012 an die finnische Outokumpu verkaufte Edelstahltochter Inoxum zurückgenommen. Davon betroffen waren ein Werk in Italien und die frühere Tochter ThyssenKrupp VDM, wobei ein erneuter Verkaufsversuch schon damals als wahrscheinlich galt.

Die Hintergründe der damaligen VDM-Rücknahme: Das Werk in Terni hätte im Rahmen des M&A-Deals als wettbewerbsrechtliche Auflage weiterverkauft werden sollen. Dieser Plan scheiterte jedoch, es konnte kein passender Käufer gefunden werden. Nachdem Outokumpu in finanzielle Schwierigkeiten geraten war, hatte sich ThyssenKrupp Ende November vergangenen Jahres bereit erklärt, das Terni-Werk und die Edelstahlsparte VDM zurückzunehmen. Im Gegenzug gab der Konzern seine knapp 30-prozentige Beteiligung an Outokumpu ab und beendete alle finanziellen Verbindungen zu dem finnischen Unternehmen.


Im Februar dieses Jahres genehmigte die EU-Kommission den angekündigten Rückkauf des italienischen Werks und von VDM.

sabine.paulus[at]finance-magazin.de