Bis hierhin und nicht weiter: Wichtige Dealbreaker werden in einer Red Flag Due Diligence gleich zum Start eines M&A-Prozesses sichtbar.

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13.08.15
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Red Flag Due Diligence: Auf der Suche nach Dealbreakern

Eine ausführliche Due Diligence kostet Zeit und Geld. Wer sich einen ersten Überblick über das Zielunternehmen verschaffen möchte, dem hilft eine Red Flag Due Diligence. Sie hilft, gleich zu Beginn des M&A-Prozesses die wichtigsten Dealbreaker auszuschließen.

Wer sich für einen Zukauf interessiert, kommt um eine ausführliche Due Diligence nicht herum, wenn er nicht zu viel bezahlen und sich mit der Übernahme keine unkalkulierbaren Risiken ins Haus holen möchte. Doch auch wenn Konsens darüber besteht, dass eine genaue Prüfung wichtig ist: Die meisten Käufer möchten die Kosten für eine Due Diligence so niedrig wie möglich halten.

Eine intensive Due Diligence kostet Zeit und Geld und bindet die Aufmerksamkeit der Führungsgremien. Das lässt sich nicht ändern – aber in manchen Fällen vermeiden, indem man zu Beginn des Prozesses eine Red Flag Due Diligence vorschaltet. Diese hilft festzustellen, ob sich eine aufwendige nähere Betrachtung des Zielunternehmens überhaupt lohnt. Die Red Flag Due Diligence wird möglichst schlank gestaltet, um Zeit und Kosten zunächst einmal gering zu halten. Ihr Ergebnis entscheidet dann über den weiteren Weg des M&A-Prozesses.

Red Flag Due Diligence bringt einen ersten Überblick

Der große Vorteil einer Red Flag Due Diligence: Wesentliche Hindernisse, die den weiteren M&A-Prozess gefährden könnten, werden durch sie bereits früh identifiziert. Dazu kann eine angespannte Finanzlage des Targets ebenso zählen wie eine unglaubwürdige Planung oder falsch bewertete Assets. Taucht ein solcher Dealbreaker gleich zu Beginn auf, ist der M&A-Prozess womöglich schon wieder beendet, bevor er überhaupt richtig begonnen hat. Tauchen nur kleinere Hindernisse, aber keine unüberwindbaren Dealbreaker auf, erhält der Käufer aus der Red Flag Due Diligence zumindest Hinweise, wo es sich lohnen könnte, tiefer nachzubohren. Unter Umständen kann die tiefergehende Prüfung später Argumente liefern, um die Kaufpreisvorstellungen des Verkäufers nach unten zu korrigieren.

Nach der Red Flag Due Diligence hat der Kaufinteressent bereits einen ersten Überblick über die wichtigsten Themenfelder erhalten und kann auf dieser Grundlage entscheiden, ob er im Rahmen einer tiefergehenden Due Diligence auch Spezialbereiche untersuchen möchte und hierzu beispielsweise eine Environmental Due Diligence, Human Resources Due Diligence oder Technical Due Diligence beauftragt.

Selective Focus Due Diligence als Alternative zur Red Flag Due Diligence

Wer ein hohes Interesse an bestimmten Prüfungsschwerpunkten hat, kann bereits zu Beginn des M&A-Prozesses den Schwerpunkt darauf legen und das Zielunternehmen alternativ zu einer Red Flag Due Diligence auch einer Selective Focus Due Diligence unterziehen. Diese konzentriert sich auf bestimmte Teilbereiche, die dem Käufer besonders wichtig sind und seine Kaufentscheidung sowie die mögliche Bewertung entscheidend beeinflussen.
Im Rahmen der Selective Focus Due Diligence kann beispielsweise untersucht werden, wie rentabel einzelne Produkte des M&A-Targets sind oder wie der Finanzierungsbedarf des Zielunternehmens in den kommenden Jahren aussieht. Sämtliche Ergebnisse aus den Voruntersuchungen bilden später die Basis für die umfangreiche Due Diligence und fließen in die Ermittlung des Kaufpreises ein.

sabine.reifenberger[at]finance-magazin.de

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