Silver Lake ist am Ziel: Der Private-Equity-Investor hat sich während der Annahmefrist mit rund 63 Prozent der Aktien die Mehrheit an der Software AG gesichert. Darin nicht enthalten ist die Wandelanleihe in Höhe von 344 Millionen Euro, die in 10 Prozent des derzeitigen Aktienkapitals umgewandelt werden könnte, teilt Silver Lake mit. Die Annahmefrist endet am 3. Juli, dann will der Investor das endgültige Ergebnis vorlegen und den Deal abschließen.
Aktionäre, die bis dahin das Angebot noch nicht akzeptiert haben, können ihre Aktien während der erweiterten Annahmefrist, die bis zum 17. Juli laufen soll, weiterhin dem Investor für 32 Euro das Stück andienen. Anschließend will Silver Lake die Software AG so schnell wie möglich von der Börse nehmen. Aktionären, die das Übernahmeangebot nicht akzeptiert haben, droht dann der Squeeze Out.
Vorstand der Software AG unterstützte Silver Lake
Silver Lake bekräftigt in seiner Mitteilung, dass es kein Beherrschungs- und Gewinnabführungsvertrag zur Finanzierung des Übernahmeangebots erforderlich sei – ein Knackpunkt im Wettstreit um das Softwarehaus. Der Übernahme war ein Bieterwettstreit zwischen Silver Lake und Bain Capital vorausgegangen. Zwei Wochen nachdem Silver Lake seine Übernahmepläne öffentlich gemacht hatte, gab Bain Capital ebenfalls ein Übernahmeangebot ab. Dieses betrug 34 Euro pro Aktie und lag damit 4 Euro über Silver Lakes ursprünglichem Angebot, verband dieses allerdings mit einem Gewinnabführungs- und Beherrschungsvertrag.
Zu diesem Zeitpunkt hielt Silver Lake aber schon mehr als 25 Prozent der Aktien und besaß damit eine Sperrminorität in der Hauptversammlung, die solch einem Vertrag hätte zustimmen müssen. Silver Lake erhöhte sein Angebot deshalb nur auf 32 Euro, was einer Bewertung von rund 2,4 Milliarden Euro entspricht. Der Vorstand der Software AG hatte sich zudem für eine Übernahme durch Silver Lake ausgesprochen.
Bain Capital unterliegt Silver Lake im Bieterkampf
Auch die anschließende Erhöhung des Angebots auf bis zu 36 Euro pro Aktie half Bain Capital nicht. Der Vorstand der Software AG sprach sich weiterhin für das Angebot von Silver Lake aus. Zwischenzeitlich sah es allerdings so aus, als ob die Aktionäre sich nicht für Silver Lakes Angebot erwärmen würden, der Finanzinvestor musste auf die Mindestabnahmeschwelle von 50 Prozent plus einer Aktie verzichten sowie die Annahmefrist bis zum 3. Juli verlängern.
Doch der Investor konnte sich letztlich doch durchsetzen. Vor einer Woche stieg Bain Capital schließlich aus dem Bieterkampf aus. Das Darmstädter Traditionsunternehmen hat einen neuen Besitzer.
Falk Sinß ist Redakteur bei FINANCE. Er hat Soziologie, Politologie und Neuere und Mittlere Geschichte in Frankfurt am Main sowie in Mainz Journalismus studiert, wo er auch einen Lehrauftrag inne hatte. Vor seiner Zeit bei FINANCE war Falk Sinß drei Jahre Redakteur der Zeitschrift Versicherungswirtschaft und zehn Jahre für verschiedene Medien des Universum Verlags tätig.
