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So will die Software AG von Investor Silver Lake profitieren

Produktvorstand Stefan Sigg, CEO Sanjay Brahmawar und CFO Matthias Heiden (von links) wollen die wiederkehrenden Umsätze der Software AG ausbauen.
Produktvorstand Stefan Sigg, CEO Sanjay Brahmawar und CFO Matthias Heiden (von links) wollen die wiederkehrenden Umsätze der Software AG ausbauen. Foto: Software AG

Mehr Planbarkeit in den Umsätzen, weniger Investitionsbedarf: Die Darmstädter Software AG rechnet damit, bei ihrem 2019 ausgerufenen Transformationsprogramm Helix die Talsohle hinter sich zu lassen. Das zeigen die Ausführungen von CEO Sanjay Brahmawar, Finanzchef Matthias Heiden und Produktvorstand Stefan Sigg anlässlich des Kapitalmarkttags am gestrigen Dienstag.

„Die Qualität unseres Umsatzes hat sich deutlich verbessert.“

Matthias Heiden, Software AG

Positiv stimmt den Vorstand, dass die Zahlen planbarer werden: „Die Qualität unseres Umsatzes hat sich in den letzten drei Jahren deutlich verbessert“, kommentierte CFO Heiden. Der Konzern erzielte 2021 gemäß den Ende Januar vorgestellten vorläufigen und ungeprüften Zahlen einen Umsatz von 833,8 Millionen Euro und lag damit auf Vorjahresniveau (834,8 Millionen Euro). Das Ergebnis vor Steuern und Zinsaufwendungen (Ebit) erreichte 122,1 Millionen Euro (2020: 136,4 Millionen Euro). Der Free Cashflow verbesserte sich gegenüber dem Vorjahr von 87,6 auf 91,4 Millionen Euro.

Umsätze der Software AG sollen planbarer werden

Für die positive Prognose spielt der jährlich wiederkehrende Umsatz (Annual Recurring Revenue, ARR) eine wichtige Rolle: im Digital Business legte dieser im vergangenen Jahr um 12 Prozent auf 418,5 Millionen Euro zu. „Dank unserer Umstellung auf Abonnements wächst der Annual Recurring Revenue in unserem Digital Business konstant zweistellig“, erklärte Heiden. 2021 erreichte der wiederkehrende Umsatz demnach einen Anteil von mehr als 75 Prozent am Konzernumsatz. Die Umsätze werden damit planbarer.

Und auch die Belastungen sollen nun wieder abnehmen: „Die Investitionen in die Transformation haben ihren Höhepunkt überschritten“, heißt es in einem Statement zum Kapitalmarkttag. Bis 2023 will der Konzern den Umsatz auf 1 Milliarde Euro hochfahren und den Anteil des wiederkehrenden Produktumsatzes auf 85 bis 90 Prozent steigern.

Software AG will M&A-Expertise von Silver Lake nutzen

Dabei soll auch der im Dezember eingestiegene Finanzinvestor Silver Lake einen Teil zur Wachstumsstrategie beitragen. Laut CEO Sanjay Brahmawar befindet sich die junge Partnerschaft noch in einer „Onboarding-Phase“ – dennoch sehe man bereits erste positive Auswirkungen.

Dem CEO zufolge setzen die Darmstädter insbesondere im attraktiven nordamerikanischen Markt auf den neuen Investor: Während die Software AG im deutschsprachigen Raum und in Europa vielen ein Begriff sei, liege der Bekanntheitsgrad auf der anderen Seite des Atlantiks deutlich niedriger. Allerdings sei Silver Lake als Technologieinvestor dort ein bekannter Name. Dieser soll bei der Suche nach Deals oder Mitarbeitern ein wenig auf die Darmstädter abfärben, so die Idee.

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Darüber hinaus will die Software AG sich die M&A-Expertise des neuen Aktionärs zunutze machen. Bereits im Sommer 2020 haben die Darmstädter ihre M&A-Prozesse überarbeitet, das Unternehmen sucht seither systematisch vorwiegend nach kleineren Add-ons für das Portfolio, erklärte CFO Matthias Heiden vor rund einem Jahr im Gespräch mit FINANCE.

Eine Pipeline mit interessanten Kandidaten liege nun vor, viele der potentiellen Targets sind in Nordamerika angesiedelt, erklärten die Vorstände gestern. Finanziell sei man für die Zukäufe dank stabiler Bilanz und zusätzlicher Mittel aus der Silver-Lake-Beteiligung gut aufgestellt. Silver Lake hat der Software AG über die Zeichnung einer Wandelanleihe 344 Millionen Euro frisches Geld zur Verfügung gestellt. Interessante Zielunternehmen sollten ebenfalls gut kalkulierbare Umsätze mitbringen. Details dazu, in welcher Größenordnung sich potentielle Zukäufe preislich bewegen könnten, wollten die Darmstädter nicht machen.

sabine.reifenberger[at]finance-magazin.de

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Sabine Reifenberger ist Chef vom Dienst der FINANCE-Redaktion. Ihre redaktionellen Themenschwerpunkte sind Restrukturierung, die Transformation der Finanzabteilung und Finanzierungsthemen. Seit 2012 moderiert sie beim Web-TV-Sender FINANCE-TV. Außerdem verantwortet sie den Themenhub FINANCE-Transformation, die Distressed Assets Konferenz und das FINANCE CFO Panel. Die Politologin volontierte bei einer Tageszeitung und schrieb während des Studiums als freie Journalistin unter anderem für das Handelsblatt und die Financial Times Deutschland.

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